Pflegerische Lohnarbeit auf dem Prüfstand Plädoyer für eine Neubewertung aus anerkennungstheoretischer Sicht
Röper, S. ; Wetzel, D.J.
Pflegewissenschaft · 2025 · Heft 5 · S. 278 bis 290 · DOI 10.3936/b7jct062
Abstract
Pflegekräfte sind durch ihre Leistungen und die beruflichen Rahmenbedingungen sowie die damit verbundenen Vorstellungen über eine gerechte Entlohnung während der Coronapandemie in den gesellschaftlichen Fokus gerückt. Ziel dieses Beitrags ist es, mithilfe von Theorien des Sozialphilosophen Axel Honneth und deren Konfrontation mit empirischen Studien aus der Pflegepraxis, herauszufinden, nach welchen Kriterien eine faire Entlohnung des Pflegeberufs erfolgen könnte. Acht Bewertungsdimensionen wurden identifiziert, um perspektivisch Kriterien für eine gerechte und gesellschaftlich anerkannte Entlohnung des Pflegeberufs abbilden zu können.
Zusammenfassung
Der Artikel von Sebastian Röper und Dietmar J. Wetzel thematisiert die Notwendigkeit einer Neubewertung der Entlohnung im Pflegeberuf aus anerkennungstheoretischer Perspektive, insbesondere im Kontext der Coronapandemie. Pflegekräfte haben während dieser Krise verstärkt gesellschaftliche Anerkennung erfahren, jedoch bleibt die tatsächliche Wertschätzung und angemessene Entlohnung oft aus. Der Beitrag identifiziert acht Bewertungsdimensionen, die für eine gerechte Entlohnung relevant sind, basierend auf den Theorien des Sozialphilosophen Axel Honneth. Diese Dimensionen umfassen ökonomische, zeitliche, psychische, soziale, mentale, sowie die Dimensionen von Solidarität, Recht und Liebe.
Die Autoren argumentieren, dass eine faire Entlohnung sowohl materielle als auch immaterielle Aspekte berücksichtigen muss. Die Arbeitsbedingungen in der Pflege sind häufig prekär, was eine stärkere politische und gewerkschaftliche Vertretung erfordert. Der Artikel schlussfolgert, dass die gesellschaftliche Anerkennung der Pflegeberufe verbessert werden muss, um die Arbeitsbedingungen und die Entlohnung nachhaltig zu verändern. Eine umfassende Bewertung der Pflegearbeit könnte nicht nur die finanzielle Situation der Pflegekräfte verbessern, sondern auch deren berufliches Selbstwertgefühl und gesellschaftliche Anerkennung steigern. Abschließend wird betont, dass weitere empirische Forschungen notwendig sind, um die entwickelten Bewertungskriterien zu validieren und die Komplexität der Lohnbewertung im Pflegebereich zu erfassen.
Schlagwörter
Arbeit, Arbeitnehmer, Arbeitsplatz, Deutschland, Berufsgruppen, Ärzte, Bundesregierung, Aufmerksamkeit, Beschleunigung, Berlin, Berufe, Arbeitsmedizin, Altenpflege, Arbeitsschutz, Auszubildende, Krankenhaus, Arbeitsbelastung, Bevölkerung
