Pflegewissenschaft · Artikel

Auswirkungen der Digitalisierung von Pflegedokumentation auf Generationenkonflikte im Berufsfeld der Pflege

Ternon, M.

Pflegewissenschaft · 2026 · Heft 1 · S. 38 bis 44 · DOI 10.3936/02g76089

Abstract

Die Zusammenarbeit verschiedener Generationen im Kontext der Digitalisierung von Pflegedokumentationssystemen konfrontiert Personen im Pflegemanagement mit komplexen Herausforderungen. Ziel dieses Beitrags ist es, pflegemanagementbezogene Maßnahmen zur Minimierung potenzieller Generationenkonflikte zu identifizieren und deren Potenzial zur Verbesserung der Implementierung digitaler Systeme aufzuzeigen. Im Anschluss an eine systematische Literaturrecherche wurden leitfadengestützte Interviews mit elf Pflegepersonen aus den Generationen Babyboomer, X, Y und Z durchgeführt. Ziel der qualitativen Erhebung war es, Einblick in generationenspezifische Erwartungen und Herausforderungen zu erlangen. Die Interviews wurden anhand einer qualitativ strukturierenden Inhaltsanalyse nach Kuckartz (2022) ausgewertet. Die Analyse identifizierte sieben Maßnahmen, welche sich Pflegepersonen unterschiedlicher Generationen von ihren Führungskräften gewünscht haben: gezielte Schulungen, verstärkte Führungsinteraktion, Bereitstellung finanzieller und zeitlicher Ressourcen, Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit, Systemvereinheitlichung, Ansprechpersonen für digitale Dokumentationssysteme, sowie eine strategische Nutzung des Generationenmix zur Wissenssicherung. Die Ergebnisse der Erhebung zeigen, dass ein generationensensibler Ansatz in der Pflegepraxis sowohl zu einer erfolgreichen Implementierung von technischen Innovationen als auch zu einer Minimierung von potenziellen Konflikten führen könnte. Limitationen der Untersuchung stellen die geringe Stichprobengröße und die Begrenzung des Forschungsgegenstandes auf digitale Pflegedokumentationssysteme dar. Zukünftige Untersuchungen haben die Möglichkeit, die praktische Umsetzung der erhobenen Maßnahmen sowie deren Wirksamkeit auf Basis der vorliegenden Daten zu untersuchen.

Zusammenfassung

Die Digitalisierung der Pflegedokumentation hat signifikante Auswirkungen auf die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Generationen im Pflegeberuf. Melanie Ternon untersucht in ihrer Arbeit, wie generationenspezifische Konflikte minimiert und die Implementierung digitaler Systeme verbessert werden können. Durch qualitative Interviews mit Pflegepersonen der Generationen Babyboomer, X, Y und Z wurden sieben zentrale Maßnahmen identifiziert, die von den Befragten gewünscht werden: gezielte Schulungen, verstärkte Führungsinteraktion, Bereitstellung von Ressourcen, Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit, Systemvereinheitlichung, Ansprechpersonen für digitale Systeme und strategische Nutzung des Generationenmixes zur Wissenssicherung.

Die Ergebnisse zeigen, dass ein generationensensibler Ansatz in der Pflegepraxis sowohl die Implementierung technischer Innovationen als auch die Minimierung von Konflikten fördern kann. Die Studie hebt hervor, dass trotz unterschiedlicher Werte und Erfahrungen der Generationen viele Pflegekräfte den Generationen-Mix als positiv empfinden. Die Untersuchung hat jedoch auch Limitationen, wie die geringe Stichprobengröße, die eine Generalisierung der Ergebnisse einschränkt. Zukünftige Forschungen sollten sich auf die praktische Umsetzung der identifizierten Maßnahmen konzentrieren, um deren Wirksamkeit zu evaluieren.

Schlagwörter

Arbeit, Pflegedokumentation, Dokumentation, Arbeitszufriedenheit, Bias, Work, Pflegemanagement, Aufmerksamkeit, Beobachtung, Datenbanken, Workforce, Computer, Berlin, Denken