Pflegewissenschaft · Artikel

Wunsch und realisierte Wirklichkeit der Wohnund Lebensplanung von ‚middle’ und ‚high agern’

Martin K.W. Schweer, Barbara Thies, Marco Stürenberg

Pflegewissenschaft, Hungen · 2011 · Heft 9 · S. 1 bis 1 · DOI 10.3936/1105

Abstract

Schon heute gibt es eine Vielzahl von Pflegeund Betreuungsangeboten, dennoch ist wenig über die tatsächlichen Erwartungen und Bedürfnisse zukünftiger Klientel bekannt. Zwar existieren einzelne Versuche von Typisierungen, diese vermögen jedoch die Richtungsentscheidungen für die weitere Entwicklung des Altenhilfeund Altenpflegesektors nicht hinreichend zu lenken. In der hier vorgestellten repräsentativen empirischen Untersuchung wurden 1000 Bürger/innen im Alter zwischen 45 und 75 Jahren nach ihren Wünschen und Bedürfnissen für die eigene Lebensführung im höheren Alter befragt. Aus Sicht der Probanden liegen zukünftige Bedarfe eindeutig im Ausbau ambulanter Versorgungsstrukturen. Heime (oder auch nur spezielle Wohnformen exklusiv für ältere Menschen) werden zwar als erforderlich erachtet, sie implizieren aber eine Lebensform, die möglichst vermieden werden sollte. Träger werden künftig einen Wettbewerbsvorteil haben. Die Befragten wünschen sich vordringlich Autonomie und eine unabhängige Lebensführung. Gemeinschaftliche oder gar alternative Wohnformen stoßen nur auf geringe Zustimmung. Die Untersuchungsergebnisse verdeutlichen insgesamt die nach wie vor ambivalente Haltung zum Thema „Alter(n) und Pflege“: Auf der einen Seite sind viele Menschen noch dem Klischee verhaftet, das Leben im Heim sei ein notwendiges Übel, während sich auf der anderen Seite ein Gefühl durchzusetzen scheint, die unterschiedlichen Anbieter als Dienstleister zu betrachten.

Zusammenfassung

Die Studie von Schweer, Thies und Stürenberg untersucht die Wünsche und Bedürfnisse von Personen im Alter von 45 bis 75 Jahren hinsichtlich ihrer Wohn- und Lebensplanung im Alter. Die Ergebnisse zeigen, dass die Befragten eine klare Präferenz für ambulante Versorgungsstrukturen äußern und Heime als notwendiges Übel betrachten, das sie möglichst vermeiden möchten. Autonomie und ein selbstbestimmtes Leben sind zentrale Anliegen, während gemeinschaftliche Wohnformen wenig Zustimmung finden. Die Studie verdeutlicht die ambivalente Haltung der Menschen zu Pflegeeinrichtungen und betont die

Schlagwörter

ALTER; WOHNEN; LEBEN; SPIELEN; WOHNFORM; ALTERNATIVE; GRUPPE; PFLEGE; PFLEGEHEIM; AINS;