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Pflegewissenschaft · Fachartikel

Zur Stigmatisierung psychisch erkrankter Menschen – Eine Untersuchung des Stigmaerlebens aus der Binnenperspektive

Mai/Juni 2018

Zusammenfassung

Hintergrund: Nur selten wird in der Forschung zu Stigmatisierung psychisch kranker Menschen das Erfahrungswissen Betroffener einbezogen. Vor allem die Nachzeichnung von Stigmatisierungsprozesse in sozialen Randgruppen ist methodisch aufwendig, da die Betroffenen schwer zu erreichen sind. Fragestellung: Im Rahmen der Studie wurde der Frage nachgegangen, welche Erfahrungen Menschen mit psychischen Erkrankungen mit Vorurteilen und Stigmatisierung in ihrem Lebensalltag machen. Zudem wurde untersucht, wie sich ihr Umgang mit Vorurteilen und Stigmatisierung gestaltet. Methode: Im Rahmen eines qualitativen Forschungsansatzes wurden leitfadengestützte Experteninterviews geführt. Dazu wurde der Feldzugang mittels Kontakt zu einer Selbsthilfeorganisation aufgebaut. Ergebnisse: Aus dem umfangreichen Datenmaterial ließen sich folgende Dimensionen des Stigmaerlebens herausarbeiten: Erfahrungen mit Vorurteilen und Diskriminierung, Stigmamanagement, Selbstigmatisierung, Leben in der „Psychoszene“ Schlussfolgerung: Häufig werden professionsbezogene Maßnahmen gegen Vorurteile und Stigmatisierung nicht zielgerichtet geplant und umgesetzt, weil der Bezug zur Lebensrealität der Betroffenen fehlt. Die Ergebnisse der jeweiligen Dimensionen geben wichtige Hinweise zum Aufbau von Antistigmakompetenzen bei Professionellen.

Zitierempfehlung:
Matthias Pauge, Hermann Steffen, Michael Schulz, Michael Löhr: Zur Stigmatisierung psychisch erkrankter Menschen – Eine Untersuchung des Stigmaerlebens aus der Binnenperspektive. Pflegewissenschaft (2018), Heft 6, S. 1 bis 1.