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Forschungsprojekt ProHydraDem entwickelt Pflegeintervention gegen Dehydration bei Demenz

8. September 2026
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Menschen mit Demenz haben ein besonders hohes Risiko, zu wenig zu trinken. Das internationale Forschungsprojekt ProHydraDem will deshalb eine wissenschaftlich fundierte Pflegeintervention entwickeln und erproben, die einer unzureichenden Flüssigkeitsversorgung vorbeugt. Beteiligt sind die OST – Ostschweizer Fachhochschule, die Medizinische Universität Graz und die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Das auf drei Jahre angelegte Vorhaben startet am 1. Januar 2027. Für das Projekt stehen standortübergreifend 1,251 Millionen Schweizer Franken zur Verfügung.

Ausreichendes Trinken kann für Menschen mit Demenz aus verschiedenen Gründen schwierig sein. Manche vergessen, dass sie trinken sollten, oder verlieren die Fähigkeit, die Handlung des Trinkens auszuführen. Auch eingeübte Trinkgewohnheiten können verloren gehen. Hinzu kommen im Verlauf der Demenz mögliche Schluckstörungen und ein im Alter abnehmendes Durstgefühl. Betroffene nehmen ihren Flüssigkeitsbedarf dadurch häufig nicht mehr zuverlässig wahr, können ihn schwer einschätzen oder nicht mitteilen.

In frühen Phasen der Demenz reduzieren manche Menschen ihre Flüssigkeitsaufnahme zudem bewusst, etwa aus Angst vor Inkontinenz. Hitzeperioden können das Risiko eines Flüssigkeitsmangels zusätzlich erhöhen. Die Ursachen sind jedoch vielfältig und beeinflussen sich gegenseitig. Eine wirksame Intervention muss daher individuelle Bedürfnisse ebenso berücksichtigen wie das soziale Umfeld und die Bedingungen in Pflege, Betreuung und Therapie.

Mehrstufige Entwicklung und Erprobung

ProHydraDem trägt den vollständigen Titel „Promoting hydration in people living with dementia: Development and feasibility testing of a complex intervention“. Das Projekt entwickelt, modelliert und erprobt eine präventive Pflegeintervention, die die Flüssigkeitszufuhr von Menschen mit Demenz sichern soll. Grundlage sind Erkenntnisse aus der Fachliteratur sowie neue empirische Daten aus Österreich, Deutschland und der Schweiz.

Das Forschungsteam kombiniert mehrere methodische Zugänge. Geplant sind fokussierte ethnografische Untersuchungen in unterschiedlichen Pflege-, Betreuungs- und Therapiesettings. Hinzu kommen Interviews mit Fachpersonen aus Pflege, Medizin, Ernährung, Ethik und Bildung sowie Gespräche mit Menschen, die selbst von Demenz betroffen sind.

Darüber hinaus werden formell und informell Pflegende befragt. Der Vergleich der drei Länder soll Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Versorgungskontexten sichtbar machen. Auf diese Weise soll eine Intervention entstehen, die unter unterschiedlichen Bedingungen angewendet werden kann.

Interdisziplinäres Forschungsteam

Die wissenschaftliche Leitung liegt bei Prof. Dr. Thomas Beer und Prof. Dr. Julian Hirt vom Institut für Gesundheitswissenschaften des Departments Gesundheit der OST, Prof. Dr. Doris Eglseer vom Institut für Pflege- und Gesundheitswissenschaften der Medizinischen Universität Graz sowie Prof. Dr. Gabriele Meyer. Sie leitet das Institut für Gesundheits-, Hebammen- und Pflegewissenschaft der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Die Beteiligung verschiedener Disziplinen und Forschungsansätze soll ermöglichen, die Ursachen unzureichender Flüssigkeitsaufnahme umfassend zu untersuchen und daraus eine praxistaugliche Pflegeintervention abzuleiten.

Gefördert wird ProHydraDem im Rahmen des Weave-Verfahrens durch den Wissenschaftsfonds FWF, die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und den Schweizerischen Nationalfonds (SNF). Das Verfahren unterstützt länderübergreifende Forschungsprojekte, die in einem gemeinsamen Begutachtungsprozess nach wissenschaftlichen Exzellenzkriterien ausgewählt werden.

Aufbau auf langjähriger Zusammenarbeit

Das Projekt knüpft an eine langjährige Kooperation der beteiligten Forschenden an. Julian Hirt und Thomas Beer wurden an der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg promoviert. Beide leiteten beziehungsweise verantworteten bereits das internationale, von SNF und DFG finanzierte Projekt „Betreuungs- und begegnungsfreie Zeiträume: Methodenplurale Erkundungen zum Erleben von Menschen mit Demenz“ (FreiZeit). Gabriele Meyer war daran als Expertin beteiligt.

Darüber hinaus arbeiten die Forschenden seit mehreren Jahren in wissencarballoschaftlichen Netzwerken und Fachgesellschaften zusammen, darunter im Netzwerk Evidenzbasierte Medizin, in der Deutschen Gesellschaft für Pflegewissenschaft und in der European Academy of Nursing Science.


Zur Pressemitteilung: https://www.ost.ch/de/aktuelles/medien/dehydration-bei-demenz-vorbeugen

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