Pflegewissenschaft · Artikel

Wie gelingt es pflegenden Angehörigen von Demenzerkrankten in der häuslichen Umgebung mit deren verändertem Verhalten umzugehen? Eine qualitative Untersuchung.

Sabine Pieniak

Pflegewissenschaft, Hungen · 2020 · Heft 2 · S. 1 bis 1 · DOI 10.3936/1695

Abstract

Der Umgang mit einem Demenzerkrankten hängt davon ab, ob und wie die pflegenden Angehörigen die Verhaltensänderungen verstehen und darauf eingehen können. Sie entwickeln im Laufe der Versorgung unterschiedliche Bewältigungsstrategien, die das Gelingen fördern können. Insgesamt 25 pflegende Angehörige im Alter von 49 bis 89 Jahren haben ihre persönlichen Erfahrungen zum Gelingen des Umgangs mit dem Demenzkranken in einem Interview geschildert. Alle Befragten schilderten Ärgernisse im Anfangsstadium, weil sie die Demenzsymptomatik nicht deuten konnten. Ohne kompetente Unterstützung erfolgt nur eine Bewältigung der Demenzsymptomatik, wie z. B. Ablenken bei ständiger Fragerei. Wenn die Angehörigen erkennen, dass sie durch ihr Verhalten das herausfordernde Verhalten nicht mehr beeinflussen können, entsteht oft eine Verzweiflung und Hilflosigkeit, die zu einem Abbruch des Gelingens führen. Erst wenn das herausfordernde Verhalten als ein „normales Krankheitssymptom“ verstanden wird, erfolgt ein Defizitausgleich für den Demenzerkrankten in Form von Empathie. Dies wirkt sich positiv auf das Verhalten des Erkrankten aus. Ein deutliches Ergebnis dieser Untersuchung ist, dass die pflegenden Angehörigen gerade im Anfangsstadium der Demenzerkrankung Hilfe benötigen, um die Verhaltensänderungen zu verstehen und darauf eingehen zu können.

Zusammenfassung

Die Pflegewissenschaftliche Untersuchung beschäftigt sich mit dem Umgang pflegender Angehöriger von Demenzerkrankten in der häuslichen Umgebung. Es zeigt sich, dass das Verständnis und die Reaktion der Angehörigen auf das veränderte Verhalten entscheidend sind. In der Studie schilderten 25 Angehörige ihre Erfahrungen und Bewältigungsstrategien. Anfangs konnten Die pflegenden Angehörigen im Anfangsstadium der Demenzerkrankung benötigen Hilfe, um die Verhaltensänderungen zu verstehen. Sie haben negative Erfahrungen mit Ärzten gemacht, die Demenzsymptome oft als altersbedingt einstuften. Kommunikationsstrategien werden entwickelt, um mit dem Nachlassen der Kommunikationsfähigkeit des Demenzkranken umzugehen. Unterstützung aus der Familie, Der Text beschäftigt sich mit dem Umgang mit demenziell erkrankten Familienmitgliedern und betont die Bedeutung von frühzeitiger Sensibilisierung und Kenntnis über vorhandene Angebote. Es wird diskutiert, wie Angehörige durch Verständnis und Anpassung ihrer Bewältigungsstrategien besser mit den Herausforderungen umgehen können. Es wird betont, dass weitere Forsch

Schlagwörter

DEMENZ; ALTER; HILFE; KRANKHEITSVERLAUF; STRESS; HAUSARZT; ZEITSCHRIFT; GERONTOPSYCHOLOGIE; LITERATUR;