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Pflegewissenschaft · Fachartikel

Entwicklung und Einführung vonRAI-HC Schweiz als einheitlichesBedarfsabklärungssystem in der ambulanten Hilfe und Pflege zu Hause

September 2006

Zusammenfassung

Mit dem Ziel, ein einheitliches Bedarfsabklärungsinstrument für die ambulante Hilfe und Pflege in der Schweiz einzuführen, wurde RAI-HC (Resident Assessment Instrument for Home Care), Version 2.0 getestet und den schweizerischen Verhältnissen angepasst. RAI-HC, das in den 90er Jahren in den USA analog zum RAI für Heimbewohner entwickelt und international getestet wurde, basiert auf der Grundidee des geriatrischen Assessments. Das Instrument ermöglicht eine strukturierte Abbildung des Zustandes der betroffenen Menschen, die es erlaubt, der Lebensqualität abträgliche Faktoren systematisch zu erkennen und zu behandeln. Mit einer Vernetzung der in 16 Bereichen erhobenen Informationen zu Fähigkeiten und Beeinträchtigungen wird zusätzlich auf schwer erkennbare Potenziale und Probleme hingewiesen. Ein fachlich fundiertes Nachschlagewerk zu den 30 kategorisierten Themenkreisen, die Abklärungshilfen, unterstützen die Zustandsbeurteilung und den Planungsprozess der Hilfe und Pflege. Die Version RAI-HC Schweiz hat zusätzlich einen Leistungskatalog und ein Abklärungsformular für Hauswirtschaftsleistungen als integrierten Bestandteil. Inzwischen arbeiten über hundert Spitex-Organisationen mit dem Instrument. Eine Umfrage in 2006 testet die Praxistauglichkeit des Instruments erneut. Die Resultate belegen, dass sich das Instrument gut zur Abklärung betagter und chronisch kranker Personen, sowie zur prospektiven Schätzung der Zeiteinheiten für die zu erbringenden Leistungen eignet. Das Formular für die Hauswirtschaftsleistungen bedarf noch wesentlicher Anpassungen. Eine Weiterentwicklung des Instruments für andere Klientengruppen und für die Qualitätssicherung ist erstrebenswert.

Zitierempfehlung:
Maja Mylaeus-Renggli: Entwicklung und Einführung vonRAI-HC Schweiz als einheitlichesBedarfsabklärungssystem in der ambulanten Hilfe und Pflege zu Hause. Pflegewissenschaft (2006), Heft 9, S. 1 bis 1.