Pflegewissenschaft · Artikel

Die Erhaltung der Lebensqualität von Menschen mit chronischen Rückenschmerzen Implikationen für das Schmerzmanagement in der Pflege

Morgenstern, U. ; Blechschmidt, H.

Pflegewissenschaft · 2025 · Heft 5 · S. 291 bis 298 · DOI 10.3936/ewcc7b05

Abstract

Chronische untere Rückenschmerzen (CLBP) sind weltweit verbreitet und stellen sowohl für Betroffene als auch für das Gesundheitssystem eine erhebliche Belastung dar. Chronische Schmerzerkrankungen sind ein biopsychosoziales Konstrukt. Dabei spielen psychologische Komponenten eine Rolle für die Bewältigung der Beschwerden und die Erhaltung der Lebensqualität. In dieser systematischen Literaturrecherche wird die Rolle der Emotionsregulierung und Selbstwirksamkeit bei der Schmerzbewältigung und Erhaltung der Lebensqualität bei CLBP-Patient*innen im Rahmen von Bewegungstherapien untersucht. Die Ergebnisse zeigen, wie die Selbstwirksamkeit, Motivation und Emotionsregulation den Umgang mit chronischen unteren Rückenschmerzen beeinflussen können und es werden Implikationen für das evidenzbasierte Schmerzmanagement in der Pflege gegeben.

Zusammenfassung

Chronische Rückenschmerzen (CLBP) sind ein global verbreitetes Problem, das sowohl für Betroffene als auch für das Gesundheitssystem eine erhebliche Belastung darstellt. Diese systematische Literaturrecherche untersucht die Rolle von Emotionsregulierung, Selbstwirksamkeit und Motivation bei der Schmerzbewältigung und der Erhaltung der Lebensqualität von CLBP-Patient*innen im Kontext von Bewegungstherapien. Die Ergebnisse zeigen, dass psychologische Faktoren signifikant die Schmerzbewältigung und Lebensqualität beeinflussen können.

Die Forschung belegt, dass Bewegungstherapien, wie Yoga und Physiotherapie, die Selbstwirksamkeit erhöhen und die Schmerzwahrnehmung verbessern. Besonders wichtig ist die intrinsische Motivation der Patienten, die entscheidend für den Therapieerfolg ist. Die Studien belegen, dass eine hohe Selbstwirksamkeit und positive Emotionsregulation mit einer Reduktion der Schmerzen und einer Verbesserung der Lebensqualität korrelieren.

Für das Schmerzmanagement in der Pflege wird empfohlen, multimodale Ansätze zu verfolgen, die sowohl physische als auch psychologische Interventionen integrieren. Eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Pflegekräften, Physiotherapeuten und Psychologen ist entscheidend, um eine ganzheitliche Betreuung zu gewährleisten. Zukünftige Forschungen sollten größere, repräsentative Stichproben einbeziehen und den Einfluss spezifischer Therapieelemente auf psychologische Faktoren weiter untersuchen.

Schlagwörter

chronische Rückenschmerzen, Lebensqualität, Schmerzmanagement, Emotionsregulation, Selbstwirksamkeit, Bewegungstherapien