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DPR fordert Stärkung der beruflichen Selbstverwaltung in der Pflege

Der Deutsche Pflegerat (DPR) spricht sich dafür aus, in allen Bundesländern eigenständige Selbstverwaltungsstrukturen der Pflege konsequent aufzubauen, weiterzuentwickeln und dauerhaft zu unterstützen – insbesondere in Form von Pflegekammern. Aus Sicht des DPR braucht die Profession Pflege verbindliche Mitentscheidungsrechte, um ihren Versorgungsauftrag im Gesundheitssystem wirksam wahrnehmen und ihre pflegefachliche Verantwortung einbringen zu können. Pflege sei kein Randbereich, sondern ein zentraler Faktor für eine bedarfsgerechte, zukunftsorientierte Versorgung.

„Jetzt wäre es der falsche Weg, berufliche Selbstverwaltungsstrukturen der Pflege infrage zu stellen. Richtig ist das Gegenteil: Wir müssen sie stärken, ausbauen und politisch verlässlich absichern“, sagt Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats. „Wer Versorgung der Zukunft sichern will, muss der Profession Pflege im Selbstverwaltungssystem endlich Verantwortung geben – das geht nicht ohne eigene Strukturen. Ohne eine starke Rolle der Pflege entwickeln wir pflegerische Expertise nicht weiter. Dann bleibt die Versorgung in den Strukturen von gestern stecken.“

Nach Auffassung des DPR geht es bei der beruflichen Selbstverwaltung nicht um einen Selbstzweck, sondern um die Qualität und Wirksamkeit der Versorgung. Sie schaffe die Voraussetzung dafür, dass pflegefachliches Wissen dort eingebracht werde, wo über Qualität, Kompetenzen, Berufsordnung und Zukunftsfragen entschieden wird. Zugleich mache sie die Pflegeprofession sichtbar, ansprechbar und handlungsfähig. Ohne solche Strukturen bleibe Pflege auf Einzelstimmen, zeitlich begrenzte Projekte oder punktuelle Beteiligung angewiesen. Für einen Heilberuf mit zentraler Bedeutung für die Versorgung der Bevölkerung reiche das nicht aus.

Der Deutsche Pflegerat warnt davor, dass Pflege ohne eigene Strukturen weiterhin fremdbestimmt bleibt. Das Gesundheitswesen stehe unter erheblichem Druck, während gleichzeitig zentrale Fragen zur Primärversorgung, zum Pflegebudget, zur Personalbemessung, zu Handlungsspielräumen und zur künftigen Rolle der Profession verhandelt würden. In dieser Situation müsse die berufliche Pflege gestärkt werden. Ohne verbindliche Selbstverwaltung drohe ihr strukturelle Ohnmacht: Sie trage täglich Verantwortung für Qualität und Sicherheit der pflegerischen Versorgung, könne diese Verantwortung aber bislang zu selten in Entscheidungen einbringen.

„Die Zukunft der Pflege darf nicht über die berufliche Pflege hinweg gestaltet werden. Die Fremdbestimmung muss endlich ein Ende haben“, mahnt Vogler. „Wer täglich Verantwortung übernimmt, muss auch mitentscheiden können. Pflege muss mitentscheiden dürfen, wenn geklärt wird, welche Kompetenzen künftig gebraucht werden, wie Aufgaben neu verteilt werden und wie sich der Beruf weiterentwickelt. Das darf nicht allein nach Kassenlage oder politischer Stimmung entschieden werden.“

Aus Sicht des DPR bündelt die berufliche Selbstverwaltung die Stimme der Profession und macht pflegefachliche Erfahrung im Gesundheitswesen verbindlich sichtbar. Fehle diese Form der Organisation, bleibe der Heilberuf Pflege in Deutschland in zentralen Zukunftsfragen strukturell abhängig und damit nur eingeschränkt handlungsfähig. Angesichts des demografischen Wandels, der digitalen Transformation und KI-gestützter Versorgung sei das ein erhebliches Risiko. Wenn pflegerische Expertise nicht verbindlich in die Steuerung des Gesundheitswesens eingebunden werde, entstünden Versorgungsstrukturen ohne pflegerisches Qualitäts-, Sicherheits- und Verantwortungswissen.

Der Deutsche Pflegerat ruft daher die Länder auf, berufliche Selbstverwaltungsstrukturen der Pflege entschlossen voranzutreiben und bestehende Strukturen politisch wie finanziell dauerhaft zu sichern. Erforderlich seien verlässliche Rahmenbedingungen, klare Zuständigkeiten und ein Umfeld, das die Eigenständigkeit der Profession stärkt.

Zugleich richtet der DPR einen Appell an die eigene Berufsgruppe, berufliche Selbstverwaltung aktiv zu unterstützen und mitzugestalten. Sie lebe von den beruflich Pflegenden selbst – von ihrer Erfahrung, ihrer fachlichen Kompetenz und ihrer Bereitschaft, Verantwortung für die Entwicklung der Profession zu übernehmen.

„Berufliche Selbstverwaltung ist Ausdruck beruflicher Mündigkeit“, sagt Vogler. „Sie schafft die berufliche Verankerung, die Pflege braucht, um ihre Profession weiterzuentwickeln und bessere Arbeitsbedingungen möglich zu machen. Pflege muss sich ihrer eigenen Stärke bewusst werden: Wer Verantwortung im System will, muss sie auch innerhalb der eigenen Profession gemeinsam tragen.“

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