Gesundheitsförderung in der ambulanten Pflege – Ist-Situation und Qualifizierungsbedarfe
Christine Dörge
Pflegewissenschaft, Hungen · 2010 · Heft 11 · S. 1 bis 1 · DOI 10.3936/1051
Abstract
Im Zuge der sich verändernden gesellschaftlichen Versorgungsbedarfe steigt der Bedarf an professioneller Gesundheitsund Krankenversorgung. Eine zentrale Schlüsselrolle kommt zukünftig dabei vor allem den ambulant tätigen Pflegekräften und Hausärzten zu. Die ambulante Versorgung umfasst mehr als medizinische Behandlung und defizitorientierte Grundund Behandlungspflege. Sie beinhaltet gleichermaßen Aufgaben der Gesundheitsförderung, Krankheitsprävention, der Gesunderhaltung und Leidenslinderung. Laut der Interessenvertretungen der Pflegekräfte ist Gesundheitsförderung bereits heute fester integraler Bestandteil der alltäglichen Arbeit. Aber entspricht das den Tatsachen? Trotz der häufigen Verwendung des Begriffes finden sich in der wissenschaftlichen Literatur nahezu keine Angaben über die Art und Weise der konkreten Umsetzung gesundheitsfördernder Pflege. Was meinen in der häuslichen Pflege tätige Pflegende, wenn sie von einer patientenorientierten Gesundheitsförderung sprechen? In episodischen Interviews haben Pflegekräfte ihr berufliches Alltagshandeln und ihre Ansichten zu einer salutogenetisch orientierten Gesundheitsarbeit beschrieben. Die Zwischenbzw. Teilergebnisse der qualitativen Studie geben Einblicke, welche subjektiven Vorstellungen und Handlungskonzepte zu einer patientenorientierten Gesundheitsförderung bei Pflegenden bestehen. Trotz genereller Bejahung zeigt sich eine große Sprachlosigkeit und Unsicherheit. Die Spannbreite der individuellen Konzepte ist immens. Der Beitrag erlaubt ein besseres Verständnis für Chancen und Probleme bei der aktuellen Implementation von Gesundheitsförderung in die professionelle Pflegearbeit und gibt wichtige Anregungen und Anstöße für aufgedeckte Qualifizierungsbedarfe.
Zusammenfassung
Der Artikel von Christine Dörge thematisiert die Rolle der Gesundheitsförderung in der ambulanten Pflege und identifiziert Qualifizierungsbedarfe. Angesichts steigender Versorgungsbedarfe wird die Bedeutung von Pflegekräften und Hausärzten hervorgehoben, die über medizinische Behandlung hinaus auch Gesundheitsförderung und Prävention leisten sollen. Trotz der Anerkennung von Gesundheitsförderung als Teil der pflegerischen Arbeit zeigt sich eine Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis. Interviews mit Pflegekräften offenbaren Unsicherheiten und unterschiedliche Konzepte zur Umsetzung. Die Studie
Schlagwörter
PFLEGE; GESUNDHEIT; PARTIZIPATION; KRANKHEIT; WHO; MODELL; ZIEL; BZGA; ENTWICKLUNG;
