Aufruf zur Bewerbung als wissenschaftliche Leitung der Expertenarbeitsgruppe

Logo DNQP 262x300Aufruf zur Bewerbung als wissenschaftliche Leitung der Expertenarbeitsgruppe

Das DNQP nimmt gemäß seinem methodischen Vorgehen die zweite Aktualisierung des 2014 zum ersten Mal aktualisierten Expertenstandards „Förderung der Harnkontinenz in der Pflege“ in Angriff.
Die Aktualisierung umfasst eine Recherche zum aktuellen Wissens-und Erkenntnisstand zur Förderung der Harnkontinenz sowie zu pflegerelevanten Indikatoren zum Thema. Ebenso gilt zu prüfen, ob der Expertenstandard im Rahmen der Aktualisierung um das Thema der Stuhlkontinenz in der Pflege erweitert werden kann. Der Aktualisierungszeitraum erstreckt sich über ca. 18 Monate. Eine detaillierte Beschreibung des Vorgehens findet sich im Methodenpapier zur Entwicklung, Einführung und Aktualisierung von Expertenstandards und zur Entwicklung von Indikatoren zur Pflegequalität auf Basis der Expertenstandards. Das Methodenpapier steht auf der DNQP-Homepage zum Download zur Verfügung.
Für die fachliche Leitung der Expertenarbeitsgruppe sucht das DNQP eine/einen auf diesem Gebiet ausgewiesene Wissenschaftlerin/ausgewiesenen Wissenschaftler mit umfassender Expertise zum Thema und Erfahrung in der Leitung von Projektgruppen. Die wissenschaftliche Leitung der Expertenarbeitsgruppe ist verantwortlich für das wissenschaftliche Niveau des Expertenstandards, der Kommentierungen und der Literaturanalyse sowie für die Berücksichtigung relevanter und aktueller Praxisbedingungen. Im Zusammenhang mit der Aktualisierung sollen auch Indikatoren für das interne pflegerische Qualitätsmanagement auf Basis des aktualisierten Expertenstandards entwickelt werden, weshalb Erfahrungen in diesem Bereich von Vorteil sind.
Für die Durchführung der Literaturrecherche und die Erstellung der Literaturstudie nach anerkannten Verfahren werden entsprechende finanzielle Mittel für zwei wissenschaftliche Mitarbeiterinnen/ Mitarbeiter durch das DNQP bereitgestellt. Die wissenschaftliche Leitung der Expertenarbeitsgruppe erfolgt ehrenamtlich, anfallende Reisekosten zu den Sitzungen werden erstattet.
Neben der fachlichen Expertise werden die Bewerberinnen/Bewerber gebeten, eigene Interessen, Verbindungen zu Industrie und Interessenverbänden offenzulegen, um die wissenschaftliche und institutionelle Unabhängigkeit des Expertenstandards garantieren zu können.
Die Mitglieder einer neuen Expertenarbeitsgruppe werden in einem weiteren Bewerbungsverfahren gemeinsam mit der wissenschaftlichen Leitung ausgewählt. Hierzu erfolgt ein gesonderter Aufruf zur Bewerbung im März 2022.
Bewerbungen werden per E-Mail oder auf dem Postwege bis zum 15.03.2022 an folgende Anschrift erbeten:

Deutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP)
an der Hochschule Osnabrück Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Dr. h. c. Andreas Büscher Postfach 19 40, 49009 Osnabrück E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. Internet: www.dnqp.de

 

Kostenloses Online-Seminar „Young Carers“ am 22. Februar um 16.30 Uhr

1626878443088Kostenloses Online-Seminar „Young Carers“ am 22. Februar um 16.30 Uhr

Vor und nach der Schule Eltern, Geschwister oder Großeltern pflegen, während Freunde ausgelassen ihren Hobbies nachgehen? Für Kinder und Jugendliche mit Pflegeverantwortung ist das täglich gelebte Realität. Laut einer Studie der Universität Witten-Herdecke kümmern sich in Deutschland fast eine halbe Million Heranwachsende zwischen 12 und 17 Jahren um eine pflegebedürftige Person zu Hause in der Familie. Statistisch gesehen sind das in jeder Schulklasse zwei Betroffene. „Im schulischen oder beruflichen Umfeld weiß meist niemand, was diese sogenannten Young Carers in ihrer Freizeit zusätzlich noch alles leisten“, erklärt Friederike Beister, Pflegeexpertin bei der KKH Kaufmännische Krankenkasse. „Erst wenn durch Schlaf- und Konzentrationsschwierigkeiten die Noten schlechter werden, fällt auf, dass sie einer Doppelbelastung ausgesetzt sind. Dabei ist diese gesellschaftlich gar nicht für sie vorgesehen.“

Die Pflegeverantwortung geht nicht spurlos an den jungen Menschen vorbei, sondern prägt ihr Leben enorm. „Kinder und Jugendliche sind ja eigentlich selbst noch in einer Entwicklungsphase und mit den eigenen Gefühlen und Veränderungen mehr als genug gefordert“, sagt Friederike Beister. Das eigene Erwachsenwerden, Freunde und Schule leiden unter der Pflegesituation massiv. „Die Jugendlichen erleben einen Rollentausch, werden plötzlich zu Kümmerern und versorgen ihre Eltern oder Großeltern oder erziehen Geschwisterkinder, wo sie doch eigentlich selbst noch Zuwendung und Zeit für sich selbst benötigen“, so die Pflegeexpertin. Dadurch entstehen häufig Wut, Trauer, aber vor allem Überforderung. „Kinder und Jugendlichen fehlt die Lebenserfahrung, und sie verfügen meistens noch nicht wie Erwachsene über Strategien, um solche Herausforderungen besser zu meistern“, erklärt Friederike Beister. 

Um auf die besondere Situation von Young Carers aufmerksam zu machen und aufzuzeigen, wie Erwachsene die jungen Menschen in dieser belastenden Zeit unterstützen können, bietet die KKH das kostenlose Online-Seminar „Young Carers: Junge Pflegende – Schwere Last auf jungen Schultern“ an. Der Vortrag findet am Dienstag, 22. Februar, um 16.30 Uhr statt. Anmeldungen sind möglich unter kkh.de/online-pflegeseminare

Pflegebedürftige brauchen mehr als eine verirrte Debatte um die einrichtungsbezogene Impfpflicht

Deutscher PflegeratPflegebedürftige brauchen mehr als eine verirrte Debatte um die einrichtungsbezogene Impfpflicht

Deutscher Pflegerat: „Die Sicherung der pflegerischen Versorgung steht im Mittelpunkt aller Fragen“

„Bei allen Diskussionen um die Umsetzung der allgemeinen Impfpflicht, hier in der ersten Stufe die einrichtungsbezogene Impfpflicht, steht immer noch die Sicherung der pflegerischen Versorgung im Mittelpunkt aller Fragen“, machte Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats e.V. (DPR), heute in Berlin deutlich.

„Auch wenn bundesweit differenzierte Zahlen zum Impfstatus der Mitarbeiter*innen in den Einrichtungen fehlen, wissen wir, dass die Impfquote in der Berufsgruppe der Pflegenden weit über dem Bevölkerungsdurchschnitt liegt. Im Übrigen kann die Diskussion um die vulnerablen Gruppen nicht beim Impfstatus enden. Denn wenn nicht mehr genügend Personal da ist, um die vulnerablen Gruppen zu pflegen, sind die vulnerablen Gruppen selbst auch nicht geschützt. Die Grundprämisse zur Pandemie-Bekämpfung, dass das Gesundheitssystem nicht überlastet werden darf, steht zur Diskussion.“

Vogler verwehrt sich gegen eine Diskriminierung der professionell Pflegenden. Die Impfquoten der Pflegenden liegen weit über dem Durchschnitt der Bevölkerung. „Derzeit entsteht der Eindruck, dass die Profession Pflege einer der Pandemietreiber sei. Das ist falsch.“ Als „resignierend und fatales Zeichen für die Profession Pflege“ bewertet die Präsidentin des Deutschen Pflegerats, „wenn es nur bei einer einrichtungsbezogenen Impfpflicht bleibt und die allgemeine Impfpflicht politisch nicht mehr zur Bekämpfung der Pandemie aufgegriffen wird“. Vogler: „Wir können Infektionen, die im öffentlichen Raum nach wie vor überall passieren, nicht mit einer einrichtungsbezogenen Impfpflicht auffangen. Das ist aus unserer Sicht das falsche Signal an die Gesellschaft.“

„Die Profession Pflege eignet sich weder für ein Bund-Länder-Gerangel, noch sollte sie parteipolitischer Spielball sein. Die Profession hat hierfür keinerlei Verständnis!“

„Die Entscheidungskriterien für die einrichtungsbezogene Impfpflicht müssen die Rechtssicherheit und die Handlungsklarheit sein und nicht der Zeitpunkt der Umsetzung.“ Es muss in den noch verbleibenden Wochen die Möglichkeit der Abwägung zwischen Betretungsverboten und Versorgungsgefährdung in die Diskussion eingebracht werden. Denn es passt nicht, die bereits überlasteten Gesundheitsämter in den Ländern mit der schwierigen, jedoch aber nötigen schnellen Beurteilung des weiteren Vorgehens von nicht geimpftem Personal der betroffenen Einrichtungen zu beauftragen, ohne hierfür ausreichend gesetzliche Beurteilungskriterien definiert zu haben.

Der Deutsche Pflegerat erwartet nicht nur von den Kritikern der Umsetzung, sondern auch von den Befürwortern – anstatt des Einsatzes von verbalen Brechstangen – endlich ein konstruktives, fachliches Handeln zur Umsetzung der einrichtungsbezogenen Impfpflicht, einschließlich der eindeutigen Klärung aller seit langem bekannten Umsetzungsfragen.

„Polemik, unklare Gesetzesgrundlagen und weiteres Warten auf ein Ende der Pandemie müssen sofort gestoppt werden. Auch die Anpassung eines Gesetzes aufgrund veränderter Rahmenbedingungen kann und muss ein gemeinsamer Weg sein, um dem Grundanliegen einer generellen Impfpflicht nachzukommen“, weist Christine Vogler hin.

Ansprechpartnerin:
Christine Vogler
Präsidentin des Deutschen Pflegerats


 Originalartikel: https://deutscher-pflegerat.de/2022/02/10/pflegebeduerftige-brauchen-mehr-als-eine-verirrte-debatte-um-die-einrichtungsbezogene-impfpflicht/