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Gabriele Wilz, Klaus Pfeiffer

Zu Hause pflegen
Psychologische Unterstützung und Entlastung für pflegende Angehörige

Hogrefe Verlag, Göttingen 2026, 121 Seiten, 12,95 €, ISBN 978-3-8017-3086-4 

Die Veröffentlichung ist als Ratgeber konzipiert, der sich in erster Linie an pflegende An- und Zugehörige wendet. Sie sollen dabei unterstützt werden, einen hilfreichen Umgang mit belastenden Gefühlen und Gedanken in ihrer Versorgungstätigkeit zu finden.

Autoren des Buches sind zwei in der psychotherapeutischen Versorgung tätige Personen: Frau Rof. Dr. Gabriele Wilz ist Professorin für Klinisch-Psychologische Intervention an der Friedrich Schiller Universität Jena, Dr. Klausa Pfeiffer als Diplompsychologe in der Abteilung für Geriatrie am Robert Bosch Krankenhaus Stuttgart. Die inhaltliche Gestaltung basiert auf Erfahrungen, die die Autorinnen in ihr Tätigkeit in Weiterbildungskursen und Projekten zur Situation von pflegenden Angehörigen gewonnen haben.

Das Buch gliedert sich in acht Kapitel: In den ersten drei werden allgemeine Grundlagen zur Thematik erläutert, bevor allgemeine und spezifische Belastungssituation und deren Bewältigung in der häuslichen Versorgung eingegangen wird. Nicht thematisiert wird die körperliche Versorgung von Pflegebedürftigen. 

Pflegende Angehörige bilden das Fundament des deutschen Pflegesystems: 4,9 Millionen Pflegebedürftige werden zuhause durch 7.1 Millionen An- und Zugehörige versorgt (Destatis 2023), für die sich der bisherige Lebensalltag durch unterschiedliche Herausforderungen gravierend verändert.

Behandelt werden Themen wie z.B. der Umgang mit Menschen mit Demenz, Lösungen für herausfordernde Situationen, Umgang mit Wut und Ärger, Erschöpfung, positive Erlebnisse finden, Selbstfürsorge, Stressbewältigung sowie Abschied, Tod und Trauer. Zu den einzelnen Themen finden sich Fallbeispiele, Hinweise zur Umgehensweise und Links zu weiterführenden Informationen und Hilfsangeboten in den Kästen mit der Bezeichnung „Pflegecoach“. Durch die übersichtliche Gestaltung, die Veranschaulichung durch einfache Grafiken und Tabellen sind die Inhalte gerade auch für pflegerische „Laien“ sehr gut nachvollziehbar.

Im abschließenden Kapitel „Beratung und Unterstützung“ vermitteln die Autor/innen neben rechtlichem und krankheitsbezogenem Wissen, vor allem aber auch Informationen zu Hilfen, die im Quartier oder der Gemeinde zur Verfügung stehen, z. B. Pflege- und Wohnraumberatung, Pflegekurse, Hospiz- und Palliativversorgung, Hauswirtschaftliche Hilfen, Heil- und Hilfsmittel, digitale Assistenzsysteme, Tages-, Nacht- und Kurzzeitpflege, Vollmachten.

Im Anhang sind in knapper Form die verwendete und weiterführende Literatur bibliografiert. Auch zwei wichtige Internetlinks werden hier noch einmal erläutert. Sinnvoll wäre es gewesen, hier noch einmal alle Internetverweise, die in den einzelnen Kapiteln genutzt werden, zusammenzustellen.

Der Ratgeber besticht durch seine Fülle sehr gut aufgearbeiteter und aufbereiteter Informationen zum Umgang mit herausfordernden Pflegesituationen, die eine hohe Relevanz für pflegende An- und Zugehörige haben. Aber auch für Menschen, die in beruflichen Beziehungen stehen zu Pflegebedürftigen – pflegerische, ärztliche und psychologische Fachpersonen finden hier ein Nachschlagewerk, das in knapper Form Hinweise zu herausfordernden Begegnungen und Beratungs- und Unterstützungsangeboten bietet.

Eine Rezension von Heinrich Recken (B.A.)

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