Der Deutsche Pflegerat (DPR) hat ein wegweisendes Impulspapier für die laufenden Koalitionsverhandlungen veröffentlicht. Erstmals enthält ein solches Papier einen vollständig ausformulierten Koalitionsvertragstext aus der Perspektive der Pflegeberufe.

Mit diesem Vorschlag gibt der DPR der Politik einen konkreten und direkt umsetzbaren Impuls, um die beruflich Pflegenden nachhaltig zu stärken und die pflegerische Versorgung in Deutschland zukunftssicher auszurichten.

Pflege als gesamtgesellschaftliche Aufgabe

„Die pflegerische Versorgung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Ohne eine starke und eigenständige Pflegeprofession wird es keine zukunftssichere Gesundheitsversorgung geben“, betont Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats. „Mit unserem Impulspapier zeigen wir, welche Maßnahmen konkret erforderlich sind, um die beruflich Pflegenden zu stärken und die Versorgungssicherheit für Millionen Menschen zu gewährleisten.“

Zentrale Forderungen des Deutschen Pflegerats

Der Deutsche Pflegerat (DPR) fordert unter anderem:

  • Schnelle Umsetzung zentraler Gesetzesvorhaben: Das Pflegekompetenzgesetz und das Pflegefachassistenzeinführungsgesetz sollen innerhalb der ersten 100 Tage der neuen Bundesregierung erneut ins parlamentarische Verfahren eingebracht werden.
  • Gleichberechtigte Einbindung der Pflege in die Selbstverwaltung des Gesundheitswesens: Der Deutsche Pflegerat sowie die bestehenden Landespflegekammern müssen institutionalisiert und finanziell abgesichert in die gesundheitspolitische Entscheidungsfindung integriert werden.
  • Anerkennung der Pflege als eigenständige Säule des Gesundheitswesens: Die Pflegeprofession soll aktiv an der Gestaltung und Umsetzung der Versorgungsstrukturen beteiligt werden, um eine nachhaltige Gesundheitsversorgung und Prävention zu gewährleisten.

Aufruf an die Politik

Die professionell Pflegenden sind eine tragende Säule des Gesundheitswesens und leisten einen entscheidenden Beitrag zur Versorgungssicherheit und Gesundheitsprävention. Eine zukunftsfähige Gesundheitsversorgung in Deutschland ist ohne eine starke und eigenständige Pflegeprofession nicht realisierbar.

Um dies zu gewährleisten, sind politische Weichenstellungen erforderlich, die den Pflegenden mehr Handlungsautonomie, Selbstständigkeit und verbesserte Arbeitsbedingungen ermöglichen. Der Deutsche Pflegerat appelliert daher an die politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger, die Impulsvorschläge des Rats in den Koalitionsverhandlungen zu berücksichtigen und so ein klares Signal für die Zukunft der Pflege zu setzen.

Das vollständige Impulspapier können Sie hier lesen.


Zur Pressemitteilung: https://deutscher-pflegerat.de/profession-staerken/pressemitteilungen/deutscher-pflegerat-legt-ausformulierten-koalitionsvertragstext-zur-staerkung-der-profession-pflege-vor

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Die Deutsche Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste e.V. (DGF) hat eine umfassende Stellungnahme zur Leiharbeit in der Pflege veröffentlicht, in der die vielfältigen Herausforderungen und Auswirkungen dieser Arbeitsform kritisch hinterfragt werden. Die DGF spricht sich dafür aus, Leiharbeit nicht als langfristige Lösung zu betrachten, sondern als ein ergänzendes Instrument zur Überbrückung temporärer Engpässe.

Leiharbeit, auch als Zeitarbeit oder Arbeitnehmerüberlassung bekannt, wird zunehmend in Pflegeeinrichtungen eingesetzt, um kurzfristige Personalengpässe zu decken. Dies hat jedoch erhebliche Auswirkungen auf die Arbeitsbedingungen, die Qualität der Patientenversorgung und die Integration von Leiharbeitskräften in die Teams.

Pro-Argumente: Flexibilität und Attraktive Arbeitsbedingungen

Die DGF erkennt an, dass Leiharbeit in der Pflege gewisse Vorteile bietet. Pflegefachpersonen profitieren von höheren Gehältern und flexiblen Arbeitszeiten, was ihre berufliche Zufriedenheit und Work-Life-Balance verbessert. Leiharbeit ermöglicht zudem eine kurzfristige Überbrückung von Personalengpässen, etwa in Zeiten hoher Krankheitswellen oder bei erhöhtem Pflegebedarf. Dies kann die Patientenversorgung stabilisieren, solange die Einhaltung grundlegender Qualitätsstandards gewährleistet ist.

Kontra-Argumente: Risiken für Teamdynamik und Pflegequalität

Die DGF warnt jedoch vor den negativen Auswirkungen der Leiharbeit, insbesondere in spezialisierten Bereichen wie der Intensivpflege, Anästhesie und im Operationsdienst. Ein häufiger Wechsel von Leiharbeitnehmern beeinträchtigt die Kontinuität der Patientenversorgung und kann das Vertrauen zwischen Pflegepersonal und Patienten gefährden. Die mangelnde Integration von Leiharbeitnehmern in bestehende Teams führt oft zu Kommunikationsproblemen und einer erschwerten Zusammenarbeit, was gerade in Notfallsituationen problematisch sein kann.

Darüber hinaus verursacht die Leiharbeit hohe Kosten für die Pflegeeinrichtungen, die sich negativ auf das Gesundheitssystem auswirken können. Die DGF fordert eine kritische Überprüfung der Refinanzierung von Leiharbeit im Gesundheitssektor und plädiert für eine stärkere Ausrichtung auf nachhaltige Personalstrategien.

Forderungen der DGF

Die DGF fordert eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen für festangestellte Pflegefachpersonen, um die Abwanderung in die Leiharbeit zu reduzieren. Dazu gehören faire Gehälter, flexible Arbeitszeiten und Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Zudem müssen verbindliche Qualitätsstandards und unabhängige Zertifizierungen für Leiharbeitsfirmen eingeführt werden. Leiharbeitskräfte sollten nur dann zum Einsatz kommen, wenn sie über mindestens ein Jahr fachspezifische Berufserfahrung im jeweiligen Tätigkeitsfeld verfügen.

Die DGF appelliert außerdem an eine langfristige Personalplanung, bei der Personalpools und Notfallreserven geschaffen werden, um kurzfristige Engpässe ohne den Einsatz von Leiharbeit zu bewältigen.

Leiharbeit als kurzfristiges Instrument, nicht als Lösung

Die DGF sieht in der Leiharbeit in der Pflege ein zweischneidiges Schwert. Während sie kurzfristige Flexibilität und eine schnelle Reaktion auf Personalengpässe ermöglicht, birgt sie auch Risiken für die Qualität der Patientenversorgung und die Arbeitszufriedenheit des Pflegepersonals. Insbesondere in spezialisierten Bereichen wie der Intensivpflege muss die Qualitätssicherung an erster Stelle stehen.

Hier lesen Sie die gesamte Stellungnahme der DGF: https://www.dgf-online.de/kritische-stellungnahme-der-dgf-zur-leiharbeit-in-der-pflege/


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Die Anbindung der Pflegeeinrichtungen in Deutschland an die Telematikinfrastruktur (TI) ist beschlossen. Bis zum 1. Juli 2025 müssen rund 36.000 ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen an die TI angeschlossen sein. Doch wenige Monate vor Ablauf der Frist zeigt sich, dass noch erheblicher Handlungsbedarf besteht.

Eine gemeinsame Umfrage des Bundesverbands Gesundheits-IT – bvitg e. V. und der opta data Gruppe, durchgeführt mit Unterstützung der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege e. V. (BAGfW), des Bundesverbands Ambulante Dienste und Stationäre Einrichtungen (bad) e. V., des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe e. V. (DBfK) sowie des Deutschen Pflegerats e. V. (DPR), liefert aktuelle Einblicke in den Stand der TI-Anbindung. Demnach gaben 92 Prozent der befragten Einrichtungen (280 von 306) an, über die verpflichtende Anbindung informiert zu sein.

Trotz dieser hohen Bekanntheit sind bislang nur knapp 12.000 Einrichtungen – etwa 33 Prozent – einen Schritt weitergegangen und haben eine SMC-B-Karte beantragt. Diese ist für den Zugang zur TI erforderlich, wurde jedoch bislang noch nicht an die betreffenden Einrichtungen ausgegeben.

„Die Umfrage hat unseren Eindruck bestätigt, dass die Anbindung der Pflege an die Telematikinfrastruktur nicht mit – sondern nebenhergedacht wird. Bei den Herausforderungen, die Pflegeeinrichtungen momentan zu stemmen haben, nicht verwunderlich. Hier müssen die Einrichtungen dringend besser informiert und auch praktisch in der Umsetzung unterstützt werden“, konstatiert bvitg-Geschäftsführerin Melanie Wendling.

Die Zahl der bereits vergebenen KIM-Adressen (Kommunikation im Medizinwesen) fällt mit rund 2.000 noch geringer aus. Innerhalb der kommenden vier Monate müssen daher noch etwa 27.000 Pflegeeinrichtungen eine SMC-B-Karte beantragen und mehr als 34.000 Einrichtungen an den KIM-Fachdienst angebunden werden.

Auf die Frage nach den noch bestehenden Hürden bei der TI-Anbindung nannten 200 von 251 befragten Einrichtungen (80 %) insbesondere fehlende Schulungen, Anleitungen und Serviceangebote als zentrale Herausforderungen. Zwar haben die Informationskampagnen der Verbände ihre Wirkung gezeigt und die Einrichtungen rechtzeitig sensibilisiert, doch die praktische Umsetzung des Übergangs bleibt eine Herausforderung.

Wolfgang Voßkamp (bad e. V.): „Das größte Hindernis für die Einrichtungen, sich anschließen zu lassen ist die andauernde Unzuverlässigkeit. Bisher ist nicht eine einzige Umsetzung der Fachdienste fristgerecht umgesetzt worden. In der täglichen Beratung wird deutlich, dass niemand an die vorgegebenen Startdaten glaubt und sich der größte Teil der Einrichtungen deswegen nicht traut, Investitionen vorzunehmen. Der bad e. V. hatte schon 2024 vorgeschlagen, alle Termine so weit zu verschieben, dass sie dann sicher eingehalten werden können.
Die Wahrscheinlichkeit, dass bis zum 1. Juli 2025 alle ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen an die TI angeschlossen sein werden, ist illusorisch.“


Zur Pressemitteilung: https://www.bvitg.de/pressemitteilung-telematikinfrastruktur-in-der-pflege-die-naechste-huerde-nehmen/

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