Der Bericht über die Arbeit und Ergebnisse des Kompetenzzentrums Digitalisierung und Pflege im Jahr 2025 liegt als Unterrichtung der Bundesregierung (Drucksache 21/5000) vor. Das Kompetenzzentrum, das beim GKV-Spitzenverband angesiedelt ist, nahm seine Arbeit im Januar 2024 auf und wird bis 2027 mit insgesamt zehn Millionen Euro aus dem Ausgleichsfonds der Pflegeversicherung finanziert.

Aufbau und erste Ergebnisse

Die Jahre 2023 bis 2025 seien für das Kompetenzzentrum eine Zeit des Aufbaus, der Erprobung, des Lernens sowie der ersten Ergebnisse und sichtbaren Erfolge gewesen. Die erste unabhängige Evaluation durch das Institut für Sozialforschung und Sozialwirtschaft e. V. (iso-Institut) bewertet die bisherige Arbeit insgesamt positiv.

Als wichtiger Meilenstein gilt der Launch einer eigenen Internetseite am 30. Juni 2025 unter www.kompetenzzentrum-pflege.digital. Bis Mitte September 2025 verzeichnete die Website über 5.600 Besuche. Darüber hinaus wird eine Handlungsempfehlung zum Thema Cybersicherheit erarbeitet, die ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen dazu befähigen soll, ein ganzheitliches Cybersicherheitskonzept zu etablieren. Die Veröffentlichung ist für das erste Quartal 2026 geplant.

Unterstützung für die Pflegepraxis

Mit der Bereitstellung des Informationsangebots zur Telematikinfrastruktur und zu Fördermöglichkeiten zur Digitalisierung in der Langzeitpflege unterstützt das Kompetenzzentrum ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen. Die Übersicht der Fördermöglichkeiten wurde zwischen Juni und September 2025 fast tausend Mal abgerufen. Seit Sommer 2025 steht zudem die Expertise zur digital gestützten Pflegeplatzsuche und -vermittlung des Beratungsunternehmens Prognos als Bericht zum Download bereit.

Herausforderungen und Ausblick

Als wesentliche Gelingensfaktoren hob die Evaluation die enge Anbindung an den GKV-Spitzenverband, die konstruktive Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Gesundheit sowie den regelmäßigen Austausch mit dem begleitenden Beirat hervor, dem über 35 Institutionen angehören. Als herausfordernd wurde die anfänglich schrittweise erfolgte personelle Besetzung beschrieben. Seit September 2025 sind sechs Fachreferentinnen und Fachreferenten im Kompetenzzentrum tätig.

Mit Blick auf die kommenden Jahre plant das Kompetenzzentrum den weiteren Ausbau der Website, die Entwicklung neuer Kommunikationsformate sowie die Bearbeitung weiterer Themenbereiche wie Künstliche Intelligenz in der Pflege.

Der vollständige Bericht ist als Bundestagsdrucksache 21/5000 einsehbar.


Zur Medienmitteilung: https://www.bundestag.de/presse/hib/kurzmeldungen-1164646

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Der Deutsche Pflegerat (DPR) hat ein Positionspapier zum Ersten Bericht der FinanzKommission Gesundheit veröffentlicht. Darin erkennt der DPR den finanziellen Handlungsdruck in der gesetzlichen Krankenversicherung grundsätzlich an, übt jedoch deutliche Kritik an der Ausrichtung der vorgeschlagenen Maßnahmen. Der fiskalisch eng geführte Auftrag der FinanzKommission lasse Versorgungslogik, Strukturentwicklung und langfristige Steuerungsfragen weitgehend außer Acht – und drohe damit, notwendige strukturelle Veränderungen im Gesundheitswesen erneut zu verzögern.

„Der Bericht reagiert auf ein reales Finanzproblem, bleibt aber in einer Logik stehen, die wir seit Jahren kennen. Es wird kurzfristig auf Ausgaben geschaut, ohne die strukturellen Ursachen anzugehen. Das ist das Muster, das uns in die heutige Situation geführt hat", sagt Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats.

Der DPR kritisiert in seinem Papier, dass über Jahrzehnte strukturelle Reformen im Gesundheitswesen ausblieben – unabhängig davon, ob finanzieller Druck herrschte oder größere Spielräume vorhanden waren. Stattdessen habe sich eine Praxis etabliert, bei der kurzfristige Kostenentwicklungen adressiert werden, während grundlegende Versorgungsfragen unbeantwortet bleiben. Den aktuellen Bericht der FinanzKommission sieht der DPR als Fortsetzung dieser Entwicklung.
„Wir erleben erneut, dass Reformen aus der Kassenlage heraus gedacht werden – nicht aus der Versorgung heraus. Das wird den Herausforderungen eines alternden und komplexer werdenden Versorgungssystems nicht gerecht", so Vogler. Die demografische Entwicklung, steigende Multimorbidität und der wachsende Fachkräftemangel erhöhten den Druck auf alle Versorgungsbereiche gleichzeitig. Eine isolierte Betrachtung einzelner Leistungsbereiche unter Kostengesichtspunkten reiche daher nicht mehr aus.

Kritik an konkreten Maßnahmen

Besonders kritisch bewertet der DPR in seinem Positionspapier die Maßnahmen 26, 27, 28 und 57 des Berichts. Diese betreffen zentrale Bereiche der pflegerischen Versorgung, darunter das Pflegebudget, die Tarifrefinanzierung, pflegeentlastende Maßnahmen sowie pflegesensitive Leistungsbereiche wie Behandlungspflege, außerklinische Intensivpflege sowie Vorsorge und Rehabilitation. Dass die FinanzKommission diese als Kategorie-A-Maßnahmen ohne erwartbare Auswirkungen auf Versorgungsqualität, Zugang oder Verteilungsgerechtigkeit einordnet, sei für den DPR nicht nachvollziehbar.

In dem Papier wird zudem darauf hingewiesen, dass kurzfristige Einsparungen ohne strukturelle Anpassungen erfahrungsgemäß zu Versorgungsproblemen und langfristig höheren Folgekosten führen. Eingriffe beim Personal, bei Leistungen oder bei Finanzierungssystematiken wirkten sich stets auf andere Bereiche aus – im Krankenhaus, in der Rehabilitation, in der Langzeitpflege und in familiären Sorgearrangements.

Eine Rückführung des Pflegebudgets in das DRG-System lehnt der DPR entschieden ab. Das Pflegebudget sei kein Fehlanreiz, sondern ein notwendiger Schutzmechanismus gegen strukturelle Fehlsteuerungen. Tarifentwicklungen in der Pflege dürften nicht als Kostenproblem bewertet werden, da sie Voraussetzung für Fachkräftesicherung und stabile Versorgung seien. Eine Verlagerung von Lasten in Familien oder andere Sozialleistungssysteme bezeichnet der DPR nicht als Reform, sondern als Kostenverschiebung.

Forderung nach verbindlichem Reformpfad

In seinem Positionspapier fordert der DPR eine grundlegende Neuausrichtung der Reformperspektive. Finanzstabilisierung müsse konsequent mit Versorgungslogik verbunden werden. Reformen sollten sich daran messen lassen, ob sie Versorgung sichern, Qualität stärken und langfristig tragfähig sind.

„Unser Problem ist nicht, dass wir über Finanzen sprechen – unser Problem ist, dass wir zu selten über Strukturen und Prioritäten sprechen. Wenn wir jetzt wieder nur fiskalisch reagieren, werden wir in wenigen Jahren vor denselben Problemen stehen. Finanzielle Stabilität ohne Versorgungssicherheit ist kein Erfolg, sondern ein Risiko für die Zukunftsfähigkeit unseres Gesundheitssystems", betont Vogler.

Das vollständige Positionspapier ist auf der Website des Deutschen Pflegerats abrufbar: https://deutscher-pflegerat.de/download/positionspapier_des_dpr_zum_ersten_bericht_der_finanzkommission_gesundheit.pdf


Zur Pressemitteilung: https://deutscher-pflegerat.de/profession-staerken/pressemitteilungen/positionspapier-des-dpr-veroeffentlicht.-finanzkommission-liefert-impulse--nachhaltige-reform-braucht-struktur-und-versorgungslogik

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Wer die Primärversorgung reformieren möchte, muss die Pflege konsequent einbeziehen. Der Deutsche Pflegerat (DPR) unterstreicht dies in seinem Positionspapier „Primärversorgung zukunftsfest gestalten – Pflegekompetenz konsequent einbinden“. Die zentrale Botschaft lautet: Ohne Pflegekompetenz ist eine zielgerichtete, bedarfsgerechte und nachhaltige Versorgung nicht möglich.

Primärversorgung ist der Teil des Gesundheitswesens, den Menschen unmittelbar erleben – wohnortnah, niedrigschwellig, kontinuierlich und alltagsnah. Pflegefachpersonen übernehmen hier eine Schlüsselrolle. Sie bringen Fachwissen ein, sichern Kontinuität, koordinieren Versorgungsprozesse und begleiten auch komplexe Versorgungslagen zuverlässig. Angesichts des demografischen Wandels, zunehmender Multimorbidität, steigender Koordinationsbedarfe und des Fachkräftemangels im Gesundheitswesen steigt dieser Anspruch weiter. Reformen, die die pflegerische Kompetenz nicht angemessen berücksichtigen, bleiben laut DPR daher unzureichend.

„Zukunftsfeste Primärversorgung entsteht dort, wo Pflege als eigenständige Profession konsequent mitgedacht und eingebunden wird. Pflege gestaltet Versorgung, übernimmt Verantwortung und bringt ihre wissenschaftlich fundierten und rechtlich verankerten Kompetenzen wirksam in das Gesundheitswesen ein. Wer Primärversorgung stärken will, muss diese Kompetenzen selbstständig, verbindlich und auf Augenhöhe nutzen“, sagt Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats.

Im Mittelpunkt des DPR-Positionspapiers steht, was für eine zukunftsfähige Primärversorgung nötig ist: eine klare Trennung zwischen eigenverantwortlicher professioneller Pflege und delegationsgebundener Assistenz, der konsequente Ausbau von Handlungsfeldern für Advanced Practice Nurses (APN), Community Health Nurses (CHN) und School Health Nurses (SHN), mehr pflegewissenschaftliche Evidenz in gesundheitspolitischen Entscheidungen, die rechtssichere Verankerung erweiterter pflegerischer Kompetenzen in der direkten Versorgung sowie eine interprofessionelle Zusammenarbeit, die die Eigenständigkeit aller Professionen respektiert.

Der DPR sieht darin die Grundlage für eine zielgerichtete, bedarfsorientierte und nachhaltige Reform. Pflege in Reformpapieren nur zu erwähnen reiche nicht aus. Eine tragfähige Primärversorgung erfordere klare Zuständigkeiten, rechtssichere Verantwortungsstrukturen und eine starke, eigenständige professionelle Pflege. Werden diese Potenziale nicht genutzt, leide die Versorgung von Menschen aller Altersgruppen und ihren An- und Zugehörigen, und es entstehen zusätzliche Folgekosten für das Gesundheitssystem.

„Die aktuelle Diskussion benennt das Problem, bleibt bei den Lösungen aber an entscheidenden Stellen zu ungenau. Jetzt kommt es darauf an, die Kompetenzen der professionellen Pflege nicht nur mitzudenken, sondern konsequent auszubauen und rechtssicher zu verankern. Nur so kann Primärversorgung verlässlich, wirksam und nachhaltig weiterentwickelt werden“, so Vogler.

Mit dem Positionspapier sendet der Deutsche Pflegerat ein deutliches Signal: Die Primärversorgung der Zukunft funktioniert nur mit einer starken Pflegeprofession!

Das DPR-Positionspapier „Primärversorgung zukunftsfest gestalten – Pflegekompetenz konsequent einbinden“ finden auf der Website des Deutschen Pflegerats: https://deutscher-pflegerat.de/download/2026-03-31_dpr_pp_primaerversorgung.pdf


Zur Pressemitteilung: https://deutscher-pflegerat.de/profession-staerken/pressemitteilungen/positonspapier-primaerversorgung-ohne-pflegekompetenz-keine-zukunftsfeste-versorgung

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