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Entlastung für pflegende Angehörige schaffen: Projekt „HiS“ am Bayerischen Zentrum Pflege Digital gestartet

Wie können pflegende Angehörige gezielt unterstützt werden? Dieser Frage widmet sich das Projekt „HiS – Hilfe in Sicht“ am BZPD – Bayerisches Zentrum Pflege Digital der Hochschule Kempten. Mit einer Förderung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie in Höhe von rund 126.893 Euro wird gemeinsam mit Partnern ein Versorgungsprogramm entwickelt, das Angehörige beim Aufbau und der Organisation eines unterstützenden Pflegenetzwerks begleitet. Die Umsetzung erfolgt in der Modellregion Kinzigtal im Schwarzwald und ist zunächst auf rund zwei Jahre angelegt.

Hohe Belastung für pflegende Angehörige

Die Familie ist eine der zentralen Stützen bei Krankheit und Pflege – doch die Belastung für pflegende Angehörige ist hoch: Rund die Hälfte der Hauptpflegepersonen leidet unter psychischen Problemen, fast drei Viertel unter körperlichen Beschwerden. Gleichzeitig sinkt durch die zunehmende Erwerbstätigkeit von Familienmitgliedern und größere räumliche Distanzen das Potenzial für eine rein familiäre Versorgung. Genau hier setzt das Projekt HiS am BZPD der Hochschule Kempten an.

Versorgungsprogramm unterstützt beim Aufbau von Netzwerken

Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines Versorgungsprogramms, das Angehörige aktiv beim Aufbau und der Koordination eines unterstützenden Pflegenetzwerks stärkt. Gemeinsam mit den Partnern Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation sowie der Gesundes Kinzigtal GmbH wird das Programm in der Modellregion Kinzigtal im Schwarzwald umgesetzt – in enger Kooperation mit Hausärztinnen und Hausärzten sowie Gesundheitslotsinnen und Gesundheitslotsen, um eine praxisnahe und wirksame Unterstützung sicherzustellen.

HiS begleitet pflegende An- und Zugehörige auf ihrer individuellen „Pflegendenreise“ und bietet gezielte Unterstützung bei zentralen Herausforderungen – etwa beim Aufbau des Pflegenetzwerks, der Koordination von Aufgaben oder der Anpassung an Veränderungen in der Pflegesituation.

„Ein stabiles und ressourcenreiches Netzwerk aus privaten und professionellen Unterstützenden ist sehr wichtig für die Entlastung von pflegenden Angehörigen. Wir entwickeln in diesem Projekt deshalb neue Möglichkeiten und Methoden, wie um solche Pflegearrangements gemeinsam mit Angehörigen erfasst und gezielt auf ihr Entlastungspotenzial hin analysiert werden können. Im nächsten Schritt soll das auch mit digitalen Tools möglich werden“, informiert Projektleiter Tobias Wörle.

Wissenschaftliche Begleitung und langfristige Entlastung

Die Entwicklung und Wirksamkeit des Versorgungsprogramms werden wissenschaftlich begleitet und evaluiert. Ziel ist es, die psychische und physische Belastung pflegender Angehöriger langfristig zu reduzieren und stabile Unterstützungsstrukturen aufzubauen.
HiS läuft bis Herbst 2027 und nutzt die ländlich geprägte Modellregion Kinzigtal, die für ihre integrierte Pflege- und Gesundheitsversorgung bekannt ist. Interessierte können sich vor Ort über Hausärztinnen und Hausärzte informieren.

Über das BZPD – Bayerisches Zentrum Pflege Digital: Das BZPD – Bayerisches Zentrum Pflege Digital ist ein Forschungsinstitut der Hochschule Kempten. Mitarbeiter in interdisziplinär besetzten Arbeitsbereichen forschen zu den Zukunftsfragen und Problemstellungen der pflegerischen Versorgung im digitalen Wandel, die im häuslichen Umfeld und im kommunalen Sozialraum zu bewältigen sind. Das BZPD berät Politik und Gesellschaft, soziale Träger und Industrie mit dem Ziel, die Pflege von älteren Menschen unter Nutzung digitaler Möglichkeiten neu zu gestalten. http://www.hs-kempten.de/bzpd

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