„Das Beste daraus machen“ Förderung der Work-Life-Balance von Pflegefachpersonen im pädiatrischen Notfallsetting: Eine qualitativ-explorative Studie
Dell’Apollonia, C.
Pflegewissenschaft · 2025 · Heft 5 · S. 299 bis 308 · DOI 10.3936/xw1ckj74
Abstract
Auf pädiatrischen Notfallstationen sind Pflegefachpersonen mit besonderen beruflichen Rahmenbedingungen konfrontiert, die zu einem „Work-Life-Conflict“ führen können. Dieser Beitrag geht der Frage nach, wie Pflegende in diesem Setting die Rahmenbedingungen erleben und wie Führungspersonen die „Work-Life-Balance“ der Pflegenden fördern können – mit dem Ziel, Maßnahmen für gesundheitsförderliches Führen zu entwickeln. Zwölf Einzelinterviews mit Pflegefachpersonen fanden statt, ergänzt durch drei Validierungsinterviews und ein Experteninterview. Die Auswertung erfolgte mittels qualitativer Inhaltsanalyse. Es zeigte sich, dass unter anderem Schichtarbeit und mangelnde Wertschätzung die Work-Life-Balance beeinträchtigen. Als positive Faktoren erwiesen sich offene Teamkultur, ein verständnisvolles Umfeld und individuelle Strategien. Führungspersonen können die Work-Life-Balance fördern, indem sie beispielsweise Mitwirkung bei der Dienstplangestaltung ermöglichen, gesundheitsförderliche Angebote bereitstellen und eine Vorbildrolle einnehmen.
Zusammenfassung
Die qualitativ-explorative Studie von Claudia Dell’Apollonia untersucht die Work-Life-Balance von Pflegefachpersonen im pädiatrischen Notfallsetting. Pflegekräfte sind dort besonderen Herausforderungen ausgesetzt, die zu einem „Work-Life-Conflict“ führen können. Die Forschung basiert auf zwölf Einzelinterviews mit Pflegefachpersonen sowie Validierungs- und Experteninterviews. Die Ergebnisse zeigen, dass Schichtarbeit und mangelnde Wertschätzung die Work-Life-Balance negativ beeinflussen. Positive Faktoren sind eine offene Teamkultur, ein unterstützendes Umfeld und individuelle Bewältigungsstrategien.
Die Studie hebt hervor, dass Führungspersonen durch Mitbestimmung bei der Dienstplangestaltung, gesundheitsförderliche Angebote und eine Vorbildfunktion die Work-Life-Balance der Mitarbeitenden verbessern können. Die Herausforderungen umfassen ständige Müdigkeit durch unregelmäßige Arbeitszeiten und fehlende Anerkennung. Die Befragten betonen die Bedeutung eines unterstützenden Teams und individueller Strategien, um mit den Belastungen umzugehen.
Die Studie schlägt Maßnahmen vor, um die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben zu optimieren, darunter eine bessere Planung der Schichten, Gesundheitstage und eine gesundheitsförderliche Führung. Die Ergebnisse verdeutlichen die Notwendigkeit, die Arbeitsbedingungen aktiv zu gestalten, um die Gesundheit und Zufriedenheit der Pflegekräfte zu fördern, insbesondere in Zeiten des Fachkräftemangels.
Schlagwörter
Work-Life-Balance, Pflegefachpersonen, pädiatrisches Notfallsetting, qualitative Studie, Gesundheitsförderung, Führung, Arbeitsbedingungen, Vereinbarkeit von Familie und Beruf
