Foto: Das Gebäude des Bundesrates © Bundesrat
Bundesrat bremst Pflegekompetenzgesetz
Der Bundesrat hat das Gesetz zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege an den Vermittlungsausschuss überwiesen. Anlass ist eine im Bundestag ergänzte Regelung zur Krankenhausfinanzierung, die nach Einschätzung der Länder zu erheblichen Mindereinnahmen führen könnte.
Die umstrittene Regelung sieht vor, die sogenannte Meistbegünstigungsklausel bei der Vergütung von Krankenhäusern für das Jahr 2026 auszusetzen. Die Länder warnen vor einem Verlust von rund 1,8 Milliarden Euro für die Kliniken und kritisieren die Maßnahme als problematisch im Zusammenhang mit der einmaligen Bundesunterstützung zur Inflationskompensation.
Im Kern des Gesetzes stehen jedoch Maßnahmen zur Stärkung der Pflege. Es soll Pflegefachpersonen ermöglichen, mehr medizinische Aufgaben eigenständig zu übernehmen, die Antragstellung für Pflegeleistungen vereinfachen und die Versorgung in gemeinschaftlichen Wohnformen verbessern. Ziel ist es, die Arbeitsbelastung zu verteilen, die Versorgung im ländlichen Raum zu sichern und den Pflegeberuf attraktiver zu gestalten.
Der Vermittlungsausschuss, ein gemeinsames Gremium von Bundestag und Bundesrat, wird nun über mögliche Änderungen beraten. Der genaue Zeitpunkt der Sitzung steht derzeit noch nicht fest.
Darüber hinaus fordert der Bundesrat Maßnahmen zum Schutz des Pflege- und Krankenhauspersonals vor Gewalt, darunter Schulungen, bauliche Anpassungen und Förderprogramme. Außerdem wird eine Überarbeitung der Vergütungssysteme der Krankenhäuser sowie eine stärkere Förderung der sektorenübergreifenden Versorgung gefordert.
Zur Pressemitteilung: https://www.bundesrat.de/SharedDocs/texte/va/25/20251121-pflegekompetenzgesetz.html

Ihr Update für die
Pflegefroschung
Vertiefen Sie Ihr Fachwissen mit einem Abo der Zeitschrift Pflegewissenschaft: aktuelle Forschung, praxisrelevante Erkenntnisse und Online-Zugang zum kompletten Archiv seit der ersten Ausgabe.
Neue DFPP-Praxisempfehlung unterstützt psychiatrische Pflege bei Suizidprävention
Suizidalität bleibt eine der größten und zugleich stark tabuisierten Herausforderungen in der psychiatrischen Versorgung. Pflegefachpersonen stehen hierbei in direktem und kontinuierlichem Kontakt mit...DPR mahnt anlässlich der Landtagswahlen: Pflege braucht berufsständische Selbstverwaltung
In Deutschland basiert das Gesundheitswesen auf Selbstverwaltungsstrukturen, schließt jedoch die Pflegeprofession von entscheidenden Mitwirkungsprozessen aus. Dies stellt einen strukturellen Mangel da...Modellprojekt „Familienkonferenz Pflege“ stärkt häusliche Versorgung in Sachsen-Anhalt
Mit etwa 1,42 Millionen Euro unterstützen das Sachsen-Anhalt und die Pflegekassen ein Modellprojekt, das darauf abzielt, die häusliche Pflege pflegebedürftiger Menschen langfristig zu stärken und zugl...DPR legt 9 Leitlinien zur Zukunft der Langzeitpflege vor
Die Langzeitpflege in Deutschland befindet sich in einer strukturellen Notlage. Der Unterstützungsbedarf wächst in hohem Tempo, während es zugleich an qualifizierten Pflegefachpersonen mangelt. An- un...
