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Bundesregierung unterzeichnet Absichtserklärung zur Pflegekräftegewinnung mit Indien

Im Rahmen des Besuchs des Bundeskanzlers in Indien haben Deutschland und Indien eine gemeinsame Verständigung über verbindliche Standards zur Anwerbung von Pflegefachkräften erzielt. Grundlage ist eine Absichtserklärung, die zwischen dem Bundesministerium für Gesundheit und dem indischen Gesundheitsministerium ausgehandelt wurde.

In der gemeinsamen Absichtserklärung bekennen sich beide Länder dazu, internationale Leitlinien für eine faire Anwerbung von Pflegefachpersonen konsequent zu unterstützen. Orientierung bietet dabei unter anderem das Gütesiegel „Faire Anwerbung Pflege Deutschland“, das transparente, nachhaltige und für die Bewerberinnen und Bewerber kostenfreie Rekrutierungsverfahren vorsieht. Darüber hinaus vereinbarten Indien und Deutschland den Aufbau sogenannter Global Skills Partnerships (GSP). In diesen Partnerschaften sollen angehende Pflegefachpersonen nach abgestimmten deutschen und indischen Qualifikationsanforderungen ausgebildet werden. Grundlage dafür sind jeweils konkrete bilaterale Vereinbarungen.

„Mit der Absichtserklärung mit Indien konnten wir uns mit dem bevölkerungsreichsten Land der Welt auf gemeinsame Empfehlungen zur Fachkräftesicherung von qualifizierten Pflegekräften aus Drittstaaten einigen. Durch die angestrebte Etablierung gemeinsamer Standards bei der Ausbildung in Indien können langwierige und bürokratische Anerkennungsverfahren in Zukunft vermieden und gut ausgebildete Fachkräfte schneller in den deutschen Arbeitsmarkt integriert werden. Das stärkt die Fachkräftesicherung bei uns und fördert gleichzeitig die Ausbildung vor Ort. Zugleich stärken wir dadurch die bilateralen Beziehungen zu unserem Partner Indien.“, sagt Bundesgesundheitsministerin Nina Warken.

Global Skills Partnership (GSP)

Mit den Global Skills Partnerships (GSP) des Bundesministeriums für Gesundheit soll im jeweiligen Herkunftsland eine pflegefachliche Ausbildung aufgebaut werden, die sowohl den nationalen Ausbildungsstandards als auch den Qualifikationsanforderungen für Pflegefachpersonen in Deutschland entspricht. Dafür arbeiten deutsche Universitätskliniken oder Pflegeeinrichtungen mit ausländischen Bildungseinrichtungen zusammen. Gemeinsam passen sie die Curricula an, orientiert an den Mustergutachten der Gutachtenstelle für Gesundheitsberufe (GfG). Die Ausbildung wird dabei gezielt um Inhalte ergänzt, die für die Tätigkeit in Deutschland relevant sind – insbesondere mit Blick auf die ambulante sowie die stationäre Langzeitpflege.

Begleitend zur Ausbildung erhalten die angehenden Pflegefachpersonen sowohl allgemeinen als auch fachsprachlichen Deutschunterricht bis zum international anerkannten Sprachniveau B2. Ergänzend werden interkulturelle Schulungen angeboten, die gezielt auf das Leben und Arbeiten in Deutschland vorbereiten. Durch diese strukturierte Ausbildung können aufwendige und zeitintensive Anerkennungsverfahren für Berufsabschlüsse aus Drittstaaten entfallen. Für die Auszubildenden entstehen dabei keinerlei zusätzliche Kosten.

Bei den Global Skills Partnerships (GSP) werden keine bereits ausgebildeten Pflegefachkräfte abgeworben. Stattdessen setzen die Partnerschaften direkt bei der Ausbildung an und ermöglichen so eine Steigerung der Ausbildungskapazitäten. Ziel ist, insgesamt mehr qualifizierte Pflegefachpersonen auszubilden, die sowohl dem deutschen Gesundheitssystem als auch den Partnerländern zur Verfügung stehen.

Die GSP fördern zugleich den Wissenstransfer und die gezielte Weiterentwicklung der pflegerischen Versorgung in den Partnerländern. Durch die Integration spezifischer Ausbildungsinhalte in die lokalen Curricula profitieren die Partnerländer insbesondere von Deutschlands langjähriger Expertise in der ambulanten und stationären Langzeitpflege, insbesondere für multimorbide Personen mit Pflegebedarf.

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