Pflegewissenschaft · Artikel

Einsatzmöglichkeiten, Vorteile und Grenzen des digitalen Aktivitätstisches. Eine Gebrauchstauglichkeitstestung mit Mitarbeitenden in der akutstationären Pflege

Mählmann, S. ; Montigel, F. ; Walzer, S. ; Marx, H. ; Prof. Dr. Kunze,C. ; Ziegler, S.

Pflegewissenschaft · 2026 · Heft 2 · S. 18 bis 25 · DOI 10.3936/w5mgz344

Abstract

Digitale Aktivitätstische bieten neue Möglichkeiten zur Aktivierung kognitiv beeinträchtigter Patient*innen. Im Rahmen einer Gebrauchstauglichkeitstestung wurden von April 2023 bis Januar 2024 fünf Tische auf den Stationen der Geriatrie, Psychiatrie, Inneren Medizin, Kardiologie und Neurologie am Universitätsklinikum Freiburg eingesetzt und getestet. 71 Mitarbeitende nahmen an einer standardisieren online Befragung zur Bewertung der Gebrauchstauglichkeit der Aktivitätstische teil. Die Angebote des Tisches wurden positiv von den Patient*innen aufgenommen. Die Mitarbeitenden gaben an, dass der Tisch Chancen für Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen bietet, soziale Interaktion fördert und den Aufenthalt auf den Stationen angenehmer macht. Ein langfristiger Einsatz wurde befürwortet.

Zusammenfassung

Der Beitrag untersucht die Einsatzmöglichkeiten, Vorteile und Grenzen eines digitalen Aktivitätstisches (Care Table) in der akutstationären Pflege. Von April 2023 bis Januar 2024 wurden fünf Tische auf Stationen der Geriatrie, Psychiatrie, Inneren Medizin, Kardiologie und Neurologie eines Universitätsklinikums getestet. Grundlage der Auswertung war eine standardisierte Online-Befragung von 71 Mitarbeitenden aus Pflege und Therapie; deskriptiv analysiert wurden 55 vollständig und 16 teilweise ausgefüllte Fragebögen. Insgesamt wurde der Tisch als niedrigschwellige, selbsterklärende und gut akzeptierte Ergänzung des Stationsalltags bewertet. Besonders positiv fielen Spiele, Aktivierungs- und Übungsangebote auf; Medienangebote wurden etwas seltener als sinnvoll eingeschätzt. Am häufigsten wurde der Tisch in Gemeinschaftsräumen genutzt, vor allem für Zeitvertreib, Gruppenaktivitäten und teils für Therapiesitzungen. Mitarbeitende berichteten, dass vor allem ältere Patient*innen mit kognitiven Beeinträchtigungen, Demenz oder Delir von den Angeboten profitieren, häufiger Interesse, Freude und Entspannung zeigen und soziale Interaktion sowie kognitive Aktivierung gefördert werden. Negative Reaktionen wie Überforderung oder Ablehnung wurden selten beobachtet. 94,2 % der Befragten waren zufrieden bis sehr zufrieden; Störungen des Stationsablaufs wurden kaum genannt. Grenzen zeigten sich bei jüngeren Patient*innen, die die Angebote teils als zu wenig herausfordernd empfanden, sowie bei Bedarf an Anleitung, technischen Problemen und situativen Belastungen im Stationsalltag. Die Autor*innen betonen die Notwendigkeit weiterer Studien zur Wirksamkeit und zu settingspezifischen Anpassungen.

Schlagwörter

Demenz, Dementia, Kardiologie, Psychiatrie, Pflegepersonal, Krankenhaus, Neurologie, Technik, Geriatric Nursing, Aufmerksamkeit, Alte Menschen, Altenpflege, Deutschland, Depression, Computers, Datensatz, Workflow, Pflegeforschung