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Digitaler Patientenruf: Die App „Helpchat“ soll Pflegepersonal entlasten

3. September 2026

Foto: Die App HelpChat kann direkt am Krankenbett genutzt werden und gezielt Bedürfnisse weitergeben. Quelle/Copyright: UMG

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Das Projekt EDITCare erprobt mit der App „Helpchat“ ein neues Kommunikationsmittel für Patient:innen und Pflegepersonal. Die Anwendung ist zunächst an insgesamt 15 Stationen der Universitätsmedizin Greifswald, der Universitätsmedizin Rostock und des Kreiskrankenhauses Wolgast vorgesehen. Zwei Stationen in Rostock sind bereits in der vergangenen Woche gestartet.

Helpchat soll Patient:innen ermöglichen, ihre Wünsche direkt am Krankenbett digital mitzuteilen. Die Patientenklingel wird dabei nicht ersetzt, sondern durch eine zusätzliche Kommunikationsmöglichkeit ergänzt. Ziel ist es, Anliegen gezielter an die zuständige Pflege- oder Servicekraft weiterzuleiten, Abläufe zu verbessern und das Pflegepersonal zu entlasten.

Die Bedürfnisse auf den Stationen reichen von einem Glas Wasser über Unterstützung beim Umpositionieren im Bett bis zur Mitteilung, dass eine Infusion durchgelaufen ist. Die herkömmliche Klingel zeigt bislang lediglich an, dass Hilfe benötigt wird, nicht aber den konkreten Grund. Mit Helpchat soll diese Information bereits beim Eingang des Rufs übermittelt werden.

„Wir nutzen eine App, mit der die Patientinnen und Patienten direkt am Krankenbett ihre Wünsche äußern können“, erklärt Franka Mühlichen, Projektkoordinatorin von EDITCare. Die Anliegen würden dadurch direkt an die jeweils verantwortliche Pflege- oder Servicekraft adressiert. „Dadurch entfallen unnötige Alarme und Laufwege.“

Einsatz auf 15 Stationen wird wissenschaftlich begleitet

In Greifswald soll die App zunächst auf zehn Stationen eingesetzt werden. An der Universitätsmedizin Rostock nehmen drei Stationen teil, im Kreiskrankenhaus Wolgast zunächst zwei. Die beteiligten Stationen dienen als erste Standorte für eine mögliche breitere Anwendung.

Die Einführung wird wissenschaftlich begleitet. Interviews und Befragungen mit Patient:innen und Pflegepersonal sollen zeigen, wie Helpchat im Alltag angenommen wird und welche Auswirkungen die App auf Kommunikation und Pflegeprozesse hat.

Im kommenden Jahr sollen die ersten Erfahrungen ausgewertet werden. Auf dieser Grundlage wollen die Projektbeteiligten das System weiterentwickeln und abschließend bewerten. Die weitere Forschung soll dazu beitragen, zu prüfen, ob Helpchat dauerhaft in die Regelversorgung von Krankenhäusern übernommen werden kann.

„Das Projekt EDITCare demonstriert die Verknüpfung unterschiedlicher Bereiche für die Verbesserung der Versorgung in Krankenhäusern“, sagt Prof. Karlhans Endlich, Wissenschaftlicher Vorstand der Universitätsmedizin Greifswald. Die wissenschaftliche Begleitung der Einführung digitaler Technologien könne dazu beitragen, die Pflege von Patient:innen zu verbessern und gleichzeitig das Personal zu entlasten. Viele wichtige Aspekte seien berücksichtigt worden, die den Stationsalltag nachhaltig verändern könnten.

Forschungs- und Praxispartner arbeiten zusammen

Zum Projektkonsortium gehören neben der Universitätsmedizin Greifswald, der Universitätsmedizin Rostock und dem Kreiskrankenhaus Wolgast die Techniker Krankenkasse, die Medventi GmbH als Anbieterin der App sowie das Institut für angewandte Versorgungsforschung (inav).

Begleitet wird EDITCare durch das Institut für Pflegewissenschaft und Interprofessionelles Lernen der Universitätsmedizin Greifswald. Die Evaluation übernehmen das Institut für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie der Universitätsmedizin Rostock und das Berliner Institut für angewandte Versorgungsforschung (inav).

Finanziert wird das Projekt durch den Innovationsausschuss des Gemeinsamen Bundesausschusses. Weitere Informationen stehen auf der EDITCare-Projektseite zur Verfügung.


Zur Pressemitteilung: https://idw-online.de/de/news876730Die App HelpChat kann direkt am Krankenbett genutzt werden und gezielt Bedürfnisse weitergeben.

Quelle: Foto: UMG

Copyright: UMG

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