Pflegewissenschaft · Artikel

Prüfungsund Anleitungssituationen aus Sicht von zu Pflegenden und deren Angehörigen Ergebnisse von strukturierten Interviews

Deufel, K.; Andrea Glodek, A.; Reuschenbach, B.

Pflegewissenschaft · 2025 · Heft 3 · S. 145 bis 154 · DOI 10.3936/qwn64k35

Abstract

Zum Erlernen praktischer Kompetenzen ist die Teilnahme von zu Pflegenden bei der Praxisanleitung essenziell. Zur Sichtweise von zu Pflegenden bei Anleitungsund Prüfungssituationen ist aber wenig bekannt. Die qualitative Studie untersucht, wie zu Pflegende die Praxisanleitung erleben. Dazu wurden 16 leitfadengestützte Interviews mit zu Pflegenden und deren Angehörigen aus dem Bereich der stationären Akutpflege, Langzeitpflege und ambulanten Pflege geführt. Die Interviews wurden inhaltsanalytisch mithilfe von Kuckartz & Rädiker (2022) ausgewertet und dazu der PDCA-Zyklus als Strukturierungshilfe genutzt. Dies ermöglicht die Ableitung von Handlungsempfehlungen, um Bildungsbedürfnisse der Auszubildenden und die Bedürfnisse der zu Pflegenden in Einklang zu bringen.

Zusammenfassung

Die qualitative Studie untersucht, wie zu Pflegende und Angehörige Anleitungs- und Prüfungssituationen in der Pflege erleben. Grundlage sind 16 leitfadengestützte Interviews aus stationärer Akutpflege, Langzeitpflege, ambulanter Pflege sowie mit Angehörigen; ausgewertet wurde inhaltsanalytisch entlang des PDCA-Zyklus. Die Teilnehmenden zeigten insgesamt eine hohe Bereitschaft zur Mitwirkung, vor allem um Auszubildende zu unterstützen und die Pflegeausbildung zu fördern. Ablehnung entstand vor allem bei schlechtem Gesundheitszustand, zu häufiger Anfrage, Überforderung oder wenn in der Pädiatrie Ausbildungsstand, Lerninhalt und Auftreten der Auszubildenden als unpassend empfunden wurden. Wichtig sind aus Sicht der Befragten frühzeitige, verständliche Informationen, z. B. zu Person, Funktion, Ausbildungsjahr, Vorkenntnissen und Inhalt der Anleitung. Während der Durchführung sind offene Kommunikation, respektvoller Umgang, aktive Beteiligung der Pflegebedürftigen und die Wahrung der Privatsphäre zentral. Viele sahen auch einen eigenen Nutzen, etwa durch das Erlernen von Maßnahmen oder ein besseres Verständnis der Versorgung. Rückmeldungen zum Ausgang der Anleitung oder Prüfung wurden gewünscht; die meisten bewerteten ihre Erfahrungen positiv. Insgesamt leitet die Studie Handlungsempfehlungen für eine personenorientierte Praxisanleitung ab, die Bildungsbedürfnisse von Auszubildenden und Bedürfnisse der Pflegebedürftigen besser in Einklang bringen sollen.

Schlagwörter

Pflege, Anleitungsprozess, Prüfungssituationen, zu Pflegende, qualitative Studie, Partizipation, Bedürfnisse, Interviews, Praxisanleitung, Akutpflege, Langzeitpflege, ambulante Pflege