„Du hast keine Kraft mehr, so von innen kommt nichts mehr“ – Das Erleben von Angehörigen während des Wartens auf einen Pflegeheimplatz
Lydia Neubert
Pflegewissenschaft, Hungen · 2016 · Heft 3 · S. 1 bis 1 · DOI 10.3936/1337
Abstract
Die Zeit davor und der Heimeinzug sind kritische Lebensphasen für hilfeoder pflegebedürftige Menschen und ihre Verwandten, die bis dahin das Leben zu Hause ermöglichten. Manchmal müssen Betroffene auf das Freiwerden eines Heimplatzes warten. Bisher ist wenig darüber bekannt, wie Angehörige diese Zeit erleben. Zur Annäherung auf diese Frage wurden fünf episodische Interviews mit Angehörigen mittels der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring analysiert. Der Entschluss für das Ende der Pflege zu Hause birgt ein hohes Konfliktpotenzial für die Betroffenen. Der ausgelöste Gefühlsaufruhr und verschiedene äußere Umstände fordern sie in ihren bisherigen Rollen heraus. Ein gelungener Heimübergang kann dazu beitragen, die Konflikte zu bewältigen. Sorgt der Umzug für die erhoffte Erleichterung der Angehörigen, finden sie leichter in ihre neue Rolle als Angehörige eines Heimbewohners. Hierzu ist eine spezialisierte Begleitung, wie sie von Transitionsbegleitern geboten werden kann, von Nöten
Zusammenfassung
Der Artikel untersucht das Erleben von Angehörigen während der Wartezeit auf einen Pflegeheimplatz für hilfe- oder pflegebedürftige Menschen. Diese Phase ist für die betroffenen Familien besonders herausfordernd, da sie oft mit emotionalen Konflikten und der Unsicherheit über die zukünftige Pflege konfrontiert sind. Fünf episodische Interviews wurden analysiert, um die Gefühle und Belastungen der Angehörigen zu erfassen. Die Entscheidung für eine Heimunterbringung und die Wartezeit stellen kritische Lebensereignisse dar, die das familiäre System stark belasten können. Ein erfolgreicher
Schlagwörter
ZEIT; PFLEGE; ENTSCHEIDUNG; ERLEBEN; BEZIEHUNG; LEBEN; LITERATUR; ALTENHILFE; FAMILIE; AINS;
