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Deutscher Pflegerat fordert stärkere Einbindung der Pflege in den Hitzeschutz

17. August 2026 durch
Deutscher Pflegerat fordert stärkere Einbindung der Pflege in den Hitzeschutz
Franziska Reuther

Foto: stock.adobe.com – freeman83

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Die anhaltenden Hitzeperioden in Deutschland haben erneut zahlreiche Menschenleben gefordert. Für die extreme Hitzewoche Ende Juni korrigierte das Robert Koch-Institut seine Schätzung auf rund 9.600 hitzebedingte Sterbefälle. Für das Jahr 2026 werden bis zur 30. Kalenderwoche insgesamt etwa 11.900 hitzebedingte Todesfälle angenommen. Der Deutsche Pflegerat (DPR) sieht darin einen dringenden politischen Handlungsauftrag.

„Hitze ist längst keine vorübergehende Belastung mehr. Sie ist eine ernsthafte Gefahr für die Menschen und ein Stresstest für unsere Gesundheitsversorgung“, sagt Jana Luntz, Vize-Präsidentin des Deutschen Pflegerats. Pflegefachpersonen könnten Gefährdungen früh erkennen, gesundheitliche Veränderungen beobachten, beraten und unmittelbar handeln. Ihre Expertise schütze Leben und müsse deshalb verbindlich in die Hitzevorsorge und den Bevölkerungsschutz einbezogen werden.

Besonders gefährdet durch extreme Temperaturen sind ältere, erkrankte und pflegebedürftige Menschen. Bei länger andauernden Hitzewellen können jedoch auch gesunde Menschen erheblich gesundheitlich belastet werden. Gleichzeitig müssen Pflegefachpersonen selbst unter erschwerten Bedingungen arbeiten – in Krankenhäusern und stationären Pflegeeinrichtungen ebenso wie in ambulanten Pflegediensten.

„Wir können nicht erwarten, dass Pflegefachpersonen die Folgen der Hitze auffangen, und gleichzeitig ihre eigene Belastung ignorieren“, betont Luntz. „Pflege kann nur schützen, wenn beruflich Pflegende selbst geschützt und arbeitsfähig bleiben. Das ist eine Frage der Versorgungssicherheit.“

Drei zentrale Forderungen des Deutschen Pflegerats

1. Versorgung hitzeresilient gestalten

Krankenhäuser, stationäre Pflegeeinrichtungen und ambulante Pflegedienste benötigen verbindliche Hitzeaktionspläne, geeignete räumliche und organisatorische Strukturen, klar definierte Abläufe sowie ausreichende personelle Ressourcen. Nur so kann der Schutz besonders gefährdeter Menschen auch während längerer Hitzeperioden gewährleistet werden.

2. Pflegefachpersonen vor den Folgen extremer Hitze schützen

Der Arbeits- und Gesundheitsschutz muss auch bei außergewöhnlich hohen Temperaturen wirksam sein. Dazu gehören Bedingungen, unter denen beruflich Pflegende ihre Aufgaben sicher und dauerhaft ausüben können. Ihre eigene Arbeitsfähigkeit ist nach Auffassung des DPR ein wesentlicher Bestandteil der Versorgungssicherheit.

3. Pflegeexpertise verbindlich in Krisenstrukturen verankern

Pflegefachpersonen sollen in Hitze-Krisenstäben sowie in die Planung des gesundheitlichen Bevölkerungs- und Katastrophenschutzes einbezogen werden. Dafür brauchen sie klare Mitspracherechte und ausreichende Handlungsspielräume.

„Beruflich Pflegende dürfen nicht erst gerufen werden, wenn die Krise bereits da ist. Unsere Expertise gehört an den Tisch, wenn Vorsorge geplant, Risiken bewertet und Entscheidungen getroffen werden“, erklärt Luntz.

Bund und Länder sind aus Sicht des Deutschen Pflegerats gefordert, die notwendigen Maßnahmen dauerhaft und verlässlich zu finanzieren. Hitzeschutz dürfe nicht davon abhängen, über welche finanziellen Möglichkeiten einzelne Kommunen, Einrichtungen oder ambulante Dienste verfügen.

„Wer Deutschland hitzeresilient machen will, muss die Profession Pflege mitdenken und stärken. Ohne eine handlungsfähige Pflegeprofession gibt es keine hitzeresiliente Gesundheitsversorgung“, so Luntz.


Zur Pressemitteilung: https://deutscher-pflegerat.de/profession-staerken/pressemitteilungen/hitze-bedroht-die-versorgung--pflege-muss-teil-der-krisenvorsorge-werden

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