Foto: Tobias Blaser © Stimmkreisbüro Judith Gerlach

Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Gerlach fordert bundesweite Finanzierung von Springerkonzepten

Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Judith Gerlach will die Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte verbessern und setzt sich dafür beim Bund für sogenannte Springerkonzepte ein. Ziel ist es, verlässlichere Dienstpläne zu schaffen und die Attraktivität des Pflegeberufs zu steigern.

Gerlach betonte am Freitag: „Wir brauchen innovative Personalkonzepte, die eine verlässlichere Dienstplanung ermöglichen. Auf diese Weise kann die Attraktivität des Pflegeberufs gesteigert werden. Deshalb habe ich Bundesgesundheitsministerin Nina Warken jetzt in einem Schreiben auf die Ergebnisse von Bayerns erfolgreichem Modellprojekt zu Springerkonzepten hingewiesen.“

In dem groß angelegten Modellprojekt wurden mit rund 5,7 Millionen Euro insgesamt 32 Springerkonzepte in 65 Langzeitpflegeeinrichtungen gefördert. Die Hochschule Kempten hat nun in einem Gutachten gezeigt, dass Springerkonzepte geeignet sind, die Belastung der Pflegekräfte zu verringern und gleichzeitig den Einsatz von Leiharbeit zu reduzieren. „Das Gutachten zeigt auf, welche Mehrkosten und welcher Personalbedarf durch Springerkonzepte entstehen können und gibt Pflegeeinrichtungen praktikable Wege zur Organisation von Springerkonzepten an die Hand“, erläuterte Gerlach.

Die Ministerin fügte hinzu: „Pflegepersonal erwartet zu Recht verlässlichere Dienstpläne und ein Ausfallkonzept, dass nicht allein auf dem Einspringen von Pflegekräften beruht, die sich nicht im Dienst befinden. Springerkonzepte setzen hier an und sind ein wichtiger Baustein für mehr Gesundheit und Zufriedenheit des Pflegepersonals. Sie sehen ein geregeltes Einspringen bei Personalausfällen vor und stehen somit für verlässliche Ruhezeiten und Dienstpläne. Springerkonzepte sind damit geeignet, die vielfach kritisierten Rahmenbedingungen in der Pflege zu verbessern.“

Entscheidend für eine flächendeckende Umsetzung sei die Finanzierung: „Ich setze mich deshalb beim Bund dafür ein, dass die Zusage im Koalitionsvertrag eingehalten wird und die Mehrkosten zur Schaffung von Springerpools sowie entsprechende Vergütung für das Personal ausgeglichen werden. Die Refinanzierung von Springerkonzepten muss möglichst ohne finanzielle Mehrbelastung der Pflegebedürftigen sichergestellt werden“, betonte Gerlach.

Zudem erklärte die Ministerin: „Nach der aktuellen Rechtslage sind etwaige Mehrkosten durch Springerkonzepte Betriebskosten. Aufgrund des Teilleistungsprinzips der Pflegeversicherung fallen Kostensteigerungen im Ergebnis den Pflegebedürftigen und den Bezirken als Träger der Hilfe zur Pflege zur Last. Angesichts stark gestiegener Eigenanteile müssen wir alles daran setzen, eine weitere finanzielle Belastung der Pflegebedürftigen möglichst zu vermeiden.“

Das Gutachten der Hochschule Kempten ist zu finden unter: https://www.stmgp.bayern.de/pflege/aktuelles-aus-der-pflege/#toc_Modellprojekt_Springerkonzepte_in_der_Langzeitpflege.

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