Systemische Fallanalyse bei Patienten mit im Krankenhaus erworbener Aspirationspneumonie. Ein Beitrag zum klinischen Risikomanagement im CLINOTEL-Krankenhausverbund
Severin Federhen, Stefan Lenzen, Prof. Dr. med. Andreas Becker, Udo Beck
Pflegewissenschaft, Hungen · 2010 · Heft 7 · S. 1 bis 1 · DOI 10.3936/1030
Abstract
Im CLINOTEL-Krankenhausverbund wurden von Mai 2008 bis März 2009 insgesamt 93 aktuelle Fälle von im Krankenhaus erworbener Aspirationspneumonie aus 23 Mitgliedshäusern einer systemischen Fallanalyse unterzogen. Als Datenquelle wurden aufbereitete §21 KHEntgG-Daten aus dem CLINOTEL-Projekt „QSR-Qualitätssicherung mit Routinedaten“ herangezogen. Gegenstand der Analysen war der gesamte Behandlungsablauf von der Aufnahme (bzw. prästationären Versorgung) bis zur Entlassung und ggf. ambulanten Weiterbetreuung. Die fachspezifischen Inhalte wurden über eine systematische Literaturrecherche einschlägiger Fachdatenbanken mit den Suchbegriffen „aspiration“ und „aspiration pneumonia“ ermittelt und deren Ergebnisse praxisorientiert für die Mitgliedshäuser aufbereitet. Die Einzelfallanalysen wurden anhand eines standardisierten Verfahrens auf Basis des „London-Protocol“ nach Sally Taylor-Adams und Charles Vincent durchgeführt. Insbesondere über die interdisziplinäre Zusammenarbeit, die Befähigung und Weiterentwicklung der Mitarbeiter sowie den verbundübergreifenden Austausch der gewonnenen Erkenntnisse konnte eine hohe Durchdringung in den Mitgliedshäusern erreicht werden. Die erarbeiteten Ergebnisse wurden zur Optimierung der klinischen Abläufe und damit zur Erhöhung der Patientensicherheit eingesetzt. In der Betrachtung der Ergebnisqualität liegt der Schlüssel zur prospektiven Steigerung der Prozessqualität, vorausgesetzt es erfolgt ein organisationaler Lernprozess.
Zusammenfassung
Im CLINOTEL-Krankenhausverbund wurden von Mai 2008 bis März 2009 93 Fälle von im Krankenhaus erworbener Aspirationspneumonie analysiert. Die systemische Fallanalyse umfasste den gesamten Behandlungsablauf von der Aufnahme bis zur Entlassung und nutzte Daten aus dem Projekt „QSR-Qualitätssicherung mit Routinedaten“. Ziel war es, durch interdisziplinäre Zusammenarbeit und den Austausch von Erkenntnissen die Patientensicherheit zu erhöhen und klinische Abläufe zu optimieren. Die Analyse identifizierte systematische Schwachstellen, um zukünftige Verbesserungen abzuleiten. Ein zentraler Aspekt war
Schlagwörter
KRANKENHAUS; PATIENT; MITARBEITER; ZIEL; DOKUMENTATION; ORGANISATION; PROJEKT; WEITERENTWICKLUNG; ANPASSUNG;
