Foto: Die Preisträger*innen des Pflegepreis 2026: Jessica Ann Kremer (Kategorie „Newcomer“) und Andreas Fuhrmann (Kategorie „Politische Haltung“). Credit: Daniel Koebe
Pflegepreis 2026: Pflegekammer NRW würdigt Engagement, Haltung und Innovation
Die Pflegekammer Nordrhein-Westfalen hat am 12. Mai 2026 im Maritim Hotel Düsseldorf die Gewinnerinnen und Gewinner des Pflegepreises 2026 geehrt. Gewürdigt wurden dabei Leistungen in den Bereichen pflegepolitisches Engagement, berufliche Entwicklung, gesellschaftliche Haltung und innovative Ideen aus der Praxis.
In der Kategorie „Politische Haltung“ ging der erste Platz an Andreas Fuhrmann. Er gründete im Kreis Höxter den Verein „Jung & Alt – ambulante soziale Hilfen e.V.“, der sich für eine ganzheitliche und selbstbestimmte Pflege einsetzt. Das Angebot umfasst ambulante Pflege, Tagespflege, Betreuungsdienste und soziale Hilfen mit dem Ziel, Menschen ein würdevolles Leben in ihrem häuslichen Umfeld zu ermöglichen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Bezugspflege, bei der feste Pflegefachpersonen Patientinnen und Patienten kontinuierlich begleiten. Zugleich setzt der Verein auf familienfreundliche Dienstpläne, Fortbildungen und tarifliche Vergütung. Nach Einschätzung der Pflegekammer NRW zeigt Andreas Fuhrmann mit diesem Ansatz, wie sich Versorgungsqualität, Mitbestimmung und pflegepolitisches Engagement verbinden lassen.
Den zweiten Platz erhielt Petra Krause aus Bielefeld. Als Pflegedirektorin am Evangelischen Klinikum Bethel und Krankenhaus Mara sowie als Leiterin der Gesundheitsakademie engagiert sie sich für Spezialisierungsweiterbildungen und die Förderung beruflicher Entwicklung in der Pflege. Darüber hinaus setzt sie sich gegen Extremismus, Rassismus und Diskriminierung ein und gehört zu den Mitgründerinnen von „Pflege gegen Rechts“. Ihr Engagement stärkt aus Sicht der Pflegekammer sowohl die Praxisqualität als auch die Bereitschaft von Pflegenden, Verantwortung zu übernehmen und sich öffentlich einzubringen.
Auf den dritten Platz wurde Wolfgang Pasch aus Düsseldorf gewählt. An der Fliedner Fachhochschule gestaltet er Studiengänge im Bereich Pflege und Gesundheit mit. Neben fachlichen Inhalten vermittelt er dort auch professionelles Selbstverständnis und die Bedeutung von Verantwortung und Haltung in gesellschaftlichen Debatten. Damit steht er exemplarisch für eine Pflege, die sich fachlich und gesellschaftlich positioniert.
In der Kategorie „Newcomer“ wurde Jessica Ann Kremer ausgezeichnet. Die Auszubildende bei der Caritas in Hamm entwickelte ein Ampelsystem für Bewohnerinnen- und Bewohnerzimmer, das Informationen zur Palliativversorgung, zu Patientenverfügungen und zu Notfallkontakten auf einen Blick sichtbar macht. Nach Einschätzung der Pflegekammer erhöht dieser Ansatz die Sicherheit in der Versorgung und zeigt, dass junge Pflegefachpersonen bereits in der Ausbildung wichtige Impulse setzen können.
Begleitet wurde die Preisverleihung von NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann. Er würdigte die Ausgezeichneten mit den Worten: „Die Preisträgerinnen und Preisträger haben auf verschiedene Art bewiesen, dass sie eine Haltung haben und Verantwortung übernehmen: Für sich, die Kolleginnen und Kollegen sowie die Patientinnen und Patienten. Sie geben der Pflege ein Gesicht. Ich danke Ihnen für Ihr Engagement und Ihre Ideen, mit denen Sie die Pflege bereichern und gratuliere Ihnen ganz herzlich!“
Sandra Postel, Präsidentin der Pflegekammer NRW, betonte: „Wir feiern heute Menschen, die ihre Arbeit mit Leidenschaft leben und die Pflege aktiv mitgestalten. Ihr Handeln inspiriert Kolleg*innen, stärkt den Berufsstand und zeigt, wie Pflege zukunftsfähig gestaltet wird.“
Neben den Preisverleihungen wurden auch die ehrenamtlich Engagierten der Pflegekammer NRW für ihren kontinuierlichen Einsatz gewürdigt. In einer Keynote unter dem Titel „Politische Haltung entwickeln“ beleuchtete Kathi Heffe von HateAid unterschiedliche Formen digitaler Gewalt und die damit verbundenen Herausforderungen. Dabei ging es auch um Handlungsmöglichkeiten, hilfreiche Strategien und Unterstützungsangebote. Die zentrale Botschaft lautete, dass jede Stimme zählt und gezielt für das Gemeinwohl eingesetzt werden kann.

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