Altenpflege: Handeln ohne Verstehen, Verstehen ohne Handeln?Bestimmungsgründe einer professionalisierten Altenpflegepraxis aus strukturtheoretischer Sicht und deren Bedeutung für die Ausbildung Teil IEinleitung und Grundbegriffe einer struktural
Uwe Raven
Pflegewissenschaft, Hungen · 2009 · Heft 3 · S. 1 bis 1 · DOI 10.3936/docid200167
Abstract
Das Versorgungssystem der Altenpflege wird in Zukunft vermehrt und unausweichlich eine sehr große Zahl progredient hilfebedürftiger Menschen zu betreuen haben und es steht außer Zweifel, dass zur Bewältigung dieser gesamtgesellschaftlichen Herkulesaufgabe der Rahmenbedingungen schaffende politische Diskurs ebenso vorangetrieben werden muss, wie es notwendig ist, das wissenschaftlich fundierte Problemlösungspotential des professionellen Handlungsfeldes der Altenpflege auszuweiten. Zu beiden Aspekten will der vorliegende Artikel einen Beitrag leisten. In diesem Beitrag werden nach einem einleitenden Problemaufriss zunächst noch einmal die zentralen Begriffe des von U. Oevermann entwickelten strukturalen Theoriegebäudes beschrieben und miteinander verknüpft. Diese Begriffe stellen eine grundlegende Ableitungsbasis für professionelles altenpflegerisches Handeln dar. Es folgt dann eine – mit dem strukturalen Ansatz kompatible – Ergänzung dieser Ableitungsbasis in Form einer kurzen Einführung in das sozialphilosophische Konzept der moralischen Anerkennung (A. Honneth)/Aberkennung (D. Garz). Inwieweit diese theoretischen Vorüberlegungen für die Praxis altenpflegerischen Handelns stichhaltige Relevanz besitzen, kann nur an konkreten Fällen des Pflegealltags überprüft werden. Dabei genügt es jedoch nicht, eine subsumtionslogische Beschreibung von „passenden“ Fällen durchzuführen, sondern es sind methodisch streng kontrollierte Fallrekonstruktionen anhand Authentizität beanspruchender Praxisprotokolle vorzunehmen.
Zusammenfassung
Der Artikel von Uwe Raven thematisiert die Herausforderungen der Altenpflege im Kontext einer zunehmenden Zahl hilfebedürftiger Menschen. Er betont die Notwendigkeit, sowohl den politischen Diskurs zur Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen zu fördern als auch das wissenschaftliche Problemlösungspotenzial in der Altenpflege zu erweitern. Zentrale Begriffe der strukturalen Theorie von U. Oevermann werden erläutert, um eine Basis für professionelles Handeln zu schaffen. Zudem wird das sozialphilosophische Konzept der moralischen Anerkennung eingeführt. Raven kritisiert die ökonomische
Schlagwörter
ALTER; ANERKENNUNG; ALTENPFLEGE; PFLEGE; BEZIEHUNG; ENTWICKLUNG; INTERAKTION; LEBEN; PROBLEM;
