Pflegewissenschaft · Artikel

Mensch, Land, Pflege – wie gestaltet sich die Zukunft? Neue zentrale Erkenntnisse der Bedarfe älterer Menschen im ländlichen Raum im Hinblick auf Gesundheit, Prävention, Technik und Bildung

Anna Haupeltshofer, Britta Blotenberg, Prof. Dr. Stefanie Seeling, Daniela Stutz

Pflegewissenschaft, Hungen · 2019 · Heft 11 · S. 1 bis 1 · DOI 10.3936/1697

Abstract

Welche Wünsche und Bedarfe haben die Bürgerinnen und Bürger des Landkreises Grafschaft Bentheim und des südlichen Emslandes in Bezug auf das regionale Gesundheitswesen? Um die Bereiche Gesundheit, Prävention, Technik und Bildung multiperspektivisch in den Blick zu nehmen, wurden drei Bürgerforen und eine Expertenrunde konzipiert. Es konnten sechs relevante Dimensionen, in denen Handlungsbedarf besteht, eruiert werden. Die Ergebnisse zeigen, dass das Konstrukt einer funktionierenden Nachbarschaft als Sorgenetz erlebt, welches jedoch in der Region als schwindend wahrgenommen wird. Hinzu kommt die oftmals negative Wahrnehmung des persönlichen Alters. Resultierend daraus werden pflegerelevante Themen und Pflegebedürftigkeit aus dem Bewusstsein verdrängt, was zu einer späten Auseinandersetzung mit dem persönlichen Gesundheitsmanagement führt. Hingegen sind die Bürgerinnen und Bürger auch offen gegenüber innovativen Versorgungsformen, wie die Möglichkeit einer Konsultation einer akademisch qualifizierten Pflegeperson in der häuslichen Umgebung. Erfahrungen im Umgang mit Technik zeigen, dass ein hoher Informationsbedarf in Bezug auf Nutzen und Handhabung von Technik besteht. Auf Grundlage dieser Ergebnisse werden die Präventiven Hausbesuche und das Bildungsmanagement „Digital Nurse“ als regionale Lösungsansätze mit einem frühzeitig ansetzenden Präventionsgedanken vorgestellt.

Zusammenfassung

Der Artikel untersucht die Bedürfnisse älterer Menschen im ländlichen Raum, insbesondere im Landkreis Grafschaft Bentheim und dem südlichen Emsland, hinsichtlich Gesundheit, Prävention, Technik und Bildung. Durch Bürgerforen und Expertenrunden wurden sechs Handlungsdimensionen identifiziert. Die Ergebnisse zeigen, dass das soziale Netzwerk in der Region als schwinden wahrgenommen wird, was zu einer späten Auseinandersetzung mit Pflegebedürftigkeit führt. Dennoch sind die Bürger offen für innovative Versorgungsformen, wie die Konsultation akademisch qualifizierter Pflegekräfte. Ein hoher

Schlagwörter

TECHNIK; GESUNDHEIT; PFLEGE; WAHRNEHMUNG; BILDUNG; ALTER; LEBEN; BERATUNG; DIGITAL;