Luzerner Kantonsspital revolutioniert Dienstplanung durch Künstliche Intelligenz

Standort LUKS LuzernDas Luzerner Kantonsspital (LUKS) markiert einen wichtigen Meilenstein in der digitalen Transformation des Gesundheitswesens in der Schweiz durch die Einführung einer durch künstliche Intelligenz (KI) gestützten automatisierten Dienstplanung für Schichtarbeit. Als eines der ersten Spitäler im Lande setzt das LUKS damit neue Standards in der Effizienz der Arbeitsorganisation. Ziel dieser Maßnahme ist es, den Planungsaufwand signifikant zu verringern, die Mitarbeiterzufriedenheit zu steigern und mehr Zeitressourcen für die Kernaufgaben freizusetzen. Nach erfolgreich absolvierten Pilotversuchen auf einzelnen Pflegeabteilungen ist der offizielle Start der automatischen Dienstplanung für das erste Halbjahr 2024 geplant, mit einer sukzessiven Ausweitung auf alle Abteilungen und Berufsgruppen im Schichtbetrieb.

Effizienzsteigerung und Mitarbeiterzufriedenheit

Die Herausforderung der Dienstplanung in einem Krankenhaus liegt in der Komplexität, alle Schichten adäquat zu besetzen und dabei die Bedürfnisse der Mitarbeitenden bestmöglich zu berücksichtigen. Durch die Kooperation mit der Polypoint AG und Microsoft Schweiz wurde eine KI-gestützte Lösung entwickelt, die diesen Prozess erheblich optimiert. In der Pilotphase konnte der Planungsaufwand um rund zwei Drittel reduziert werden, was eine signifikante Entlastung für die Mitarbeitenden bedeutet und letztlich auch den Patientinnen und Patienten zugutekommt.

Mitarbeiterorientierte Planung

Ein wesentlicher Vorteil der KI-gestützten Dienstplanung ist die stärkere Berücksichtigung individueller Präferenzen und Dienstwünsche der Mitarbeitenden. Dieser Ansatz ist Teil der Initiative „Magnet LUKS Gruppe – Spitäler mit Anziehungskraft“, die darauf abzielt, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken und die Arbeitszufriedenheit zu erhöhen. „Die eigene Steuerung von Präferenzen, Dienstwünschen und deren Auswirkung sowie die Hinterlegung von gesundheitsförderlichen Massnahmen tragen zur Qualität der Pläne bei. Das erhöht die Zufriedenheit der Mitarbeitenden“, betont Michael Döring, CNO/Leiter Pflege und Soziales.

Das Feedback der Abteilungsleiterin Franziska Bissig und ihres Teams, die den Pilotversuch begleiteten, ist durchweg positiv. „Ich erlebe weniger Änderungswünsche oder negative Rückmeldungen meiner Mitarbeitenden. Mein Team war und ist erfreut über das grosse Potenzial, welches in der automatisierten Planung liegt. Nach Ablauf des Pilotversuchs war es uns deshalb wichtig, die KI-gestützte Dienstplanung weiternutzen und weiterentwickeln zu dürfen.“, berichtet Bissig.

Das LUKS setzt mit der flächendeckenden Einführung der KI-gestützten Dienstplanung bis 2026 einen bedeutenden Schritt in Richtung einer zukunftsorientierten, effizienten und mitarbeiterfreundlichen Gesundheitsversorgung.


Zur Pressemitteilung: https://www.luks.ch/newsroom/luks-fuehrt-automatisierte-dienstplanung-ein

Foto: LUKS Luzern

 

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Schweizer Startup WeNurse macht aus Pflegefachpersonen Unternehmer:innen

wenurse gruenderinnen alessia simonIn der Schweiz verlassen monatlich etwa 300 Pflegefachkräfte ihren Beruf. Um diesem Trend entgegenzuwirken, haben Alessia Schrepfer und Simon Hodel das Startup WeNurse ins Leben gerufen. WeNurse ist der erste Freelancer-Pool im Gesundheitswesen, der im Besitz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist. Das Ziel der Gründer:innen ist es, das Berufsverständnis der Pflegenden zu stärken und den Pflegeberuf wieder attraktiver zu gestalten, um so die Fachkräfte in ihrem Beruf zu halten.

Obwohl das Pflegepersonal den größten Berufsanteil in der Gesundheitsbranche ausmacht, fehlt es oft an einer starken Lobby, um das Berufsbild nachhaltig attraktiver zu gestalten. Alessia Schrepfer (33) und Simon Hodel (37) möchten nicht auf politische Lösungen warten und haben deshalb das innovative Unternehmen WeNurse gegründet. WeNurse geht über einen herkömmlichen Personalverleih hinaus und ermöglicht es den Mitarbeiter:innen, Miteigentümer:innen und Unternehmer:innen zu sein. Durch diese einzigartige Eigentümerstruktur zielt das Startup darauf ab, unternehmerisch engagierte Pflegefachkräfte anzuziehen und ihnen die Möglichkeit zu geben, Verantwortung zu übernehmen und ihre Erfahrungen in das Unternehmen einzubringen. Alessia Schrepfer betont: „Unsere Mitarbeiter:innen bringen ihre Best-Practice-Erfahrung aus verschiedenen Institutionen mit und können dabei unterstützen, Strukturen und Abläufe zu optimieren.“ Ein wichtiger Erfolgsfaktor ist auch die Community, auf der WeNurse aufbaut. Das WeNurse-Team rekrutiert persönlich, um den Qualitätsanspruch zu erfüllen. 

Seit der Gründung Ende 2022 konnte WeNurse bereits knapp 30 Mitarbeiter:innen gewinnen. Diese Pflegefachkräfte arbeiten in Gesundheitseinrichtungen in der gesamten Deutschschweiz und bringen ihre langjährige Fachexpertise in die Teams und Organisationen ein. WeNurse bietet nicht nur kurzfristige Lückenbüßer:innen, sondern auch mittelfristige Ad Interim-Lösungen und Fachexpert:innen-Consulting.

WeNurse möchte weiter wachsen und damit eine Bewegung in Gang setzen, die zur Lösung des Fachkräftemangels in der Pflege beiträgt. „Wir beheben damit den immensen Fachkräftemangel in der Pflege noch nicht, aber wir leben vor, welche Bedingungen man für diese wichtige Berufsgruppe schaffen kann“, ist Simon Hodel überzeugt. Alessia Schrepfer betont dazu: „Strukturelle Veränderung ist das eine, uns ist auch wichtig, das Berufsverständnis der Pflegeberufe positiv zu verändern.“ Die Gründer:innen sind sich bewusst, dass sie das Problem nicht allein lösen können, aber sie wollen zeigen, welche Bedingungen für die wichtige Berufsgruppe geschaffen werden können.

Alessia Schrepfer und Simon Hodel haben WeNurse zu gleichen Teilen finanziert und sich beim Corporate Venture Emeda AG kennengelernt, das sie gemeinsam aufgebaut haben. Alessia Schrepfer ist zudem in der Kategorie "Jungunternehmerin des Jahres" für den SEF.WomenAward 2024 des Swiss Economic Forum nominiert. Die Preisverleihung findet am 8. März 2024 statt.

Zur Website von WeNurse


Zur Pressemitteilung: https://www.presseportal-schweiz.ch/pressemeldungen/wenurse-macht-aus-pflegefachpersonen-unternehmerinnen

Bild Rechte: WeNurse AG

 

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Bayern plant Einführung eines verpflichtenden Berufsregisters für Pflegefachpersonen

Bayern plant verpflichtendes Berufsregister für PflegefachpersonenBayern plant die Einführung eines verpflichtenden Berufsregisters für Pflegefachpersonen, ein Konzept, das bereits seit fünf Jahren in Österreich erfolgreich umgesetzt wird. Ein entsprechender Gesetzentwurf liegt dem bayerischen Landtag bereits vor.

Die Initiatorin des Gesetzes, Gesundheits- und Pflegeministerin Judith Gerlach, beabsichtigt mit dieser Maßnahme, die Interessenvertretung der Pflegekräfte zu stärken. Der Gesetzentwurf basiert auf Empfehlungen eines speziell eingesetzten Reform- und Weiterentwicklungs-Beirats. Zentrales Anliegen dieses Entwurfs ist die Einrichtung eines Pflichtregisters für Pflegefachpersonen, das von der Vereinigung der Pflegenden in Bayern (VdPB) verwaltet werden soll. Ziel dieses Registers ist es, genaue Daten über die Anzahl, die Altersstruktur und die Qualifikation der Pflegekräfte zu erfassen. Dadurch sollen Versorgungslücken frühzeitig erkannt und präventive Maßnahmen eingeleitet werden können. Die daraus resultierenden Daten sollen auch dazu dienen, den Bedarf an Aus- und Weiterbildung zu identifizieren.

Ministerin Gerlach betont, dass die Registrierungspflicht nicht mit einer verpflichtenden Mitgliedschaft oder Beitragspflicht in der VdPB verbunden ist. Die digitale Registrierung soll einfach und kostenfrei sein.

Gemäß dem Gesetzentwurf soll der VdPB beauftragt werden, eine Weiterbildungsordnung zu entwickeln, um den Pflegeberuf weiter zu professionalisieren und attraktiver zu machen. Die VdPB, die 2018 gegründet wurde und derzeit etwa 3.500 Mitglieder zählt, fungiert dabei nicht als Pflegekammer und repräsentiert aktuell nur einen kleinen Teil der Berufsgruppe.

Den Gesetzesentwurf können Sie hier einsehen.


Foto: stock.adobe.com –  Gina Sanders

 

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