Pflegeerwartungen der Zukunft. Eine Untersuchung der sozialen Konstruktionen von Pflegeübernahme
Katharina Rädel-Ablass, Prof. Dr. Olaf Scupin
Pflegewissenschaft, Hungen · 2015 · Heft 2 · S. 1 bis 1 · DOI 10.3936/1287
Abstract
Das Erfahrungswissen von Menschen zur überund Annahme von Pflege ist die Basis von sozialen Konstruktionen. Sie äußern sich in Form von Erwartungen und Wünschen für die persönliche Pflege in der Zukunft. Im vorliegenden Artikel wurde das Erfahrungswissen in konkreten Situationen der Pflegeüberbzw. -annahme von pflegenden Angehörigen und Pflegebedürftigen mittels 14 episodischer leitfadengestützter Interviews ermittelt und analysiert. In den Ergebnissen ist der Wunsch nach Selbstbestimmung und Selbstständigkeit auch im Falle von Pflegebedürftigkeit bei beiden Probandengruppen zentral. Ausgehend davon ist von einem Bedeutungsverlust der Familie für die physische Pflege von betagten pflegebedürftigen Angehörigen auszugehen. Gleichzeitig bleibt die Bedeutung der Familie für deren psychische Betreuung ungebrochen hoch. Daraus kann auf einen zukünftig steigenden Bedarf an entsprechenden Betreuungsund Hilfeangeboten, welche einem selbstbestimmten Lebensstil gerecht werden, geschlossen werden.
Zusammenfassung
Der Artikel untersucht die Erwartungen an die Pflege in der Zukunft, basierend auf dem Erfahrungswissen von pflegenden Angehörigen und Pflegebedürftigen. Durch 14 leitfadengestützte Interviews wurde ermittelt, dass der Wunsch nach Selbstbestimmung und Autonomie für beide Gruppen zentral ist, auch bei Pflegebedürftigkeit. Die Ergebnisse deuten auf einen Bedeutungsverlust der Familie in der physischen Pflege hin, während ihre Rolle in der psychischen Betreuung weiterhin hoch bleibt. Dies weist auf einen steigenden Bedarf an Betreuungsangeboten hin, die einen selbstbestimmten Lebensstil fördern.
Schlagwörter
FAMILIE; PFLEGE; ALTER; ENTWICKLUNG; LEBEN; BELASTUNG; STUDIE; PFLEGEHEIM; WOHNEN; AINS;
