Pflegewissenschaft · Artikel

Digitalisierung in der Pflege Auswirkung der Digitalisierung auf die Mitarbeiterbindung

Hödl-Langegger , M.

Pflegewissenschaft · 2025 · Heft 6 · S. 362 bis 376 · DOI 10.3936/bp9h5c88

Abstract

Der Fachkräftemangel im Pflegesektor wird sich durch den demografischen Wandel und die steigende Nachfrage nach Pflegepersonal weiter verschärfen. Gleichzeitig schreitet die Digitalisierung auch im Pflegebereich unter dem Begriff Pflege 4. 0 voran. Ziel dieser Arbeit ist es, den Einfluss der Digitalisierung auf die Mitarbeiter*innenbindung zu untersuchen. Trotz zahlreicher Studien zu Pflege, Digitalisierung und Mitarbeiter*innenzufriedenheit fehlt eine explizite Untersuchung zu dieser Fragestellung. Mithilfe qualitativer Methoden wurden acht Expert*inneninterviews in einer mobilen Pflegeeinrichtung durchgeführt und nach Kuckartz analysiert. Die Ergebnisse zeigen, dass die Digitalisierung keinen direkten Einfluss auf die Mitarbeiter*innenbindung, wohl aber große Auswirkung auf die Arbeit der Pflegekräfte hat. Eine digitalisierte Pflegedokumentation könnte die Attraktivität des Arbeitsplatzes für Fachkräfte allerdings erhöhen. Zudem ermöglicht die Digitalisierung, die Unternehmenskultur besser zu kommunizieren und so die Bindung der Mitarbeiterinnen zu stärken.

Zusammenfassung

Die Digitalisierung im Pflegebereich, auch bekannt als Pflege 4.0, hat das Potenzial, die Mitarbeiterbindung zu beeinflussen, insbesondere angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels. Eine Untersuchung von Monika Hödl-Langegger zeigt, dass die Digitalisierung keinen direkten Einfluss auf die Mitarbeiterbindung hat, jedoch die Arbeitsbedingungen der Pflegekräfte erheblich verändert. Qualitative Interviews mit Experten in einer mobilen Pflegeeinrichtung ergaben, dass digitale Dokumentationssysteme die Attraktivität des Arbeitsplatzes erhöhen könnten. Zudem ermöglicht die Digitalisierung eine bessere Kommunikation der Unternehmenskultur, was die Bindung der Mitarbeiter stärken kann.

Die demografische Entwicklung führt zu einem steigenden Bedarf an Pflegepersonal, während die Verweildauer im Beruf oft kurz ist. Die Studie identifiziert, dass die Digitalisierung Prozesse effizienter gestaltet und die Arbeitszufriedenheit steigern kann, jedoch auch Herausforderungen mit sich bringt, wie etwa Kommunikationsprobleme und Überlastung durch digitale Informationen. Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit, digitale Lösungen so zu gestalten, dass sie den persönlichen Austausch unter den Mitarbeitern nicht ersetzen, sondern unterstützen. Die Führungskräfte spielen eine entscheidende Rolle bei der Implementierung digitaler Systeme und der Förderung einer positiven Unternehmenskultur, die die Mitarbeiterbindung stärkt.

Schlagwörter

Digitalisierung, Pflege, Mitarbeiterbindung, Fachkräftemangel, Pflege 4.0, Arbeitszufriedenheit, Unternehmenskultur, qualitative Methoden