Pflegewissenschaft · Artikel

Spiritualität in der onkologischen Pflege. Entwicklung eines Schulungskonzepts zur Stärkung von Reflexion, Sinnorientierung und Selbstfürsorge

Hocher, L-M.

Pflegewissenschaft · 2026 · Heft 2 · S. 87 bis 104 · DOI 10.3936/vt24ew55

Abstract

In dieser Studie wurde ein umfassendes Schulungsprogramm im Bereich Spiritualität speziell für medizinisches Personal in der Onkologie entwickelt. Der konstruktivistische Lernansatz des Programms kombiniert interaktive Lehrmethoden wie Workshops, Fallstudien, Gruppendiskussionen und Selbstreflexion, um das Verständnis für die spirituellen Bedürfnisse von onkologischen Patientinnen und Patienten zu vertiefen. Die Evaluation des Programms zeigte deutliche Verbesserungen im Bewusstsein und in den Kompetenzen des Personals im Umgang mit Spiritualität, die durch regelmäßige Schulungen erreicht wurden. Eine der größten Herausforderungen bestand darin, das medizinische Personal für empathischere Ansätze in der Patientinnenund Patientenbetreuung zu sensibilisieren und gleichzeitig die Schulungsinhalte an die hohen Stressfaktoren im Arbeitsalltag anzupassen. Die Ergebnisse verdeutlichen die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Weiterbildung in diesem Bereich und unterstreichen das Potenzial von Spiritualität, sowohl Patientinnenund Patientenbetreuung als auch die Zufriedenheit des Personals zu verbessern

Zusammenfassung

Der Beitrag entwickelt ein Schulungskonzept zur Spiritualität in der onkologischen Pflege und richtet sich an medizinisches Personal in der Onkologie, vor allem Pflegekräfte, Ärztinnen und Ärzte sowie weitere Berufsgruppen im interdisziplinären Umfeld. Ausgangspunkt ist die Erkenntnis, dass Krebserkrankungen nicht nur körperliche, sondern auch emotionale, soziale und existenzielle Belastungen auslösen und deshalb eine ganzheitliche Versorgung erfordern. Spiritualität wird dabei als Ressource verstanden, um Sinnfragen, Angst, Hoffnung, Leid und Tod besser begleiten zu können. Das Programm folgt einem konstruktivistischen Lernansatz und setzt auf Workshops, Fallbeispiele, Gruppendiskussionen und Selbstreflexion. Die Evaluation zeigte eine Verbesserung des Bewusstseins und der Handlungskompetenz im Umgang mit spirituellen Bedürfnissen. Zugleich wird deutlich, dass die Implementierung im Klinikalltag anspruchsvoll ist: hohe Arbeitsbelastung, knappe Zeitbudgets und unterschiedliche Rahmenbedingungen in stationären, ambulanten und teilstationären Settings müssen berücksichtigt werden. Der Text betont zudem, dass Lehrende fachlich, didaktisch und empathisch qualifiziert sein und sich kontinuierlich fortbilden müssen. Insgesamt wird Spiritualität als wichtiger Bestandteil onkologischer Pflege beschrieben, der sowohl die Patientinnen- und Patientenversorgung als auch Reflexion, Resilienz und Zufriedenheit des Personals stärken kann.

Schlagwörter

Ärztinnen, Ärzte, Onkologie, Arbeit, Berufsgruppen, Arbeitszufriedenheit, Angst, Krebs, American Medical Association, Association, Beurteilung, Atmosphäre