Foto: Pflegekraft bedient mittels Tablet das digitale Pflegebett. (c) BHS Pflege / Alek Kawka
Telemedizin und Hightech-Betten: Barmherzige Schwestern Pflege & Wohnen testen digitale Pflegehilfen
Die Altersversorgung steht vor großen Herausforderungen: Der Pflegebedarf wächst, während Fachkräfte knapp sind. Umso wichtiger ist es, neue Wege zu gehen und den Pflegealltag durch digitale Lösungen zu erleichtern. Die Barmherzigen Schwestern Pflege & Wohnen, ein Unternehmen der Courage Gruppe, testen derzeit innovative Projekte, um Technik sinnvoll in den Pflegealltag zu integrieren. Das Ziel ist, das Pflegepersonal zu entlasten und mehr Zeit für Menschlichkeit und echte Fürsorge zu schaffen.
Bei der Einführung digitaler Innovationen setzt das Unternehmen auf einen praktischen Ansatz: Jede neue Technologie wird zunächst gründlich getestet, um sicherzustellen, dass sie im Pflegealltag tatsächlich einen Mehrwert bietet. Nur wenn eine Lösung während dieser Testphase konkrete Vorteile zeigt – mehr Komfort für die Bewohner*innen, Entlastung der Pflegekräfte und effizientere Pflegeprozesse – wird sie dauerhaft in den Pflegealltag integriert.
Telemedizin für Hospiz-Bewohner*innen
Ein weiterer Schritt in die Zukunft der Pflege ist die Einführung der Televisite im Hospiz St. Katharina. Dort wird eine telemedizinische Sprechstunde mit den betreuenden Ärzten möglich, bei der das System „Docs in Clouds“ direkt mit der digitalen Pflegedokumentation verknüpft ist. So können Untersuchungen wie Blutzuckermessungen, EKGs oder der Einsatz eines digitalen Stethoskops unkompliziert mit telemedizinischer Rücksprache durchgeführt werden. Das verbessert die medizinische Versorgung der Hospiz-Bewohner*innen und entlastet gleichzeitig das Pflegepersonal.
Hightech im Pflegehaus: Digitales Pflegebett im Test
Im Pflegehaus St. Louise wird aktuell ein digitales Pflegebett eingesetzt, das den Pflegeprozess effizienter gestalten und den Komfort der Bewohnerinnen – insbesondere der immobilen – erhöhen soll. Das innovative Bett bietet zahlreiche smarte Funktionen: Eine integrierte Waage mit täglichem BMI-Check ermöglicht kontinuierliche Gesundheitsüberwachung, ein Frühwarnsystem beim Bettausstieg alarmiert frühzeitig das Pflegepersonal, und Feuchtigkeitssensoren sowie die ergonomische Liegefläche helfen, Dekubitus vorzubeugen und das Wohlbefinden der Bewohnerinnen zu steigern. Die Technologie ist in die bestehenden Systeme integriert, sodass das Pflege-Team präziser und sicherer arbeiten kann. Das Bett wird derzeit intensiv getestet, um die Pflege schrittweise in die digitale Zukunft zu führen.
Digitale Pflegedokumentation – Einfacher, schneller, effizienter
Mit der digitalen Pflegedokumentation auf dem Smartphone gehen die Pflegehäuser St. Katharina und St. Louise einen weiteren Schritt in Richtung papierloser und effizienter Pflege. Pflegekräfte tragen Daten direkt während der Pflegetätigkeit auf ihren Smartphones ein, was administrativen Aufwand reduziert, Dokumentationen beschleunigt und flexibles Arbeiten ermöglicht. Das Pflegepersonal hat sofortigen Zugriff auf alle relevanten Informationen, wovon sowohl Mitarbeitende als auch Bewohnende profitieren, da so mehr Zeit für die individuelle Betreuung bleibt.
Digitale Erlebniswelt im „Seniorenwohnen“
Die Bewohner*innen im Seniorenwohnen St. Louise testen aktuell einen digitalen Aktivtisch, der zum Spielen, Malen, Puzzeln, Rätseln und Entspannen einlädt. Das Board bietet zahlreiche Funktionen und wird von den Senior*innen begeistert genutzt – für jede und jeden ist etwas dabei. Digitale Angebote wie der Aktivtisch regen die geistige Aktivität an, trainieren Reflexe und stärken das Gemeinschaftsgefühl. Gemeinsames Rätseln und Spielen bringt Abwechslung und Freude in den Alltag.
Ein Blick auf die Zukunft – Es braucht mehr als nur Technik
Digitale Innovationen sind ein zentraler Schlüssel für eine moderne Pflege, doch ihr volles Potenzial entfaltet sich nur, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Gefragt sind neue Berufsfelder im Pflegebereich: Neben den Pflegekräften, die sich auf die individuelle Betreuung konzentrieren, braucht es Spezialist*innen, die als „Übersetzer*innen“ zwischen Technik und Pflege fungieren. Sie begleiten die Integration digitaler Lösungen und sorgen dafür, dass Technologie stets den Bedürfnissen der zu pflegenden Menschen entspricht.
Die Politik ist aufgerufen, jetzt aktiv zu handeln, den Weg für diese neuen Berufsfelder zu ebnen, sie zu fördern und auszubauen. Das Ziel ist eine Pflegezukunft, die nicht nur effizient, sondern vor allem menschlich ist – in der Technik nicht nur ein Werkzeug, sondern ein echter Partner für die Pflege wird.

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