Pflegewissenschaft · Artikel

Spannungsverhältnisse in der stationären Versorgung während der COVID-19 Pandemie Was wir aus dem individuellen Umgang professionell Pflegender mit Vorschriften zum Infektionsschutz lernen können

Bergholz , A. ; Paul , J. ; König , F. ; Merz, S. ; Holmberg, C.

Pflegewissenschaft · 2025 · Heft 2 · S. 91 bis 97 · DOI 10.3936/ayn4tg82

Abstract

m Rahmen der Eindämmungsmaßnahmen der COVID-19 Pandemie war pflegerisches und medizinisches Personal in der stationären Versorgung häufig damit konfrontiert, das Spannungsverhältnis zwischen einer Ethik der öffentlichen Gesundheit und einer Ethik der patientenzentrierten Pflege zu bewältigen. Der Artikel geht der Frage nach, wie mit diesem Spannungsverhältnis umgegangen wurde und wie die daraus resultierenden Erkenntnisse zur Entlastung des Personals für zukünftige Pandemieplanungen beitragen können. Datenbasis sind qualitative Interviews aus dem Zeitraum 06/2020 bis 05/2021. Die Ergebnisse zeigen, dass flexible Umgangsformen mit Vorschriften eine subjektiv größere Entlastung vom Spannungsverhältnis offenbaren als eine strikte Einhaltung. Demnach ist eine Formulierung von Regeln in Pandemiesituationen mit Ermessensspielräumen und konkreten Ausnahmen förderlich, da subjektive Freiheitsgrade Belastung abmildern können.

Zusammenfassung

Der Artikel untersucht die Spannungsverhältnisse, mit denen Pflegekräfte während der COVID-19-Pandemie in der stationären Versorgung konfrontiert waren. Diese Spannungen resultieren aus der Notwendigkeit, zwischen der öffentlichen Gesundheit und der patientenzentrierten Pflege zu balancieren. Basierend auf qualitativen Interviews von Juni 2020 bis Mai 2021 zeigt die Studie, dass flexible Umgangsweisen mit Infektionsschutzvorschriften zu einer subjektiven Entlastung führen, während strikte Regelbefolgung oft als belastend empfunden wird. Vier Strategien wurden identifiziert: 1)

Schlagwörter

COVID-19; PERSONAL; BRANDENBURG; PFLEGE; ETHIK; BELASTUNG; VORSCHRIFTEN; GESUNDHEIT; LEBEN;