Versorgung von kognitiv eingeschränkten Menschen im KrankenhausrStatus quo vor Umsetzung eines innovativen Pflegekonzeptes
Prof. Dr. Annette Riedel, Prof. Dr. Reinhold Wolke, Karin Schmidt, Anja Siegle
Pflegewissenschaft, Hungen · 2015 · Heft 3 · S. 1 bis 1 · DOI 10.3936/1292
Abstract
Ein Klinikaufenthalt kann für kognitiv eingeschränkte Personen schnell zur Krisensituation werden, was sich häufig in nachlassenden alltagspraktischen Fähigkeiten, vermehrten Komplikationen und längeren Liegezeiten konkretisiert. Im vorliegenden Projekt wird die Situation von kognitiv eingeschränkten Patientinnen und Patienten während ihres stationären Aufenthalts beleuchtet. Dazu erfolgte ein Screening aller neu auf der Interventionsstation aufgenommenen Patientinnen und Patienten über 65 Jahre mit dem Mini-Cog. Anschließend wurden in der Gruppe der Personen mit auffälligem Mini-Cog die Schmerzen, die gesundheitsbezogene Lebensqualität, das Wohlbefinden und die alltagspraktische Fähigkeiten zweimal während des Klinikaufenthalts erhoben. Auf der Interventionsstation wiesen 30 Prozent der Patientinnen und Patienten einen auffälligen Mini-Cog auf. Über den stationären Aufenthalt blieb das Wohlbefinden der Betroffenen stabil, während die gesundheitsbezogene Lebensqualität wie auch die alltagspraktischen Fähigkeiten zunahmen. Die Schmerzen wiesen einen leicht abnehmenden Trend auf. Die vorliegende Ausgangserhebung ist Grundlage für eine Konzeptentwicklung zur verbesserten Pflege und Betreuung von kognitiv eingeschränkter Patientinnen und Patienten auf der Interventionsstation. Im Mittelpunkt stehen hierbei die speziellen Bedürfnisse und Bedarfe kognitiv eingeschränkter Patientinnen und Patienten. Nach der Implementierung des Konzepts wird eine erneute Datenerhebung stattfinden, mit deren Hilfe das Konzept in einem quasi-experimentellen Vorher-Nachher-Design evaluiert werden kann.
Zusammenfassung
Der Fachtext beschreibt die Herausforderungen und den aktuellen Stand der Versorgung kognitiv eingeschränkter Menschen im Krankenhaus, insbesondere bei Patienten über 65 Jahren. Ein Klinikaufenthalt kann für diese Personen zu einer Krisensituation führen, die sich in nachlassenden Fähigkeiten und längeren Liegezeiten äußert. Im Rahmen eines Projekts an der Hochschule Esslingen wurde eine Ausgangserhebung durchgeführt, bei der 30 Prozent der Patienten einen auffälligen Mini-Cog-Test aufwiesen. Die Ergebnisse zeigen, dass das Wohlbefinden stabil blieb, während die gesundheitsbezogene
Schlagwörter
AUFNAHME; DEMENZ; KRANKENHAUS; PROJEKT; STATION; TEST; SCREENING; BETREUUNG; EVALUATION;
