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DPR: Expert:innenpapier skizziert einheitliche Terminologiearchitektur für die Pflege

21. Juli 2026 durch
DPR: Expert:innenpapier skizziert einheitliche Terminologiearchitektur für die Pflege
Franziska Reuther

Die Fachkommission Digitalisierung in der Pflege des Deutschen Pflegerats e. V. (DPR) hat ein Expert:innenpapier zur Einführung einer bundeseinheitlichen Terminologiearchitektur vorgelegt. Es beschreibt, wie pflegerische Informationen künftig fachlich fundiert, interoperabel und digital anschlussfähig in die Gesundheitsdateninfrastruktur integriert werden können.

Nach Einschätzung der Fachkommission ist die Datenlage zur pflegerischen Versorgung in Deutschland weiterhin unzureichend. Pflegerelevante Informationen werden bislang nicht einheitlich genug strukturiert und klassifiziert. Dadurch lassen sie sich nur eingeschränkt für die Versorgung, Qualitätssicherung, Forschung und Steuerung verwenden.

Digitale Strukturen müssten daher so gestaltet werden, dass sie die fachliche Logik professioneller Pflege abbilden. Das veröffentlichte Papier formuliert hierfür eine fachliche Grundlage und zeigt auf, wie sich pflegerische Daten künftig besser miteinander verknüpfen und für unterschiedliche Zwecke nutzen lassen.

„Pflege wird in unterschiedlichen Versorgungsbereichen mit unterschiedlichen Fachsprachen und Dokumentationssystemen erfasst. Diese Vielfalt lässt sich nicht durch ein einziges System ersetzen. Es braucht eine Architektur, die pflegerische Vielfalt organisiert, statt sie zu verengen. Unser Zwei-Ebenen-Modell erhält deshalb die in der Praxis genutzten Fachsprachen und verbindet sie zugleich über eine gemeinsame digitale Referenz. So können pflegerische Daten besser ausgetauscht und für Versorgung, Qualitätssicherung, Forschung und politische Steuerung genutzt werden“, sagt Thomas Meißner, Leiter der DPR-Fachkommission Digitalisierung in der Pflege.

Gemeinsame Referenz verbindet bestehende Fachsprachen

Das vorgeschlagene Modell umfasst zwei Ebenen. Auf der ersten Ebene sollen die bereits in der pflegerischen Praxis eingesetzten Fachsprachen und Dokumentationssysteme bestehen bleiben. Auf der zweiten Ebene werden diese mithilfe eines Mappings an eine gemeinsame Referenzterminologie angebunden.

Als übergreifende Referenzterminologie sieht das Konzept SNOMED CT® vor. ICNP® soll dabei als Bindeglied zur pflegerischen Fachlogik dienen. Auf diese Weise sollen unterschiedliche Systeme anschlussfähig werden, ohne die in den jeweiligen Versorgungsbereichen verwendeten Fachsprachen zu ersetzen.

Der Deutsche Pflegerat fordert, diesen terminologischen Rahmen verbindlich zu definieren und pflegefachliche Kompetenz dauerhaft in den verantwortlichen Institutionen zu verankern. Zugleich weist das Papier auf den Finanzierungsbedarf der Transformation hin. Erforderlich seien insbesondere Anpassungen der Systeme, die Entwicklung entsprechender Mappings sowie die Qualifizierung der Beschäftigten.

„Die terminologische Transformation kann nur gelingen, wenn die Profession Pflege von Beginn an beteiligt ist und ihre Expertise dauerhaft in den zuständigen Institutionen und Entwicklungsprozessen verankert wird. Das Expert:innenpapier zeigt, welche digitalen Voraussetzungen dafür geschaffen werden müssen“, so Thomas Meißner.

Pflege-Informatik-Initiative als struktureller Rahmen

Die Umsetzung der Terminologiearchitektur soll nach Auffassung des DPR in eine Pflege-Informatik-Initiative (PII) eingebettet werden. Diese soll die Entwicklung semantischer Standards und pflegerischer Kerndatensätze zusammenführen und verbindliche Strukturen für die Steuerung schaffen.

Auf dieser Grundlage sollen anschließend Forschungs- und Förderprogramme sowie pflegerische Datenintegrationszentren aufgebaut werden. Ziel ist es, die für die Pflege erhobenen Informationen langfristig sektorenübergreifend nutzbar zu machen und ihre Verwendung in Versorgung, Wissenschaft, Qualitätssicherung und politischer Steuerung zu verbessern.


Zur Pressemitteillung: https://deutscher-pflegerat.de/profession-staerken/pressemitteilungen/deutscher-pflegerat-veroeffentlicht-expertinnenpapier-zur-bundeseinheitlichen-terminologiearchitektur

Foto: stock.adobe.com – DC Studio

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