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Frankfurt UAS startet hochschulischen Anpassungslehrgang für internationale Pflegefachkräfte
Internationale Pflegefachkräfte, im internationalen Diskurs auch als CALD-Nurses bezeichnet, bringen häufig eine akademische Ausbildung und umfangreiche berufliche Erfahrung mit. In Deutschland werden ihre Abschlüsse jedoch häufig nicht ohne Weiteres anerkannt. Je nach Feststellungsbescheid des Hessischen Landesamtes für Pflege und Gesundheit ist für die Berufszulassung ein Anpassungslehrgang erforderlich – bislang ausschließlich an Pflegefachschulen, was nicht immer den bisherigen Qualifikationen der Fachkräfte entspricht.
Die Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) reagiert darauf mit einem neuen hochschulischen Anpassungslehrgang, der im April 2026 startet. Dieser Lehrgang orientiert sich an den Bildungs- und Qualifikationswegen der Teilnehmenden: Die Absolvent*innen erhalten sowohl die berufliche Anerkennung als auch ein Hochschulzertifikat, das den Zugang zu weiteren akademischen Qualifikationen ermöglicht.
Das Programm wird im Rahmen des Projekts „Innovative Pflegequalifizierung: Anpassungsweiterbildung mit Hochschulzertifikat an der Frankfurt UAS“ entwickelt. Träger sind Projektmitarbeiter*innen der Frankfurter Akademie für Weiterbildung und Personalentwicklung (WAkE) in Kooperation mit dem Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit. Gefördert wird das Vorhaben durch die Europäische Union und das Land Hessen.
Pilotphase und Infotermine
Der kostenfreie Pilotdurchlauf beginnt im April 2026. Am 28. Januar findet der nächste Online-Infotermin statt. Weitere Informationen unter: https://www.kompetenzcampus.de/pflege-anerkennung
Gesellschaftliche Relevanz
Mit dem Projekt setzt die Frankfurt UAS gezielt an den Herausforderungen des Fachkräftemangels im Gesundheitswesen an: Die vorhandenen Kompetenzen internationaler Pflegefachkräfte werden aktiviert und gleichzeitig die Qualität der pflegerischen Versorgung gestärkt. CALD-Nurses übernehmen dabei eine zentrale Rolle als Brückenbauerinnen: Ihre sprachliche und kulturelle Vielfalt ermöglicht eine patientinnenzentrierte und interkulturell kompetente Pflege.
Darüber hinaus bringen sie wertvolle Erfahrungen aus akademisch stärker entwickelten Pflegekontexten ihrer Herkunftsländer mit. In vielen Ländern ist die Pflege bereits evidenzbasiert und akademisch fundiert verankert. Diese Expertise fließt in die Professionalisierung, Qualitätsentwicklung und die Verbreitung evidenzbasierter Pflegepraxis in Deutschland ein, wo die Akademisierung der Pflege historisch langsamer verlief.
Auf diese Weise leisten CALD-Nurses einen nachhaltigen Beitrag zur Weiterentwicklung der Pflege als Profession, fördern Integration und Teilhabe und tragen zur langfristigen Stabilisierung des Gesundheitssystems bei.
Das Projekt nimmt gezielt die Herausforderungen in den Blick, denen CALD-Nurses während des Integrationsprozesses begegnen. In enger Kooperation mit Arbeitgeber*innen und Multiplikator*innen im Anerkennungsverfahren erhalten die Teilnehmenden der hochschulischen Anpassungsqualifizierung nicht nur fachliche Vorbereitung, sondern auch intensiv eingebettete Sprachförderung sowie Unterstützung beim Einstieg in den deutschen Alltag.
Auf diese Weise wird sowohl die berufliche als auch die soziale Integration gefördert, wodurch die Teilnehmenden effektiv auf eine erfolgreiche Pflegekarriere vorbereitet werden und zugleich langfristig zur gesellschaftlichen Teilhabe in Deutschland befähigt werden.
Ein Modell für die Zukunft
Das Projekt ist zudem als Modell für zukünftige Anpassungsqualifizierungen in reglementierten Berufen konzipiert. Nach Abschluss des Projekts soll die Maßnahme AZAV-zertifiziert und damit für Fördermittel der Bundesagentur für Arbeit zugänglich sein. Mit dieser Zertifizierung öffnet die Frankfurt UAS als eine der ersten Hochschulen ihre Weiterbildungsangebote für eine noch breitere Teilnehmendengruppe.
Kontakt:
Frankfurt University of Applied Sciences, Fachbereich 4: Soziale Arbeit und Gesundheit, Prof. Dr. Klaus Müller, fachliche Projektleitung, E-Mail:
WAkE – Frankfurter Akademie für Weiterbildung und Personalentwicklung, Oda Vogel, E-Mail:
Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. Klaus Müller, fachliche Projektleitung, E-Mail:

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