Pflegewissenschaft · Artikel

Entwicklung einer Advanced Practice Nursing (APN) - Rolle für Patient_innen mit Schlaganfall am Klinikum Darmstadt Eine qualitative Befragung von Pflegefachpersonen zu den Erwartungen an die vorgesehene APN-Rolle

König , C. ; Trojan, A. ; Forster, L.

Pflegewissenschaft · 2025 · Heft 5 · S. 260 bis 277 · DOI 10.3936/40ke3047

Abstract

Aufgrund des medizinischen Fortschritts in der Schlaganfallbehandlung wird die Einführung akademisierter Pflegefachpersonen empfohlen. Im Klinikum Darmstadt ist die Implementierung von Pflegeexpert_innen APN (Advanced Practice Nursing) für Patient_innen mit Schlaganfall geplant. Mit dem Ziel, deren Aufgaben und Tätigkeitsprofil zu konkretisieren, wurde mithilfe der Grounded-Theory-Methodoogie eine Befragung von Pflegefachpersonen durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass zeitliche und personelle Ressourcenknappheiten, differenzierte Pflegequalifikationen und Schnittstellenproblematiken in der interdisziplinären Zusammenarbeit eine schlaganfallspezifische Versorgung erschweren. Pflegeexpert_innen APN können durch ihre erweiterten Kompetenzen diese Herausforderungen adressieren.

Zusammenfassung

Die qualitative Studie am Klinikum Darmstadt untersucht die Entwicklung einer Advanced Practice Nursing (APN)-Rolle für Schlaganfallpatienten. Ziel ist es, die Erwartungen von Pflegefachpersonen an diese neue Rolle zu erfassen. Die Ergebnisse zeigen, dass Herausforderungen wie Ressourcenmangel, unterschiedliche Pflegequalifikationen und Schnittstellenprobleme in der interdisziplinären Zusammenarbeit die Versorgung von Schlaganfallpatienten erschweren. Pflegeexpert_innen APN könnten durch ihre erweiterten Kompetenzen diese Probleme adressieren.

Die Studie basiert auf der Grounded Theory und umfasst Interviews mit vier Pflegefachpersonen der neurologischen Station. Die Befragten äußerten, dass eine verbesserte Fachlichkeit in der Pflege notwendig sei, um die spezifischen Bedürfnisse von Schlaganfallpatienten zu erfüllen. Zudem wurde die Bedeutung einer effektiven interprofessionellen Zusammenarbeit betont, um die Patientenversorgung zu optimieren.

Die Ergebnisse identifizieren sechs zentrale Kategorien: Förderung fachlicher Pflege, Verbesserung der interprofessionellen Zusammenarbeit, Schaffung arbeitsfördernder Strukturen, Einbeziehung von Angehörigen, Begleitung bei medizinisch-ethischen Entscheidungen und Unterstützung bei der Krankheitsbewältigung. Die Einführung der APN-Rolle wird als Chance gesehen, um die Versorgung zu verbessern und die Patientenzufriedenheit zu erhöhen.

Schlagwörter

Berufsgruppen, Angehörige, Beratung, Ärzte, Deutschland, Arbeit, Körperpflege, Neurologie, Dysphagie, Checkliste, Dokumentation, Aktivitäten des täglichen Lebens, Berufsausbildung, Datensammlung, Bibliotheken, Altenpflege, Beurteilung, Datenbanken