Polypharmazie in der Geriatrie. Der Stellenwert von Bildung, intradisziplinärer und interprofessioneller Kommunikation des Diplompflegepersonals im Hinblick auf Prävention und PatientInnensicherheit
Mag. Julia Radlbeck, Mag. Christine Rungg, Susann Dittrich, MSc., Priv-Doz. Dr. Susanne Perkhofer
Pflegewissenschaft, Hungen · 2018 · Heft 6 · S. 1 bis 1 · DOI 10.3936/1553
Abstract
Polypharmazie, auch Multimedikation oder Polypharmakotherapie genannt, ist in der alternden und multimorbiden Gesellschaft der westlichen Welt ein hochaktuelles Thema. Chronische und degenerative Alterserkrankungen bedürfen einer Grundmedikation, die bei akuten Krankheiten oder Unfällen erweitert werden muss. Ab einer Einnahme von 5-8 Arzneimitteln pro Tag ist das Zusammenspiel von Nebenund Wechselwirkungen unklar. Zudem haben geriatrische PatientInnen einen veränderten Stoffwechsel in Bezug auf Pharmakokinetik und -dynamik, was die Therapie ineffizient und intransparent macht. Es wurden mittlerweile verschiedene Hilfsmittel für ÄrztInnen entwickelt, die den Umgang mit Polypharmazie in der Praxis erleichtern, für Diplompflegepersonal ist dieses Handling noch weiter ausbaufähig.
Zusammenfassung
Polypharmazie, die gleichzeitige Einnahme von fünf bis acht Medikamenten, ist ein bedeutendes Problem in der Geriatrie, da sie das Risiko unerwünschter Arzneimittelwirkungen und Wechselwirkungen erhöht. Ältere Patienten, oft multimorbid, benötigen häufig komplexe Medikation, was durch veränderte Stoffwechselprozesse zusätzlich erschwert wird. Die Ausbildung und Kommunikation des Diplompflegepersonals spielen eine entscheidende Rolle bei der Prävention von Risiken im Umgang mit Polypharmazie. Wichtige Aspekte sind die Vorbereitung auf Visiten, die Qualität der Informationsweitergabe und die
Schlagwörter
VISITE; KOMMUNIKATION; PFLEGE; ARZNEIMITTEL; THERAPIE; TEAM; GERIATRIE; ALTER; WIRKUNG;
