Belastungen und Bewältigungsstrategien von Pflegefachkräften zu Beginn der COVID-19-Krise im Bereich der stationären Langzeitpflege
Piechotta-Henze, G.; Böhm-Fischer, A.; Dibelius, O.
Pflegewissenschaft · 2022 · Heft 6 · S. 315 bis 330 · DOI 10.3936/22c2pw06
Abstract
Die COVID-19-Krise stellte gerade zu Beginn die stationären Langzeiteinrichtungen und ihre Akteur*innen vor große Herausforderungen. Um die subjektiven Sichtweisen, das Belastungserleben sowie die Problemlösekompetenz des Pflegefachpersonals in einem ohnehin prekären Arbeitsbereich erfassen zu können, wurde in einem ersten Studienprozess ein Review durchgeführt. Anschließend erfolgte eine empirische Mixed-Methods-Studie, die sich auf die erste COVID-Welle konzentrierte. Für die beruflich Pflegenden standen in der Pandemie kaum bis keine personellen Ressourcen zur Verfügung und auf professionelle Unterstützungsangebote zur Bewältigung von Belastungen in krisenhaften Zeiten konnten sie nicht zurückgreifen. Auf der Basis individueller Strategien zeigten sie allerdings eine hohe Problemlösekompetenz.
Zusammenfassung
Die Studie untersucht die Belastungen und Bewältigungsstrategien von Pflegefachkräften zu Beginn der COVID-19-Krise in stationären Langzeiteinrichtungen. Es wird festgestellt, dass die Pandemie große Herausforderungen für das Pflegepersonal mit sich brachte, da sie mit Personalmangel und Überlastung konfrontiert waren. Die Studie konzentriert sich auf die erste Welle der Krise Die Interviews wurden mit Pflegenden durchgeführt, die Weiterbildungen absolviert haben. Die Interviews wurden telefonisch, per Zoom oder persönlich in Pflegeeinrichtungen durchgeführt. Die Pflegenden hatten zwischen 0 und 3 Kinder und arbeiteten zwischen 9 Monaten und 23 Jahren in ihren Einrichtungen. Einige hatten Migrationserfahrung. Die Interviews wurden aufgezeichnet, transkribiert und mit MAXQDA analysiert. Es Die Studie untersucht den pflegerischen Mehraufwand und strukturelle Veränderungen im Altenpflegebereich aufgrund von Quarantänebestimmungen während der COVID-19-Pandemie. Pflegekräfte berichten von erhöhten psychosozialen Anforderungen, Konflikten mit Angehörigen aufgrund von Besuchsverboten, erhöhtem Personalschlüssel und psychischer sowie Die Pflegenden erleben während der Pandemie Angst und Sorgen, insbesondere um ihre Familie und Angehörige im Ausland. Sie müssen verschiedene Strategien entwickeln, um eine Weitergabe des Virus zu vermeiden. Während der Sterbebegleitung dürfen Angehörige in der Regel besuchen, jedoch gibt es Ausnahmen, die als moralische Belastung empfunden werden. Die Pflegenden fühlen sich erschöp
Schlagwörter
PFLEGE; ZEIT; PERSONAL; KOMMUNIKATION; PFLEGEPERSONAL; STUDIE; ALTENPFLEGE; ANGST; VIRUS;
