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Evaluationsbericht zum Verbundprojekt „Pflege:Zeit“ veröffentlicht
Mit dem Abschluss des INQA-Projekts „Pflege:Zeit – Organisationale Resilienz durch flexible Arbeitszeitgestaltung in der Pflege“ stehen nun die Ergebnisse der wissenschaftlichen Evaluation zur Verfügung. Untersucht wurde, wie Arbeitszeiten in der stationären Langzeitpflege so gestaltet werden können, dass sie lebensphasengerecht und bedürfnisorientiert sind, die Zufriedenheit der Mitarbeitenden steigern und zugleich die organisationale Resilienz der Einrichtungen stärken. Ziel war es, die Zuverlässigkeit, Transparenz und Flexibilität der Arbeitszeitgestaltung zu verbessern, Führung und Gesundheit als Stellschrauben für Resilienz zu nutzen und gleichzeitig die Versorgungsqualität sicherzustellen.
Im Praxispartner Altenheim Hardterbroich wurden drei offene Experimentierräume eingerichtet: 1. Mobiles Arbeiten, 2. Dienstplanung im Team und 3. Ausfallkonzepte. Ergänzend dazu fanden Workshops für Führungskräfte statt. Die externe Evaluation durch die DIP-GmbH untersuchte, ob sich die Zufriedenheit in Bezug auf Transparenz, Zuverlässigkeit und Flexibilität der Arbeitszeitgestaltung verändert und wie sich die organisationale Resilienz gemäß ISO-Norm 22316:2017 entwickelt. Hierfür wurden eine Basisbefragung (T0), eine Follow-Up-Befragung (T1) sowie drei begleitende Evaluationsworkshops durchgeführt.
Die Ergebnisse zeichnen ein positives Bild: Die meisten Indikatoren zur organisationalen Resilienz sowie die Zufriedenheitsfaktoren blieben auf hohem Niveau stabil, während sich vier Indikatoren sogar verbesserten. Im Ergebnisevaluationsworkshop bestätigten die Teilnehmenden diese Befunde, wiesen jedoch gleichzeitig auf bestehende Herausforderungen hin und betonten die Notwendigkeit, den begonnenen Weg konsequent fortzuführen.
„Partizipative Arbeitszeitgestaltung kann in der stationären Langzeitpflege funktionieren. Trotz zentraler Herausforderungen, z. B. vielfältiger Bedürfnisse bei der partizipativen Arbeitszeitgestaltung oder einer Vielzahl an heterogenen Sonderarbeitszeiten, blieben die Zufriedenheit und organisationale Resilienz stabil. Solche komplexen Maßnahmen können zunächst irritieren, insbesondere, wenn individuelle und kollektive Bedürfnisse sich nicht in Einklang bringen lassen, kann es mal „ruckeln“, so Johann-Moritz Hüsken, zuständig für die wissenschaftliche Evaluation bei der DIP-GmbH.
Insgesamt verdeutlicht das Projekt ein Spannungsfeld zwischen individueller Souveränität und kollektiver Solidarität. Flexible Arbeitszeitgestaltung verläuft nicht immer konfliktfrei, vor allem bei begrenzten Personalressourcen. Aus den gewonnenen Erkenntnissen lassen sich wertvolle Lehren ziehen: Die im Projekt entwickelten Konzepte und Erfahrungen sollten nun in weiteren Einrichtungen erprobt und kontinuierlich weiterentwickelt werden.
Das Verbundprojekt wurde von Juni 2023 bis Mai 2025 gemeinsam von der MA&T Sell & Partner GmbH, dem Institut Arbeit und Technik der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen (IAT) sowie der Sozial-Holding der Stadt Mönchengladbach durchgeführt. Die Dienstleistung, Innovation, Pflegeforschung GmbH (DIP) übernahm im Rahmen des Experimentierraum-Projektverbunds „Pflege:Zeit“ die externe Evaluation. Gefördert wurde das Projekt durch die Initiative INQA des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) und fachlich von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA begleitet). Weitere Details sind in der Abschlussveröffentlichung des Experimentierraum-Projektverbunds dokumentiert.
Die ausführliche Langfassung des Evaluationsberichts steht hier zum Download bereit:
Zur Pressemitteilung: https://www.dip.de/evaluationsbericht-zum-verbundprojekt-pflegezeit-veroeffentlicht/
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