Zuwanderung internationaler Pflegekräfte – Fachgespräch am Bayerischen Landesamt für Pflege

Bayrisches Landesamt Pflege DemenzDeutschland steht vor der Herausforderung, den steigenden Bedarf an qualifizierten Pflegekräften zu decken. Die demografische Entwicklung und die zunehmende Lebenserwartung führen zu einem Anstieg der Pflegebedürftigen. Dabei wird auch zusätzliches, qualifiziertes Pflegefachpersonal aus dem Ausland künftig eine wichtige Rolle spielen. Die Zuwanderung von Pflegefachkräften aus dem Ausland und die berufsrechtliche Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse sind jetzt Thema beim achten Fachgespräch am Bayerischen Landesamt für Pflege (LfP) gewesen. 

Impulsgeber war Prof. Dr. Lukas Slotala von der Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt. Er sprach unter anderem über den bundesrechtlichen Verfahrensrahmen und den derzeitigen Status der Antragsumsetzung. 

Die Zuwanderung internationaler Pflegefachpersonen nach Bayern – insbesondere aus Drittstaaten – werde auch in den kommenden Jahren deutlich zunehmen, so Achim Uhl, Leiter des Bayerischen Landesamtes für Pflege. Als Herausforderung sehe er zum einen den Qualifizierungsbedarf und die Einarbeitung internationaler Pflegefachkräfte, zum anderen die Überprüfung des Qualifikationsniveaus und der Qualifikationsinhalte: „Pflegefachpersonen aus dem Ausland verfügen über Berufsabschlüsse und -erfahrungen in unterschiedlichen Bildungs-, Beschäftigungs- sowie Pflege- und Gesundheitssystemen. Deshalb muss die fachliche und die sprachliche Qualifikation geprüft werden.“ Auch die Integration in den Arbeitsalltag und das soziale Leben seien wichtige Schritte hin zu einer erfolgreichen und nachhaltigen Rekrutierung internationaler Pflegefachpersonen.

Weitere Informationen zum Thema können Interessierte unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. anfragen. Das nächste Fachgespräch ist für den 1. März geplant. Dann geht es um „Pflegeinnovationen im Realbetrieb stationärer Pflegesettings“.

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Deutscher Pflegerat: Demokratie funktioniert so nicht – Wertschätzung nicht predigen, sondern umsetzen

Deutscher Pflegerat 2Berliner Senat lehnt Gesetzentwurf der CDU-Fraktion für eine Pflegekammer ab

„In Berlin stellt sich der Berliner Senat gegen die beruflich Pflegenden. Die Regierungsfraktionen wollen keine Beteiligung der Profession Pflege“, kommentiert Annemarie Fajardo, Vize-Präsidentin des Deutschen Pflegerats e.V. (DPR), die ablehnende Haltung des Senats zum Gesetzentwurf der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus. Diese hatte sich erneut für die Einführung einer Pflegekammer in Berlin ausgesprochen.

„Der Berliner Senat kann nicht Wertschätzung predigen und gleichzeitig sein Versprechen für eine bessere Beteiligung der beruflich Pflegenden nicht halten.

58,8 Prozent der befragten Pflegefachpersonen haben sich 2015 für eine Kammer in Berlin ausgesprochen. Das Ergebnis wurde bis jetzt nicht umgesetzt. Wie Basisdemokratie hier mit Füßen getreten wird, ist erschreckend. Was bedeutet der Politik die Pflege in Berlin wirklich? Das steht zur Entscheidung.

Die Analyse der Wahlprogramme zeigt, bei der SPD und Die Linke taucht der Begriff Pflegekammer nicht auf. Bündnis 90/ Die Grünen schreibt, werde eine Kammer mehrheitlich von den Pflegenden gewünscht, dann unterstütze man. Die FDP lehnt ab. Für eine Kammer ist die CDU.

Anmutig sind die ablehnenden Gründe des Senats zum Gesetzentwurf der CDU-Fraktion. Dieser enthalte keine Informationen zu den Kosten. Verwiesen wird auf gescheiterte Kammerbildungen. Auch sei eine ausreichende personelle Unterstützung durch den Senat nötig.

Zudem müsse die Kontinuität über eine Legislaturperiode gewährleistet sein, weist der Senat weiter hin. Entsprechend der Regierungsrichtlinie wolle man eine berufsständische Vertretung für die Pflege prüfen, wie auch deren Kosten. Letztlich sehe man zahlreiche Herausforderungen und einen massiven Widerstand von Akteuren.

Das Land NRW macht es gerade vor, was in Sachen Pflegekammer bewegt werden kann, wenn die Politik will und finanziell zu Recht fördert. Niedersachsen und Schleswig-Holstein sind auch deswegen gescheitert, weil die Politik nicht hinter der Profes-sion stand. Und was hindert den Senat daran, die personelle Unterstützung und die Kontinuität zu gewährleisten?

Der Verweis auf Richtlinien ist eine zu einfache Entschuldigung für das Nichtstun seit 2015. Warum weicht der Senat vor Herausforderungen zurück? Und sollen Spekulationen wirklich ein Grund sein, die Einführung einer Pflegekammer in Berlin abzulehnen?

Der neue Berliner Senat muss mehr Mut zeigen und umsetzen, was der beruflichen Pflege seit vielen Jahren versprochen wird. Und vor allem auch das, was diese sich mit der Gründung einer Pflegekammer selbst wünscht. Das Denken der Politik, für die Berufsgruppe Pflege alles besser zu wissen, ist längst nicht mehr zeitgemäß. Damit auf der Bundesebene Pflege eine Vertretung bekommt, braucht es die Kammern in den Ländern. Die Länder können und müssen an dieser Stelle Verantwortung für die gesamtdeutsche Pflege übernehmen.“

Ansprechpartnerin:

Annemarie Fajardo
Vize-Präsidentin des Deutschen Pflegerats


Zur Pressemitteilung: https://deutscher-pflegerat.de/2023/02/03/deutscher-pflegerat-demokratie-funktioniert-so-nicht-wert-schaetzung-nicht-predigen-sondern-umsetzen/

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Fachkräftemangel in der Pflege spitzt sich zu

pflegekammer nrwDie Mitgliederdaten der Pflegekammer Nordrhein-Westfalen zeigen: Jede dritte Pflegefachperson ist über 55 Jahre und geht bald in Rente

Der Fachkräftemangel in der Pflege wird sich in den kommenden Jahren dramatisch zuspitzen. Das zeigen die Zahlen der Pflegekammer Nordrhein-Westfalen zur Altersstruktur der registrierten Pflegefachpersonen deutlich. Ein Drittel der professionell Pflegenden ist über 55 Jahre alt und erreicht in den nächsten Jahren das Renteneintrittsalter. Der Branche bricht daher in kurzer Zeit ein weiterer großer Teil des Personals weg. 29 Prozent der Pflegenden sind zwischen 55 und 65 Jahre alt, ein Prozent ist über 65. In den Altersgruppen zwischen 31 und 42 Jahren, sowie zwischen 43 und 54 Jahren sind jeweils rund 27 Prozent tätig. Nur 15 Prozent der Pflegenden sind zwischen 19 und 30 Jahre alt.

Sandra Postel, geschäftsführende Vorsitzende der Pflegekammer NRW, blickt mit Sorge auf diese Entwicklung: „Der Fachkräftemangel in der Pflege besteht schon seit vielen Jahren. Ändern tut sich nichts. Im Gegenteil. Wir rasen mit Blick auf den demographischen Wandel, also der steigenden Zahl an Pflegebedürftigen und der zugleich sinkenden Zahl an Pflegenden auf einen Kollaps zu. Wir wissen auch, dass viele Pflegende bereits vor Eintritt des Rentenalters ihren Beruf verlassen. Die Situation ist prekär, die Versorgung der pflegebedürftigen Menschen ist in Gefahr. Maßnahmen zur Nachwuchsförderung und Fachkräftegewinnung müssen daher oberste Priorität haben.“

Der drohende Personalengpass trifft die (teil-)stationäre und ambulante Versorgung in den kommenden Jahren. So ist mindestens jede dritte Pflegefachperson in der (teil-)stationären und ambulanten Versorgung über 55 Jahre alt. Im Bereich der (teil-)stationären Versorgung gehören 17 Prozent der Altersgruppe zwischen 19 und 30 Jahren an. Bei der ambulanten Versorgung ist nur circa jede zehnte Pflegefachperson unter 30 Jahre alt. Bei anderen Tätigkeitsbereichen, wie Bildung oder Forschung, sind sogar 35 Prozent über 55 Jahre alt. Demgegenüber arbeiten in diesem Bereich nur acht Prozent im Alter zwischen 19 und 30 Jahren.

Aus Sicht der Pflegekammer NRW sind strukturelle Verbesserungen in der Pflege und zielgerichtete Ausbildungsinitiativen daher unumgänglich. „Es besteht dringender Handlungsbedarf. Hier werden wir uns aktiv einbringen, um den Nachwuchs in der Pflege zu sichern“, so Sandra Postel.

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Abbildung 1: Alter

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Abbildung 2: Altersstruktur nach Tätigkeit


Zur Pressemitteilung: https://www.pflegekammer-nrw.de/fachkraeftemangel-in-der-pflege-spitzt-sich-zu/

 

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