Pflegewissenschaft · Artikel

Waldtherapie – ein evidenzbasierter Ansatz in der psychosomatischen und rehabilitativen Pflege?

Morgenstern, U. ; Kauke, L.

Pflegewissenschaft · 2025 · Heft 6 · S. 329 bis 339 · DOI 10.3936/8839v479

Abstract

Die Zahlen der diagnostizierten Depressionen steigen weltweit an in den letzten Jahren. Zudem werden in vielen Studien die Effekte der Waldtherapie als mögliche Prävention und Intervention bei physischen und psychischen Erkrankungen untersucht. Mittels einer systematischen Literaturarbeit soll herausgearbeitet werden, welche Effekte eine Waldtherapie als therapeutische Intervention auf eine Depression hat. Insgesamt werden vier Publikationen eingeschlossen, bei denen die Waldtherapie bei gesunden und erkrankten erwachsenen Teilnehmern durchgeführt wurde. Die Ergebnisse dieser Arbeit zeigen, dass die Waldtherapie bei depressiven Patienten zu einer stärkeren Verbesserung der Symptome führte im Vergleich zu ihrer sonst üblichen Behandlung. Viele Patienten können von der Kombination aus Natur, körperlicher Aktivität und Entspannungstechniken profitieren. Für die zukünftige Forschung ist es entscheidend, die bestehenden Forschungslücken weiter zu schließen und strenge methodische Grundlagen einzuhalten

Zusammenfassung

Die Waldtherapie gewinnt zunehmend an Bedeutung als evidenzbasierte Intervention zur Behandlung von Depressionen. Angesichts der steigenden Zahl diagnostizierter Depressionen weltweit wird in mehreren Studien die Wirksamkeit dieser Therapieform untersucht. Eine systematische Literaturarbeit hat vier relevante Publikationen analysiert, die die Effekte der Waldtherapie auf depressive Symptome bei gesunden und erkrankten Erwachsenen beleuchten. Die Ergebnisse zeigen, dass Waldtherapie signifikante Verbesserungen der Symptome im Vergleich zur üblichen Behandlung bewirken kann. Die Kombination aus Naturerfahrung, körperlicher Aktivität und Entspannungstechniken scheint besonders vorteilhaft zu sein.

Die Waldtherapie, auch als Shinrin Yoku bekannt, fördert die Achtsamkeit und das Eintauchen in die Waldumgebung. Studien belegen, dass sie nicht nur die psychische Gesundheit verbessert, sondern auch als präventive Maßnahme gegen Depressionen dienen kann. Zukünftige Forschungen sollten jedoch bestehende Lücken schließen und methodische Standards einhalten, um die Wirksamkeit weiter zu validieren. Die Integration der Waldtherapie in die psychosomatische und rehabilitative Pflege könnte eine vielversprechende Ergänzung zu traditionellen Behandlungsmethoden darstellen.

Schlagwörter

Waldtherapie, Depression, psychosomatische Erkrankungen, Gesundheitsförderung, Intervention, Achtsamkeit