Die subjektive Arbeitsbelastung und Zufriedenheit von Pflegenden mit ihrem Arbeitsumfeld vor und während der COVID-19-Pandemie Eine prospektive Beobachtungsstudie
Zozman , M. ; Stocker, R.
Pflegewissenschaft · 2025 · Heft 5 · S. 262 bis 268 · DOI 10.3936/5040
Abstract
Neben einem landesweiten Mangel an ausgebildeten Pflegenden steigen die Anforderungen an diese stetig. Das Ziel dieser Studie war es, die subjektive Arbeitsbelastung (SEAB) und die Wahrnehmung der Arbeitsumgebungsqualität (PES-NWI-R) von Pflegenden in einem Schweizer Akutspital vor und während der COVID-19-Pandemie zu eruieren. Es hat sich gezeigt, dass obwohl die PES-NWI-R als angemessen bewertet wurde, Pflegende grundsätzlich eine erhöhte SEAB haben und ca. ¼ der Teilnehmenden eine eher tiefere Arbeitszufriedenheit äussern als vor der Pandemie. Eine generell erhöhte SEAB kann dazu führen, dass die Arbeit nicht in der vorgesehenen Zeit erledigt oder sogar ausgelassen wird. Die COVID-19-Pandemie hat die Situation verschärft und die Arbeitszufriedenheit der Pflegenden scheint zu sinken.
Zusammenfassung
Die prospektive Beobachtungsstudie von Zozman und Stocker untersucht die subjektive Arbeitsbelastung und Zufriedenheit von Pflegenden in einem Schweizer Akutspital vor und während der COVID-19-Pandemie. Angesichts des landesweiten Mangels an Pflegekräften und steigender Anforderungen zeigt die Studie, dass die subjektive Arbeitsbelastung (SEAB) der Pflegenden erhöht ist und etwa ein Viertel der Teilnehmenden eine geringere Arbeitszufriedenheit als vor der Pandemie angibt. Die COVID-19-Pandemie hat die Situation weiter verschärft, was zu einer Abnahme der Arbeitszufriedenheit führt.
Die Studie verwendet ein deskriptives Querschnittsdesign und erhebt Daten über die SEAB sowie die Wahrnehmung der Arbeitsumgebung mithilfe des PES-NWI-R-Instruments. Die Ergebnisse zeigen, dass die Pflegenden häufig mit unrealistischen Arbeitsbelastungen konfrontiert sind, was zu einem erhöhten Risiko für Fehler und negative Auswirkungen auf die Patientensicherheit führt. Die COVID-19-Befragung ergab, dass viele Pflegende trotz gestiegener Arbeitsbelastung nicht mehr Ressourcen zur Verfügung haben.
Die Autoren betonen die Notwendigkeit, die Arbeitsbedingungen zu verbessern, um die Zufriedenheit und Sicherheit der Pflegenden zu erhöhen und die Patientensicherheit zu gewährleisten. Zukünftige Forschungen sollten sich darauf konzentrieren, wie Pflegende vor übermäßiger Arbeitsbelastung geschützt werden können.
Schlagwörter
Arbeitsbelastung, Zufriedenheit, Pflegekräfte, COVID-19, Arbeitsumfeld, Schweiz, Prospektive Studie, Gesundheitswesen
