Pflegewissenschaft · Artikel

Technologien zur Unterstützung der klinischen Pflegepraxis Eine Befragung von Pflegefachpersonen in Niedersachsen und Bremen zur Einstellung, Verbreitung und Partizipation

Pauls , A. ; Cobus, V. ; Fleßner, J. ; Tjalda-Hesselmann , F. ; Koppelin, F. ; Scheve, C. ; Schneider, A. ; Voß , M. ; Wallhoff, F. ; Dietsche, S.

Pflegewissenschaft · 2025 · Heft 6 · S. 317 bis 328 · DOI 10.3936/mhhhtc06

Abstract

Technologien können die klinische Pflegepraxis unterstützen. Es wurde eine Querschnittstudie mittels einer Online-Befragung mit Pflegefachpersonen (PFP) zur Einstellung und Verbreitung unterschiedlicher Technologien sowie zur Partizipation durchgeführt. 188 Antworten wurden analysiert (70, 2 % weiblich; MW: 43, 1 Jahre). Die Mehrheit der PFP arbeitet in größeren Kliniken und ist weitergebildet. Obwohl häufig elektronische Dokumentationssysteme verwendet werden, ist WLAN nur lückenhaft vorhanden. Mehrheitlich werden Technologien zur Wundversorgung genutzt. Gleichzeitig wird deutlich, dass viele Technologien noch unbekannt sind. Die Beteiligung am Digitalisierungsprozess wird als unzureichend bewertet. Neben spezifischen Kompetenzen ist zukünftig eine aktivere Beteiligung der PFP erforderlich.

Zusammenfassung

Die Studie untersucht die Einstellung und Verbreitung von Technologien zur Unterstützung der klinischen Pflegepraxis in Niedersachsen und Bremen. Eine Online-Befragung unter 188 Pflegefachpersonen (PFP) zeigt, dass die Mehrheit in größeren Kliniken arbeitet und über eine Weiterbildung verfügt. Obwohl elektronische Dokumentationssysteme (EDS) häufig genutzt werden, ist die WLAN-Verfügbarkeit oft unzureichend. Technologien zur Wundversorgung sind am weitesten verbreitet, während viele andere Technologien unbekannt bleiben. Die Beteiligung der PFP am Digitalisierungsprozess wird als unzureichend wahrgenommen, was auf einen Mangel an Mitspracherechten hinweist.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Evaluation im Pflegeprozess nicht ausreichend abgebildet wird und Pflegediagnosen wenig genutzt werden. Die PFP wünschen sich mehr technische Unterstützung, insbesondere bei der Dokumentation. Zukünftige Technologien, wie Spracherkennung und intelligente Beleuchtung, werden als sinnvoll erachtet. Die Studie hebt die Notwendigkeit hervor, PFP aktiv in die Entwicklung und Auswahl von Technologien einzubeziehen, um deren Akzeptanz und Nutzen zu erhöhen. Die Ergebnisse bieten eine Grundlage für weitere Forschungsaktivitäten im Bereich der digitalen Pflegepraxis.

Schlagwörter

klinische Pflegepraxis, Technologien, Pflegefachpersonen, Digitalisierung, elektronische Dokumentationssysteme, Wundversorgung, Partizipation, Gesundheitswesen, Niedersachsen, Bremen