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Neue Studie der Katholischen Hochschule Freiburg zeigt: Teilhabe im hohen Alter braucht digitale Zugänge

Digitale Medien eröffnen im Alter neue soziale Räume: Sie ermöglichen Senior:innen den Kontakt zu Familie, Freund:innen und Nachbarschaft, auch wenn Mobilität oder Wege eingeschränkt sind. Eine aktuelle Studie verdeutlicht, wie Smartphones und Tablets den Alltag bereichern und die gesellschaftliche Teilhabe älterer Menschen fördern.

Die Forschenden Tjard de Vries, Ines Himmelsbach und Michael Doh von der Katholischen Hochschule Freiburg untersuchten, wie ältere Menschen trotz eingeschränkter Mobilität und kleinerer Alltagsspielräume mit Familie, Freund:innen und Nachbarschaft in Kontakt bleiben. Ihr Beitrag „Die Relevanz digitaler Medien für Kommunikation und Teilhabe im höheren und hohen Alter in sozialräumlichen Kontexten“ erscheint 2025 im Sammelband „Forschen und Forschung in Kontexten des Alter(n)s – Ausblicke und Konsequenzen für die Soziale Arbeit“ (Verlag Barbara Budrich).

Smartphones als Brücke zur Welt

Die Studie macht deutlich, dass digitale Medien selbst im hohen Alter eine zentrale Bedeutung erlangen. Seniorinnen und Senioren im Alter von 77 bis 95 Jahren nutzen Smartphones und Tablets, um neue Formen der Kommunikation zu erschließen und räumliche Distanzen zu überbrücken. Auf diese Weise entstehen sogenannte „hybride Räume“, in denen soziale Nähe trotz physischer Entfernung aufrechterhalten werden kann. Eine 82-jährige Teilnehmerin bringt es im Interview auf den Punkt: „Ohne Handy oder Tablet würde mir viel fehlen.“

Smartphones und Tablets erlauben es älteren Menschen, soziale Kontakte aufrechtzuerhalten, Einsamkeit zu verringern und vertraute Rituale wie Geburtstagsfeiern oder gemeinsame Treffen ins Digitale zu verlagern. Auf diese Weise werden digitale Geräte zu einem festen Bestandteil des Alltags und zu unverzichtbaren Verbindungslinien, besonders in Zeiten, in denen persönliche Begegnungen nur eingeschränkt möglich sind.

Digitale Teilhabe als soziale Aufgabe

Die Forscher:innen machen deutlich, dass digitale Teilhabe mehr ist als nur Techniknutzung. Wer keinen Zugang zu Geräten, Internet oder entsprechender Unterstützung hat, läuft Gefahr, sozial isoliert zu werden. Das Forschungsteam sieht hier die Soziale Arbeit in einer zentralen Rolle: Sie kann digitale Inklusion fördern, etwa durch Technikberatung, gezielte Lernangebote und individuelle Begleitung.

„Digitale Medien können Brücken schlagen – zwischen Generationen, Lebenswelten und Räumen. Die Soziale Arbeit hat das Potenzial, diese Brücken zu bauen“, so de Vries, Himmelsbach und Doh.

Neue Wege für Forschung und Praxis

Methodisch nutzt die Studie eine Kombination aus subjektiven Landkarten und problemzentrierten Interviews. Dieser Ansatz ermöglicht es, die persönlichen Lebenswelten älterer Menschen sichtbar zu machen und ihre Sichtweisen auf Teilhabe und Lebensqualität detailliert nachzuvollziehen. 

Die Forschenden verstehen die Methode zudem als praxisorientiertes Instrument: Fachkräfte der Sozialen Arbeit können damit gemeinsam mit Seniorinnen und Senioren über vorhandene Ressourcen, individuelle Bedürfnisse und soziale Netzwerke ins Gespräch kommen.

Fazit: Digitalität verändert das Alter(n)

Die Freiburger Studie verdeutlicht, dass digitale Medien weit über reine Technikfunktionen hinausgehen: Sie eröffnen soziale Räume, fördern den Austausch und stärken die Selbstbestimmung älterer Menschen. Damit liefert die Forschung einen wertvollen Beitrag zum Verständnis des Alterns in einer digitalisierten Gesellschaft und unterstreicht gleichzeitig die zentrale Rolle der Sozialen Arbeit, digitale Teilhabe als Ausdruck sozialer Gerechtigkeit zu verankern.

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