Success Stories Pflege: bvitg-Publikation zum Potenzial der Digitalisierung in der Pflege

digitalisierung pflegeSuccess Stories Pflege: bvitg-Publikation zum Potenzial der Digitalisierung in der Pflege 

Gemeinsam mit sechs weiteren Verbänden aus dem Gesundheits- und Sozialwesen hat sich der Bundesverband Gesundheits-IT zu einem Bündnis zusammengeschlossen, um die Digitalisierung in der Pflege voran zu bringen.

Spätestens seit der Pandemie ist die große Bedeutung der Pflege-Profession für unser Gemeinwesen allen bewusst geworden. Doch das Image der Pflege hat sich dadurch nicht verbessert. Das liegt auch daran, dass in der Öffentlichkeit oft ein eher einseitig negatives Bild der Pflege gezeichnet wird: schwere Arbeitsbedingungen, Pflegenotstand oder abschreckende Geschichten aus dem pflegerischen Alltag.

Dies sind alles reale Probleme, die angegangen werden müssen. Aber es gibt nicht nur Negatives zu berichten. Genau deshalb sollten wir auch über Lösungen sprechen, die es schon gibt. Einen Beitrag dazu möchte der bvitg mit seiner Success Stories Publikation leisten, in der bvitg-Mitgliedsunternehmen und renommierten Gastautorinnen und -autoren aufzeigen, was heute und in naher Zukunft bei der Digitalisierung in der Pflege möglich ist. Die Erfolgsbeispiele sollen dabei als Inspiration und Motivation für alle Akteure dienen, den begonnenen Weg konsequent weiterzugehen.

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Extra für die Pflege: Gratifikationsschein soll Berufsausübung sichern

dbfk logoExtra für die Pflege: Gratifikationsschein soll Berufsausübung sichern

Zum Weltfrauentag skizziert der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) in einem Positionspapier, wie Pflegende in der Berufstätigkeit gehalten und die Attraktivität des Berufs gesteigert werden können. Ein Gratifikationsschein für Pflegeberufe federt langjährige Arbeitsbelastungen ab und ermöglicht den Verbleib im Beruf. Damit ist er ein wichtiger Baustein, um die pflegerische Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen.

In den Pflegeberufen arbeiten überwiegend Frauen – viele von ihnen in Teilzeit, um Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen. Studien zeigen außerdem, dass beruflich Pflegende aufgrund der Belastungen früher aus dem Beruf aussteigen, häufiger krankheitsbedingt ausfallen und ihre Arbeitszeiten reduzieren. Dies verschärft den Personalmangel in der Pflege, zieht das Risiko von Altersarmut nach sich und macht die Pflegeberufe unattraktiv. „Um diesen Phänomenen gegenzusteuern, wurden bereits Maßnahmen zur Prävention, Gesundheitsförderung und Rehabilitation auf den Weg gebracht“, erläutert DBfK-Präsidentin Christel Bienstein. „Dies muss weiter ausgebaut werden, denn wir brauchen mehr, um dem Pflegepersonalnotstand zu begegnen. Wir schlagen daher ein Instrument vor, das die Leistungen der professionell Pflegenden honoriert, ihre Belastungen kompensiert und sie im Alter finanziell absichert.“

Das vom DBfK vorgeschlagene Konzept sieht vor, dass beruflich Pflegende nach zehn Jahren Berufstätigkeit den Gratifikationsschein erhalten. Damit haben sie ein Anrecht darauf, ab dem 50. Lebensjahr ihre Arbeitszeit bei vollem Gehalt auf 35 Stunden pro Woche zu reduzieren, und sie erhalten fünf zusätzliche Urlaubstage. Außerdem sollen Rehabilitationsmaßnahmen und Kuren mit dem Schein unbürokratisch möglich werden, zusätzliche Rentenpunkte erworben und eine Anrechnung von häuslicher Care-Arbeit erfolgen. „Diese Anerkennung und Absicherung ist den Belastungen angemessen und macht den Beruf attraktiver. Beides ist dringend nötig, damit wir auch in Zukunft die pflegerische Versorgung in Deutschland sicherstellen können“, so Bienstein.

Psychiatrische Pflege: hoch belastet und wenig beachtet. Damit muss Schluss sein!

dbfk dfppPsychiatrische Pflege: hoch belastet und wenig beachtet. Damit muss Schluss sein!

Die Herausforderungen, mit denen Pflegende in sämtlichen Pflege- und Gesundheitseinrichtungen täglich konfrontiert sind, werden in der Pandemie-Situation überdeutlich. Psychiatrisch Pflegende versorgen hoch belastete und äußerst vulnerable Patient:innen, werden aber häufig nicht wahrgenommen – und bei Bonus-Zahlungen regelmäßig nicht berücksichtigt.

„Dabei kommt es uns weniger auf verpuffende Einmalzahlungen an, die auch noch ungerecht verteilt werden“, sagt Daniel Richter, Stationsleiter und Mitglied der AG Psychiatrische Pflege im DBfK Nordwest. „Was uns am meisten besorgt: dass wir aufgrund schlechter Rahmenbedingungen unseren fachlichen Ansprüchen nicht mehr gerecht werden können. Dieser Umstand hat sich seit Beginn der Pandemie verschärft. Es ist eine Riesenherausforderung, auf die Einhaltung sich ständig ändernder Corona-Schutzmaßnahmen zu achten und Menschen mit psychischen Erkrankungen darin zu unterstützen. Die damit einhergehenden administrativen und bürokratischen Tätigkeiten haben außerdem enorm zugenommen. Alldem sind wir nicht mehr gewachsen.“

Daniel Richter hat auch an einem gemeinsamen Positionspapier von DBfK und Deutscher Fachgesellschaft Psychiatrische Pflege (DFPP) mitgearbeitet, in dem auf die notorische Nicht-Beachtung und Nicht-Einbeziehung dieser Berufsgruppe aufmerksam gemacht wird – bei stetig steigenden Anforderungen. So hat sich z.B. 2021 laut Zahlen des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) in 41 Prozent der vollstationären psychiatrischen Einrichtungen die Anzahl der Notfälle mit einem akuten und aufwändigeren Betreuungsbedarf erhöht. Ausgesetzte Leistungen von Tageskliniken, Tagesstätten, mussten insbesondere von psychiatrisch Pflegenden in der ambulanten Versorgung kompensiert werden. Gruppenangebote und gemeinsame Aktivitäten wurden reduziert oder entfielen ganz, so dass viele psychisch kranke Menschen auf sich allein gestellt waren, was häufig zu einer gesundheitlichen Verschlechterung geführt hat – ein Teufelskreis. Zu den noch nicht abschätzbaren Pandemiefolgen gehören insbesondere Angststörungen, Panikattacken, Depressionen und posttraumatische Belastungsstörungen – bei schon jetzt massiver Überlastung der Hilfe-Systeme.

Aufgrund der beschriebenen Auswirkungen der Pandemie auf die psychische Gesundheit bei einer steigenden Anzahl von Menschen jeglichen Alters ist von einer lang andauernden Phase zunehmender Inanspruchnahme des psychiatrisch-psychotherapeutischen Versorgungssystems auszugehen. Damit das System standhält, müssen die zentralen Forderungen aus dem Positionspapier von DBfK und DFPP umgehend umgesetzt werden:

  • Die personelle Ausstattung in der psychiatrischen Pflege verbessern!
  • Die Expertise der psychiatrisch Pflegenden in die politischen Entscheidungen einbinden!
  • Den psychiatrisch Pflegenden erweiterte Verantwortungsbereiche zusprechen und Telepflege möglich machen!
  • Versorgungslücken schließen und Angebote weiterentwickeln!
  • Psychiatrisch Pflegende entsprechend anerkennen!

Das Positionspapier zum Download: https://www.dbfk.de/media/docs/regionalverbaende/rvnw/pdf/DBfK.Nordwest-Papier_Psych.Pflege_final_20220204.pdf


Originalartikel: https://www.dbfk.de/de/presse/meldungen/2022/5347035731.php