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ÖGKV fordert flächendeckende Verankerung von School Nurses in Österreich
Der Österreichische Gesundheits- und Krankenpflegeverband (ÖGKV) begrüßt die Ausweitung der School Nurses in Wien und fordert eine nachhaltige Implementierung dieser wichtigen Unterstützung im Schulalltag. Der ÖGKV hat sich lange für diese Maßnahme eingesetzt und sieht die aktuelle Entwicklung als wichtigen Erfolg für die Gesundheitsversorgung in SchulenSchool Nurses spielen eine essenzielle Rolle bei der gesundheitlichen und psychosozialen Betreuung von Schüler:innen und sollten nicht nur als befristetes Projekt bestehen. „Die Anwesenheit von School Nurses in Schulen ist ein wesentlicher Beitrag zur Gesundheitsförderung und Prävention. Sie sind erste Ansprechpersonen für gesundheitliche Anliegen und fördern Gesundheitskompetenz“, betont ÖGKV Präsidentin Elisabeth Potzmann.
Der ÖGKV fordert daher:
- Eine österreichweite Etablierung von School Nurses
- Sicherstellung der Finanzierung
„Die Aufstockung auf 40 School Nurses ist ein wichtiger Schritt, aber es muss sichergestellt werden, dass jede Schule dauerhaft über eine eigene School Nurse verfügt“, so Potzmann.
Zur Pressemitteilung: https://oegkv.at/site/assets/files/11631/presseaussendungschoolnurse_final.pdf
Foto: stock.adobe.com - Valerii Honcharuk
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New Work – Arbeitskultur in der Pflege neu gedacht
Katharina Day (Hrsg.)Facultas Verlag, Wien 2024, 109 Seiten, 16,40 €, ISBN 978-3-7089-2489-2
Der von Katharina Day herausgegebene Tagungsband New Work – Arbeitskultur in der Pflege neu gedacht beschäftigt sich mit den aktuellen Herausforderungen in der Pflegebranche und der Frage, wie innovative Arbeitsmodelle zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen beitragen können. Im Zentrum steht die Idee von New Work, einem Konzept, das in den 1970er-Jahren von Frithjof Bergmann geprägt wurde und sich mit neuen Formen der Arbeit und Selbstbestimmung befasst.
Die Publikation geht auf eine Fachtagung zurück, die am 3. Oktober 2024 am Campus Rudolfinerhaus in Wien stattfand und verschiedene Stimmen von Expert*innen aus Wissenschaft und Praxis vereint.
Mag.a Katharina Day studierte Internationale Betriebswirtschaftslehre, arbeitete in Marketing- und Projektmanagementfunktionen in der Telekommunikations- und Pharmabranche, sammelte internationale Erfahrung in Großbritannien und der Schweiz und ist seit 2016 als Praktikumskoordinatorin am Campus Rudolfinerhaus für die praktische Ausbildung mitverantwortlich.
Die Gliederung des Buches folgt einer nachvollziehbaren Struktur, die zunächst grundlegende Fragestellungen und Forschungsergebnisse zur Arbeitszufriedenheit in der Pflege behandelt, bevor konkrete Praxisbeispiele vorgestellt werden.
Das Buch ist in zwei Hauptbereiche gegliedert: theoretische Grundlagen und praxisorientierte Umsetzungsbeispiele.
Einleitend analysieren Benesch et al. in ihrem Beitrag „Pflegekraft sucht JobTreffer!“, welche Erwartungen Pflegefachpersonen an Arbeitsbedingungen haben und welche Faktoren ihre berufliche Zufriedenheit beeinflussen. Dabei wird deutlich, dass eine bessere Work-Life-Balance, mehr Mitbestimmung und ein wertschätzendes Arbeitsumfeld entscheidend sind.
Darauf aufbauend zeigt Marion King in „Gute Arbeit! Ein Wegweiser durch neue Arbeitsmodelle“ verschiedene Strategien auf, die Pflegefachpersonen mehr Partizipation und Selbstwirksamkeit ermöglichen. Sie hebt besonders die Bedeutung flacher Hierarchien und flexiblerer Arbeitsstrukturen heraus.
Ein Praxisbeispiel bietet Philipp Tessin in seinem Beitrag über die AGAPLESION-Kliniken. Dort wurden innovative Arbeitsmodelle erfolgreich eingeführt, beispielsweise flexible Arbeitszeiten, teamzentrierte Strukturen und Mitbestimmung der Pflegefachpersonen. Diese Maßnahmen hatten eine höhere Arbeitszufriedenheit und eine verbesserte Versorgungsqualität zur Folge.
Einen weiteren innovativen Ansatz stellt Wolfgang Huber vor, indem er das in Österreich adaptierte niederländische Buurtzorg-Modell beschreibt. Dieses setzt auf kleine, selbstorganisierte Teams, die eigenverantwortlich die Planung und Versorgung übernehmen. Schwerpunkte liegen auf interdisziplinärer Zusammenarbeit, Digitalisierung und Bürokratieabbau. Erste Erfahrungen zeigen eine höhere Zufriedenheit der Pflegefachpersonen und Patient*innen. Jedoch bestehen Herausforderungen in Bezug auf Finanzierung und rechtliche Rahmenbedingungen.
Zum Abschluss schildern Ewers, Wolf und Moser im Beitrag „New Work – Leitbild und Kultur für die Pflege der Salzburger Landeskliniken“, wie New Work-Prinzipien in einer großen Klinikorganisation erfolgreich zur Anwendung kommen. Die Salzburger Landeskliniken (SALK) setzen auf eine mitarbeiterzentrierte und wertebasierte Arbeitskultur mit partizipativen Entscheidungsstrukturen und interprofessionellen Teams. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Mitbestimmung der Pflegefachpersonen bei Dienstplänen, um Arbeitszufriedenheit und Versorgungsqualität zu steigern. Regelmäßige Feedbackgespräche und Workshops unterstützen zudem die Identifikation mit der eigenen Arbeit und dem Unternehmen. Flexible Arbeitszeitmodelle, darunter selbstbestimmte Dienstpläne, sollen die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben erleichtern.Bewertung und Relevanz
Die Publikation bietet eine fundierte Auseinandersetzung mit den Chancen und Herausforderungen von New Work in der Pflege. Durch die Verbindung theoretischer Analysen mit praxisnahen Beispielen ist sie sowohl für Wissenschaftlerinnen als auch für Entscheidungsträgerinnen im Gesundheitswesen von Interesse.
Besonders wertvoll sind empirische Untersuchungen, die zeigen, welche Faktoren für die Zufriedenheit und den Verbleib von Pflegefachpersonen im Beruf entscheidend sind. Die Studien belegen, dass unzureichende Arbeitsbedingungen und mangelnde Mitgestaltungsmöglichkeiten häufige Gründe für Berufsausstiege sind.
Ein kritischer Punkt ist die Übertragbarkeit der vorgestellten Konzepte. Viele Modelle sind stark an spezifische institutionelle Rahmenbedingungen gebunden und lassen sich nicht ohne Weiteres auf andere Einrichtungen übertragen. Dennoch wird deutlich, dass flexible und partizipative Strukturen realisierbar sind und positive Effekte erzielen.
Die Publikation ist klar und übersichtlich strukturiert. Die Texte sind gut lesbar und wissenschaftlich fundiert, jedoch ohne übermäßigen Fachjargon. Grafische Darstellungen werden sparsam, aber gezielt eingesetzt. Besonders hilfreich sind Zusammenfassungen und Praxisbeispiele, die theoretische Überlegungen veranschaulichen.Fazit
New Work – Arbeitskultur in der Pflege neu gedacht bietet wertvolle Impulse für die Zukunft der Pflege. Die Verbindung von wissenschaftlichen Erkenntnissen mit erprobten Praxisbeispielen macht das Buch zu einer wertvollen Ressource für alle, die innovative Arbeitsmodelle entwickeln und umsetzen möchten. Trotz Herausforderungen in der Umsetzung zeigt der Sammelband, dass eine Neugestaltung der Arbeitskultur in der Pflege möglich ist und langfristig zu besseren Arbeitsbedingungen führen kann.
Was diese Publikation besonders macht, ist die Verknüpfung von wissenschaftlichen Erkenntnissen mit praxisnahen Umsetzungen. Während in vielen Arbeiten über New Work oft theoretische Konzepte dominieren, legt dieser Band einen starken Fokus auf anwendbare Lösungen im Pflegebereich. Besonders wertvoll sind die empirischen Untersuchungen, die zeigen, welche Faktoren Pflegefachpersonen als entscheidend für ihre Zufriedenheit und ihren Verbleib im Beruf bewerten. Die Ergebnisse belegen eindrücklich, dass Mängel in den Arbeitsbedingungen maßgeblich zur Abwanderung aus der Pflege beitragen.
Durch die Darstellung erfolgreicher Praxisbeispiele wird deutlich, dass alternative Arbeitsmodelle nicht nur theoretisch denkbar, sondern auch umsetzbar sind.
Allerdings bleibt die Frage offen, inwieweit sich alle vorgestellten Konzepte auf andere Kontexte übertragen lassen. Ist ein Transfer tatsächlich möglich angesichts der sehr spezifischen institutionellen Rahmenbedingungen?
Insgesamt ist New Work – Arbeitskultur in der Pflege neu gedacht eine empfehlenswerte Lektüre für alle, die sich mit der Weiterentwicklung von Arbeitsmodellen im Pflegebereich beschäftigen. Wer sich mit innovativen Arbeitsmodellen auseinandersetzt, findet hier eine fundierte und gut strukturierte Übersicht über aktuelle Entwicklungen im Bereich „New Work‟ in der Pflege.Eine Rezension von Michaela Key
MSc. Gesundheits -und Pflegepädagogik -
Innovationspreis für die Langzeitpflege verliehen
Unter dem Motto „Innovationen für ein selbstbestimmtes und würdevolles Altern“ hat der Verband katholischer Altenhilfe in Deutschland im Rahmen seiner Bundestagung drei praxiserprobte Projekte mit dem Innovationspreis für die Langzeitpflege ausgezeichnet. Mitglieder des Verbandes hatten die Gelegenheit, ihre Projekte einzureichen. Die prämierten Projekte eröffnen neue Perspektiven für eine zukunftsfähige Pflege.Zukunftsweisende ambulante Versorgung: 1. Preis für „Integrierte Pflegebegleitung“
Pflegebedürftigkeit stellt Angehörige häufig vor große Herausforderungen. Genau hier setzt das Projekt „Integrierte Pflegebegleitung“ der Caritasverbände Paderborn und Olpe an. Diese neue Leistung ambulanter Pflegedienste kombiniert individuelle Beratung, psychosoziale Unterstützung und eine enge Vernetzung mit dem sozialen Umfeld der Betroffenen. Ein interdisziplinäres Team aus Pflegekräften, Sozialarbeiter:innen und Alltagsbegleiter:innen bietet Menschen im Alter sowie pflegenden Angehörigen bis zu sechs Monate lang Unterstützung, bis die Pflegesituation stabilisiert ist.
Ein geschützter Raum für schwule Männer mit Demenz: 2. Preis für „Bleib Du!“
Der Caritasverband Düsseldorf hat mit dem Projekt „Bleib Du!“ ein bundesweit einzigartiges Angebot ins Leben gerufen, das speziell auf schwule Männer mit Demenz ausgerichtet ist. Männer, die im Laufe ihres Lebens oft Ausgrenzung erfahren haben, finden hier einen geschützten Raum, in dem sie sich verstanden und akzeptiert fühlen. Das Projekt setzt auf einen Peer-to-Peer-Ansatz: Ehrenamtliche schwule Männer begleiten die Teilnehmenden, um ihnen soziale Teilhabe zu ermöglichen. Das wöchentliche Treffen hat sich mittlerweile zu einer starken Gemeinschaft entwickelt, die sich gegenseitig unterstützt und stärkt.
Sorgende Dorfgemeinschaft: 3. Preis für das „Quartiershaus Hetzerath“
Mit dem Quartiershaus Hetzerath hat die Pflegegesellschaft St. Martin Trier der BBT-Gruppe ein innovatives Konzept für den ländlichen Raum entwickelt. Das Haus vereint verschiedene Wohn- und Pflegeangebote, einen Nachbarschaftstreff, Tagespflege sowie ein medizinisches Versorgungszentrum. Auf diese Weise entsteht eine „sorgende Dorfgemeinschaft“, die pflegebedürftige Menschen in ihrem gewohnten Umfeld unterstützt. Durch das Engagement eines Bürgervereins werden niederschwellige Betreuungsangebote und eine aktive Nachbarschaftshilfe gewährleistet.
Barbara Dietrich-Schleicher, Vorsitzende des Verbandes katholischer Altenhilfe in Deutschland, würdigt das Engagement aller Teilnehmenden: „Angesichts der herausfordernden Lage in der Pflege ist es beeindruckend, wie viele unserer Mitglieder sich – im Großen wie im Kleinen – für Veränderungen im Sinne der Pflegebedürftigen einsetzen. Jedes dieser Projekte zeigt, dass es Menschen gibt, die mit Herzblut an Lösungen arbeiten. Dafür gebührt allen Beteiligten unser Dank. Wir hoffen, dass die unterschiedlichen Projekte Kreise ziehen, denn eines ist klar: Die Zukunft der Pflege als gesamtgesellschaftliche Aufgabe gelingt besser, wenn es vor Ort Ideengeber für ein gemeinsames Miteinander gibt. Den Gewinner:innen gratulieren wir sehr herzlich!“
Der VKAD-Innovationspreis wird alle zwei Jahre verliehen. Die nächste Ausschreibung findet 2027 statt.
Mehr Informationen zu den Gewinnerprojekten und allen Bewerbungen finden sich auf www.vkad.de/innovationspreis
Zur Pressemitteilung: https://www.vkad.de/innovationspreis-fur-die-langzeitpflege-drei-wegweisende-projekte-ausgezeichnet/
Foto: Preisträger:innen 1. Platz: V.l.n.r. Mirielle Röttger und Rainer Keßler (beide Caritasverband Paderborn e.V.), Marion Hegener und Dirk Schürmann (beide Caritasverband für den Kreis Olpe e.V.), Fotograf: Timo Allin
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Pflegekammer NRW bittet um Praxis-Feedback zur Fachweiterbildung Geriatrie und Gerontopsychiatrie
Die Fachweiterbildung „Geriatrie und Gerontopsychiatrie“ erhält eine neue Rahmenvorgabe. Diese legt inhaltliche und qualitative Standards fest, die für die spezialisierte pflegerische Versorgung älterer und psychisch erkrankter Menschen von zentraler Bedeutung sind. Die Vorgabe wurde durch einen Unterausschuss des Bildungsausschusses der Pflegekammer NRW erarbeitet – nun sind Praxisexpertinnen und -experten aufgerufen, sich an der Weiterentwicklung zu beteiligen.Damit die Rahmenvorgabe die Realität in der Pflege bestmöglich widerspiegelt und aktuelle Herausforderungen berücksichtigt, wird um fachliche Einschätzungen und Anregungen aus der Praxis gebeten. Pflegekräfte haben so die Möglichkeit, aktiv an der Zukunft der Fachweiterbildung mitzuwirken.
Warum ist Ihre Beteiligung wichtig?
– Praxisnähe: Ihre Erfahrungen aus dem Berufsalltag helfen dabei, praxisgerechte und umsetzbare Inhalte zu gestalten.
– Qualitätssicherung: Eine fundierte Weiterbildung trägt langfristig zur Qualitätssicherung in der Pflege und zur beruflichen Entwicklung bei.
– Mitbestimmung: Ihre Rückmeldungen stärken die Mitbestimmung und ermöglichen eine direkte Einflussnahme auf die Weiterbildungsgestaltung.Die Rahmenvorgabe ist hier abrufbar: Fachweiterbildung „Geriatrie und Gerontopsychiatrie“
So geben Sie Ihr Feedback ab:
Senden Sie Ihre Rückmeldung bis zum 13. April 2025 an:
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. Die Pflegekammer NRW freut sich über wertvolle Beiträge und dankt allen Teilnehmenden für ihr Engagement.
Zur Pressemitteilung: https://www.pflegekammer-nrw.de/geriatrie-und-gerontopsychiatrie/
Foto: stock.adobe.com - Chinnapong
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Pflegekammer NRW kritisiert Bürokratie: Pflegekräfte erheben Daten, die nicht genutzt werden
Angesichts des steigenden Arbeitsaufkommens in der Pflege warnt die Pflegekammer NRW das Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) davor, Pflegefachpersonen mit zusätzlichem bürokratischem Aufwand zu belasten. Konkret geht es um die Erhebung von Daten zur Berechnung des Personalbedarfs, die derzeit von Pflegekräften während ihrer Dienstzeit erfasst und eingepflegt werden. „Es kann doch nicht sein, dass diese Daten, die von Pflegefachpersonen für das InEK erhoben werden, dort letztlich gar keine Verwendung finden. Das bindet unnötig Ressourcen, sorgt für Frust bei den Kolleg*innen und schafft keinerlei Mehrwert“, kritisiert Sandra Postel, Präsidentin der Pflegekammer NRW. Die Kammer fordert daher eine sinnvolle Nutzung der erhobenen Daten oder eine deutliche Reduzierung der Dokumentationspflichten. Ziel müsse es sein, Pflegefachpersonen von überflüssiger Bürokratie zu entlasten und ihnen mehr Zeit für die eigentliche pflegerische Versorgung zu ermöglichen.Die Kammer ruft das InEK dazu auf, das System der „Pflegepersonalregel 2.0“ (PPR 2.0), für das diese Daten erhoben werden, kritisch zu überprüfen. „Wir sind uns darin einig, dass wir eine präzise Berechnung des Personalschlüssels brauchen, die sich am tatsächlichen Bedarf auf einer Station während einer Schicht orientiert“, so Postel. Dass hierfür möglichst schichtgenaue Daten erhoben werden müssen, leuchte ein. Allerdings: „Wenn die nicht im Interesse der Pflegefachpersonen auch ausgewertet werden, ergibt das alles keinen Sinn“, sagt die Kammer-Präsidentin.
Hintergrund zur PPR 2.0: Die „Pflegepersonalregel 2.0“ (PPR 2.0) ist ein Punktesystem zur Ermittlung des individuellen Pflegebedarfs von Patient/innen. Es bestimmt, in welchem Umfang pflegerische Unterstützung erforderlich ist – beispielsweise bei der Ernährung oder der Wundversorgung. Auf Grundlage dieser Einstufung wird der Personalbedarf berechnet und festgelegt, wie vielePflegefachpersonen pro Patient/in erforderlich sind. In der praktischen Umsetzung bringt das System jedoch erhebliche Herausforderungen mit sich.
Innerhalb der Pflegekammer NRW engagieren sich zahlreiche Pflegefachpersonen aus der Praxis, die auf Schwierigkeiten bei der Umsetzung der PPR 2.0 hinweisen. Ein Beispiel aus der Kinderkrankenpflege verdeutlicht die Problematik: Die digitalen Tools der PPR 2.0 berücksichtigen die Unterschiede zwischen Erwachsenen und Kindern nicht ausreichend. Dies kann zu fehlerhaften oder ungenauen Einstufungen und damit zu einer nicht bedarfsgerechten Versorgung der Patient*innen führen. Zudem zeigt sich, dass die auszufüllenden Unterlagen in der Kinderkrankenpflege an vielen Stellen unterschiedlich interpretiert werden können. Dadurch handhaben Krankenhäuser die Dokumentation uneinheitlich, was eine bundesweite Vergleichbarkeit der Daten erschwert. In der Folge werden die erhobenen Informationen nicht sinnvoll genutzt.
„Wir möchten sicherstellen, dass Pflegefachpersonen ihre Zeit dort einsetzen können, wo sie am meisten gebraucht wird – bei der direkten Versorgung der Patient*innen. Die Bürokratie muss so gestaltet werden, dass sie die Pflege nicht unnötig belastet und die Qualität der Versorgung nicht beeinträchtigt“, erklärt Sandra Postel, Präsidentin der Pflegekammer NRW.
Zur Pressemitteilung: https://www.pflegekammer-nrw.de/pflegekammer-nrw-bemaengelt-zeitverschwendung-in-der-pflege-durch-erhebung-von-daten-die-nicht-genutzt-werden/
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Langzeitpflege: Deutscher Pflegerat legt konkrete Impulse für die Koalitionsverhandlungen vor
Die laufenden Koalitionsverhandlungen bieten eine zentrale Chance, die Langzeitpflege in Deutschland nachhaltig zu stärken. Der Deutsche Pflegerat (DPR) hat in seinem aktuellen Positionspapier konkrete Handlungsempfehlungen formuliert, die kurzfristig umsetzbar sind. Diese ersten Maßnahmen müssen zügig ergriffen werden, um den Grundstein für umfassende Reformen zu legen und eine langfristig stabile pflegerische Versorgung sicherzustellen. Jetzt kommt es darauf an, die richtigen Weichen zu stellen. Das vollständige Positionspapier steht hier zum Download bereit. Ulrike Döring, Präsidiumsmitglied des Deutschen Pflegerats: „Die Koalitionsparteien haben jetzt die Chance, Pflege zukunftssicher aufzustellen. Mit unseren Impulsen zeigen wir klare Wege auf, um die pflegerische Versorgung nachhaltig zu stärken.“
Vier zentrale Impulse für die Koalitionsverhandlungen
1. Pflegefachpersonen stärken und Kompetenzen erweitern
- Die Pflegeprofession muss mit klaren gesetzlichen Regelungen mehr Eigenverantwortung erhalten.
- Pflegefachpersonen sollten selbstständig und eigenständig heilkundliche Tätigkeiten übernehmen können.
- Attraktive, interdisziplinäre Arbeitsbedingungen und klare Karrierewege sind essenziell für die Zukunft der Pflege bei zugleich sektorenübergreifenden Versorgungsstrukturen.
2. Personalbemessung verlässlich und einheitlich umsetzen
- Das Personalbemessungsinstrument (PeBeM) muss bundesweit zügig und verbindlich eingeführt werden. Es muss sich ausschließlich am Bundesgesetz orientieren und darf nicht den Verhandlungspartnern in den Ländern oder der Arbeitsmarktlage überlassen werden.
- Auch für die ambulante Pflege ist ein passendes Instrument zu entwickeln, welches sich danach ausrichtet, was den Pflegebedürftigen stationär im jeweiligen Pflegegrad zur Verfügung steht. Die sich daraus ergebenden Fachleistungsstunden sind zu finanzieren.
3. Pflegefinanzierung fair und nachhaltig gestalten
- Die pflegebedingten Eigenanteile für Pflegebedürftige müssen auf einen Festbetrag gedeckelt werden, um finanzielle Belastungen planbar zu machen.
- Investitionskosten sind vollständig und rechtssicher durch die Länder zu tragen.
- Die medizinische Behandlungspflege in stationären Einrichtungen sollte, wie zu Beginn der Pflegeversicherung vorgesehen, analog zur ambulanten Pflege von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen werden.
- Versicherungsfremde Leistungen, wie Ausbildungskosten oder Rentenbeiträge für pflegende Angehörige sollten nicht durch die Pflegeversicherung getragen werden.
4. Digitalisierung gezielt vorantreiben
- Pflegeexpert:innen müssen aktiv in die Entwicklung digitaler erlebbarer Anwendungen eingebunden werden.
- Eine verlässliche Finanzierung digitaler Strukturen muss langfristig sichergestellt werden, auch um Innovationen zu fördern.
Der Deutsche Pflegerat steht als verlässlicher Partner bereit, um diese Maßnahmen mit der Politik in die Umsetzung zu bringen.
Zur Pressemitteilung: https://deutscher-pflegerat.de/profession-staerken/pressemitteilungen/koalitionsverhandlungen-langzeitpflege-gezielt-staerken-und-jetzt-nachhaltig-sichern
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AltenpflegePreis 2025 ausgeschrieben
Der AltenpflegePreis 2025 würdigt innovative Konzepte, die eine hohe Pflegequalität auch in Zeiten von Fachkräftemangel und neuen Arbeitsorganisationen sicherstellen. Ziel des Preises ist es, herausragende Ansätze in der Altenpflege auf einer bundesweiten Plattform zu präsentieren und so den Austausch sowie die Weiterentwicklung in der Branche zu fördern. Der renommierte Preis ehrt Konzepte, die das Wohl der Bewohnerinnen und Bewohner konsequent in den Mittelpunkt stellen."Hochwertige Pflege bedeutet, den Menschen in seiner Würde zu achten", betont Miriam von Bardeleben, Chefredakteurin der Fachzeitschrift Altenpflege. Der Preis bietet nicht nur eine feierliche Auszeichnung in der Einrichtung, sondern auch eine bedeutende Mediale Präsenz, die das Engagement und die Innovationen der besten Pflegeeinrichtungen einem breiten Publikum zugänglich macht. Die Gewinner erhalten einen exklusiven Schwerpunktartikel in der Fachzeitschrift Altenpflege sowie die Möglichkeit, ihr Konzept auf dem AltenpflegeKongress 2025/2026 zu präsentieren.
Zusätzlich honoriert der AltenpflegePreis 2025 das Engagement mit einem Preisgeld von 3.000 Euro.
Bewerbungen sind bis zum 6. Juni 2025 möglich. Weitere Informationen und den Bewerbungsleitfaden finden Sie auf der Projektseite: https://www.altenpflege-online.net/altenpflegepreis/
Zur Pressemitteilung: https://www.altenpflege-online.net/altenpflegepreis-2025-jetzt-bewerben-und-gewinnen/?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_content=Head_AltenpflegePreis+2025%3A+Jetzt+bewerben+und+gewinnen&utm_campaign=AP_NL_20250320
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„Pflege, wie geht es dir?“ – DBfK startet Umfrage 2025 mit Fokus auf internationale Pflegeteams
Auch im Jahr 2025 wird der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) erneut die Stimmung unter den beruflich Pflegenden erheben. Die Umfrage „Pflege, wie geht es dir?“ bietet jährlich einen Überblick darüber, wie sich die Arbeitsbedingungen und das Befinden der Pflegenden entwickeln. Die Ergebnisse der Umfrage werden am Internationalen Tag der Pflegenden, dem 12. Mai, veröffentlicht.Die Online-Befragung des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK) richtet sich an alle beruflich Pflegenden und läuft vom 19. März bis zum 13. April 2025. Im Rahmen der Umfrage wird die Zufriedenheit mit den Arbeitsbedingungen sowie die allgemeine Stimmung in den Pflegeberufen erfasst. Nach der erfolgreichen Premiere der Befragung im vergangenen Jahr, an der sich über 6.000 beruflich Pflegende beteiligten, steht 2025 das Thema „Miteinander arbeiten, voneinander lernen – internationale Pflegeteams im Fokus“ im Mittelpunkt.
Die Umfrageergebnisse werden mit allgemeinen Pflege-Daten ergänzt und in einen breiteren Kontext gestellt. Die Veröffentlichung der Ergebnisse erfolgt zum Internationalen Tag der Pflegenden am 12. Mai.
Die Umfrage ist vom 19. März bis 13. April unter folgendem Link erreichbar:
surveymonkey.com/r/Pflege-wie-geht-es-dir-2025Die Umfrageergebnisse aus dem Jahr 2024 stehen hier zum Download bereit: www.dbfk.de/media/docs/newsroom/publikationen/Pflege-wie-geht-es-dir_Ausarbeitung.pdf
Zur Pressemitteilung: https://www.dbfk.de/de/newsroom/pressemitteilungen/meldungen/2025/Start-Umfrage-Pflege-wei-geht-es-dir.php
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Gesundes Onboarding in der Pflege: AOK Bayern und Hochschule Allensbach starten Projekt zur Integration neuer Pflegekräfte
Die AOK Bayern und die Hochschule Allensbach starten gemeinsam das Projekt „Gesundes Onboarding in der Pflege“, das die Integration neuer Mitarbeitender in Pflegeeinrichtungen neu gestalten soll. Ziel des Projekts ist es, durch einen ganzheitlichen Ansatz nicht nur den Einstieg in den Arbeitsalltag zu erleichtern, sondern auch die physische und psychische Gesundheit der Mitarbeitenden von Beginn an zu fördern.Onboarding ist in vielen Branchen ein zentraler Faktor für Mitarbeitermotivation und -bindung. In Pflegeeinrichtungen stellt dieser Prozess jedoch besondere Herausforderungen dar – darunter hohe körperliche und psychische Belastungen sowie die Anforderungen durch Schicht- und Nachtdienste. Wir wollen uns diesen Herausforderungen stellen und gemeinsam mit der Hochschule Allensbach einen gezielten Onboarding-Prozess schaffen, der die Gesundheit und das Wohlbefinden der neuen Mitarbeitenden in der Pflegebranche von Beginn an in den Mittelpunkt stellt“, sagt Annette Lutz, Bereichsleiterin Gesundheitsförderung bei der AOK Bayern.
Das ganzheitliche Konzept verfolgt mehrere zentrale Ziele: Es soll Krankenstände und Fluktuation reduzieren, die Teamentwicklung und Motivation stärken sowie eine gesunde und nachhaltige Arbeitsumgebung schaffen. Gesundes Onboarding in der Pflege geht dabei über die rein fachliche Einarbeitung hinaus und bezieht die gesamte Lebensrealität neuer Mitarbeitender mit ein – von der ersten Kontaktaufnahme im Vorstellungsgespräch bis hin zum langfristigen Wohlbefinden im Arbeitsalltag.
Diversität und Inklusion im Fokus des Projekts
Im Onboarding-Prozess sind verschiedene Akteure eng eingebunden: Die Personalabteilung stellt die strukturellen Rahmenbedingungen sicher, die pflegerische Führungskraft setzt gesundheitsfördernde Maßnahmen um, und das Team übernimmt die soziale Integration. Mentoring-Programme sowie individuelle Unterstützung ermöglichen den neuen Mitarbeitenden einen aktiven Einstieg und eine langfristige Begleitung.
Für ein erfolgreiches Onboarding ist es zudem entscheidend, eine positive Unternehmenskultur zu etablieren, Führungskräfte in ihrer Rolle als gesundheitliche Unterstützer zu stärken und ein wertschätzendes Miteinander im Team zu fördern. „Wir legen den Fokus darauf, dass Diversität und Inklusion in den Onboarding-Prozess integriert werden, um ein Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem sich alle Mitarbeitenden unabhängig von Alter, Geschlecht oder kultureller Herkunft wohlfühlen“, sagt Lutz. Das Projekt bildet auch innovative Maßnahmen ab, die Themen wie Schlafmanagement bei Schichtarbeit und Resilienztraining zur Gewalt- und Suchtprävention umfassen.
Zeitplan, Erfolgsfaktoren und Messbarkeit
Nach der Planungsphase startet ab 2026 die Testphase des Konzepts in Pilotprojekten, um es unter realen Arbeitsbedingungen weiterzuentwickeln. Ab 2027 ist eine flächendeckende Implementierung in weiteren Pflegeeinrichtungen vorgesehen. Der Erfolg des Projekts wird anhand klar definierter Kennzahlen gemessen – darunter der Krankenstand, die Fluktuation neuer Mitarbeitender sowie qualitative Rückmeldungen aus regelmäßigen Umfragen.
„Mit diesem Projekt leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Pflege und unterstützen die Resilienz der Mitarbeitenden. Wir sind überzeugt, dass eine gesunde und motivierte Belegschaft die Grundlage für eine nachhaltige und erfolgreiche Pflege ist“, erklärt Prof. Dr. Volker Nürnberg, Projektleiter an der Hochschule Allensbach.
Das Projekt „Gesundes Onboarding in der Pflege“ setzt auf eine langfristige Veränderung und bietet eine Antwort auf die aktuellen Herausforderungen in der Pflegebranche. „Durch einen gesundheitsförderlichen Onboarding-Prozess können wir nicht nur die Integration von neuen Mitarbeitenden optimieren, sondern auch eine positive Arbeitsumgebung schaffen, die sowohl die Pflegekräfte als auch die Pflegeeinrichtungen als Ganzes stärkt“, sagt Nürnberg.
Zur Pressemitteilung: https://www.aok.de/pp/bayern/pm/gesundes-onboarding-in-der-pflege/
Foto: (v.l.n.r. vorne) Hannah Dörr, Masterandin TU München, Simone Helbig, Fachbereichsleiterin BGM AOK Bayern, Prof. Dr. Volker Nürnberg, TU München und Hochschule Allensbach, Annette Lutz, Bereichsleiterin Gesundheitsförderung AOK Bayern, (v.l.n.r. hinten) Andreas Vogel, Laura Molitor, Volker Weissmann (alle AOK Bayern) (c) Ruth Adamski, AOK Bayern
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Primary Nursing in der Langzeitpflege
Tanja Stuhl & Siegfried BaderSchlütersche Verlagsgesellschaft, Hannover 2025, 268 Seiten, 49,00 €, ISBN 3842609183
Die Langzeitpflege steht vor großen Herausforderungen: Ein wachsender Pflegebedarf, ein steigender Fachkräftemangel und eine oft als unzureichend empfundene Versorgungsqualität setzen Pflegeeinrichtungen zunehmend unter Druck. In diesem Kontext gewinnt das Modell des Primary Nursing zunehmend an Bedeutung. Während es in der Akutpflege bereits etabliert ist, wird es in der Langzeitpflege bislang nur selten systematisch angewendet. Das Buch Primary Nursing in der Langzeitpflege von Tanja Stuhl und Siegfried Bader setzt genau hier an. Es bietet eine umfassende Einführung in das Konzept des Primary Nursing und zeigt auf, wie es erfolgreich in Pflegeeinrichtungen implementiert werden kann. Dabei geht es nicht nur um die theoretischen Grundlagen des Modells, sondern vor allem um konkrete Handlungsempfehlungen für die Praxis.
Tanja Stuhl und Siegfried Bader sind ausgewiesene Expert:innen im Bereich der Pflegeorganisation und -wissenschaft. Beide verfügen über langjährige Erfahrung in der praktischen Pflege sowie in der Entwicklung innovativer Versorgungskonzepte. Stuhl hat sich in ihrer wissenschaftlichen Arbeit intensiv mit Strukturveränderungen in der Pflege beschäftigt und ist als Autorin mehrerer Fachpublikationen bekannt. Bader hingegen bringt seine Expertise als Berater für Pflegeeinrichtungen ein und hat sich auf die Implementierung neuer Organisationsformen spezialisiert.
Die Publikation wurde vor dem Hintergrund der zunehmenden Notwendigkeit entwickelt, neue Versorgungsmodelle in der Langzeitpflege zu etablieren. Während Primary Nursing in Krankenhausstrukturen bereits vielfach erprobt ist, gibt es bisher nur wenige systematische Ansätze zur Umsetzung in Pflegeheimen oder ambulanten Langzeitpflegeeinrichtungen. Das Buch basiert auf aktuellen Forschungsergebnissen, Praxiserfahrungen und Fallstudien aus Einrichtungen, die das Modell bereits implementiert haben. Zudem fließen Erkenntnisse aus interdisziplinären Projekten und Modellversuchen ein, die den Erfolg und die Herausforderungen einer Umstellung auf Primary Nursing in der Langzeitpflege dokumentieren.
Das Buch ist praxisnah und übersichtlich strukturiert. Es beginnt mit einer Einführung in das Konzept des Primary Nursing, seiner historischen Entwicklung und den Grundprinzipien dieses Pflegemodells. Die Autor:innen erläutern, wie Primary Nursing die Beziehung zwischen Pflegekraft und Pflegebedürftigen stärkt, indem eine einzelne Pflegefachperson die umfassende Verantwortung für die Betreuung einer Person übernimmt. Dadurch wird eine kontinuierliche und qualitativ hochwertige Versorgung sichergestellt. Im weiteren Verlauf wird der spezifische Nutzen dieses Modells für die Langzeitpflege herausgearbeitet. Dabei geht es unter anderem um die Frage, warum das herkömmliche Bezugspflegemodell oft nicht ausreicht, um den aktuellen Herausforderungen gerecht zu werden. Die Autor:innen beleuchten die strukturellen, organisatorischen und kulturellen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Implementierung und zeigen auf, welche Schritte für eine nachhaltige Veränderung erforderlich sind. Ein besonderer Fokus liegt auf der praktischen Umsetzung. Es wird detailliert beschrieben, wie Pflegeeinrichtungen den Umstellungsprozess gestalten können, welche Hürden auftreten können und wie mit Widerständen im Team umzugehen ist. Hierbei spielen Schulungskonzepte für Pflegekräfte ebenso eine Rolle wie die Anpassung von Arbeitsprozessen und Dokumentationssystemen. Unterstützt wird die Darstellung durch zahlreiche Abbildungen, Tabellen und Fallbeispiele, die die theoretischen Inhalte anschaulich ergänzen. Das Buch schließt mit einer Reflexion über die Herausforderungen und Chancen von Primary Nursing in der Langzeitpflege. Dabei werden auch mögliche Zukunftsperspektiven für dieses Modell aufgezeigt, insbesondere im Hinblick auf den demografischen Wandel und die Notwendigkeit einer nachhaltigeren Pflegeorganisation.
Ein zentrales Alleinstellungsmerkmal dieser Publikation ist die systematische Übertragung des Primary Nursing-Konzepts auf die Langzeitpflege. Während es in der Akutversorgung längst erprobt ist, fehlte bisher eine detaillierte Anleitung für die Umsetzung in Pflegeheimen und ambulanten Einrichtungen. Das Buch schließt diese Lücke und liefert erstmals einen strukturierten Implementierungsleitfaden, der auf realen Praxiserfahrungen basiert.
Der Nutzen dieses Buches ist vielfältig. Pflegekräfte profitieren von der Möglichkeit, ihre Arbeit durch mehr Eigenverantwortung und eine intensivere Beziehung zu ihren Patient:innen aufzuwerten. Führungskräfte erhalten einen detaillierten Fahrplan zur Umsetzung des Modells in ihren Einrichtungen und bekommen wertvolle Hinweise zur Organisationsentwicklung. Auch für Pflegeeinrichtungen insgesamt bietet das Buch eine wertvolle Orientierung, um die Versorgungsqualität zu steigern und gleichzeitig die Arbeitszufriedenheit der Mitarbeitenden zu verbessern.
Die Thematik ist zwar spezifisch auf die Langzeitpflege fokussiert, wird aber in einer Breite und Tiefe behandelt, die weit über eine bloße Einführung hinausgeht. Das Buch bietet nicht nur theoretische Grundlagen, sondern auch einen praxisorientierten Leitfaden, der in allen Schritten der Implementierung unterstützt. Das Ziel der Publikation, eine anwendungsorientierte Einführung in Primary Nursing in der Langzeitpflege zu bieten, wird zweifellos erreicht. Die klare Struktur, die verständliche Sprache und die zahlreichen anschaulichen Beispiele machen es zu einer wertvollen Lektüre sowohl für erfahrene Pflegekräfte als auch für Entscheidungsträger:innen in der Pflegebranche.
Die gestalterische Umsetzung ist gelungen: Die Vielzahl an Abbildungen und Tabellen erleichtert den Zugang zum Inhalt, und die klare Kapitelstruktur ermöglicht eine schnelle Orientierung. Dadurch eignet sich das Buch nicht nur als kontinuierliche Lektüre, sondern auch als Nachschlagewerk für spezifische Fragestellungen in der Praxis. Vergleicht man dieses Buch mit anderen Publikationen zum Thema Primary Nursing, fällt auf, dass die meisten bisherigen Werke sich auf den Krankenhausbereich konzentrieren. Ein Beispiel dafür ist Primary Nursing: Patientenorientierung in der Praxis von Marie Manthey, das sich primär mit der Anwendung in klinischen Settings befasst. Suhl und Bader erweitern den Fokus hingegen auf die Langzeitpflege und schließen damit eine Lücke in der Fachliteratur.
Mit Primary Nursing in der Langzeitpflege legen Tanja Suhl und Siegfried Bader ein fundiertes, praxisnahes und gut strukturiertes Werk vor, das einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der Pflegeorganisation leistet. Es verbindet wissenschaftliche Erkenntnisse mit konkreten Umsetzungshilfen und bietet Pflegeeinrichtungen eine wertvolle Orientierungshilfe für die Einführung dieses Pflegemodells. Besonders für Führungskräfte und Entscheidungsträger:innen in der Pflege ist es eine unverzichtbare Lektüre, die dabei hilft, den Herausforderungen der Langzeitpflege mit innovativen Ansätzen zu begegnen.
Eine Rezension von Denise Vey
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Wichtige Signale für die Pflegeprofession: Deutscher Pflegerat begrüßt Fortschritte im Koalitionsvertrag
Der Deutsche Pflegerat (DPR) begrüßt die bekannt gewordenen Ergebnisse der Arbeitsgruppe Gesundheit und Pflege zum Koalitionsvertrag. Diese senden wichtige Signale für die zukünftige Gesundheits- und Pflegeversorgung in Deutschland und zeigen den Willen zu einem zügigen und entschlossenen Handeln.Aus Sicht der beruflich Pflegenden sind besonders die geplante umfassende Pflegereform, die angekündigte Entlastung von Bürokratie sowie die Absicht, das Pflegekompetenz- und Pflegefachassistenzgesetz sowie das Gesetz zur Einführung der Advanced Practice Nurse innerhalb der ersten 100 Tage auf den Weg zu bringen, positiv zu bewerten.
Auch das Vorhaben, eine qualitativ hochwertige, bedarfsgerechte und praxistaugliche Krankenhauslandschaft auf Basis der eingeleiteten Krankenhausreform weiterzuentwickeln und noch bis zum Sommer gesetzlich zu verankern, zeigt die Bereitschaft, entscheidende Schritte konsequent voranzutreiben.
„Die Ergebnisse der AG Gesundheit und Pflege enthalten richtige und wichtige Ansätze. Das zeigt: Die Pflegefachberufe rücken stärker in den Fokus“, erklärt Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats. „Viele Punkte des Deutschen Pflegerats finden sich in den Ergebnissen wieder. Entscheidend ist jedoch, wie diese Maßnahmen ausgestaltet werden. Die Richtung stimmt für die Pflegeprofession – jetzt kommt es auf die konkrete Umsetzung an.“
Vertrauenskultur und Entlastung als richtige Signale
Die geplante Bürokratieentlastung innerhalb der ersten sechs Monate kann – bei konsequenter Umsetzung – die Grundlage für eine neue Vertrauenskultur im Gesundheitswesen schaffen. Die vorgesehene Reduzierung von Berichtspflichten, Dokumentationsanforderungen und Kontrollaufwand, der Abbau doppelter Prüfstrukturen sowie ein Praxis-Check aller Gesetze sind wichtige Schritte in diese Richtung. Ebenso entscheidend ist die verbindliche Verpflichtung der Krankenkassen zur Entwicklung einheitlicher Vertrags- und Verwaltungsprozesse, um die Effizienz im System nachhaltig zu verbessern.
Das erklärte Ziel, die Attraktivität und Wertschätzung der Gesundheitsberufe zu steigern, spiegelt sich in zentralen Maßnahmen wider. Dazu gehören unter anderem eine angemessene Personalbemessung, der kompetenzorientierte Einsatz von Fachpersonal sowie die eigenständige Ausübung von Heilkunde. Diese Schritte sind entscheidend, um die Gesundheitsberufe langfristig zu stärken und ihre Bedeutung im System zu unterstreichen.
Zentrale Anliegen der Pflege sind nachzuschärfen
Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse der Arbeitsgruppe, dass wichtige strukturelle Entscheidungen für die Pflegeprofession weiterhin ausstehen. „Pflege wird nicht als eigenständige Säule im Gesundheitssystem anerkannt. Eine verbindliche und vollumfängliche Integration in die Selbstverwaltung bleibt bislang aus – auch wenn das geplante Stimmrecht im G-BA ein erster und sehr wichtiger Schritt ist“, betont Vogler. Unklar bleibt, wie die Institutionen der Pflegeberufe künftig systematisch und institutionell in gesundheits- politisch relevante Entscheidungsprozesse einbezogen werden und wie die notwendigen finanziellen Strukturen für diese Beteiligung geschaffen werden.
Auch weitere zentrale Anliegen der Pflegeprofession finden sich in den Ergebnissen nicht wieder: Etwa die Einführung bundeseinheitlicher, hochqualifizierter Bildungsstandards, die Stärkung von Public Health, die Entwicklung neuer Berufsbilder wie der Community Health Nurse oder die Verankerung eines Grundrechts auf Pflege.
Pflege braucht Beteiligung auf Augenhöhe
Beteiligungsbedarf sieht der DPR auch bei der geplanten Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Strukturreform der Pflege, die auf Ministerebene unter Beteiligung der kommunalen Spitzenverbände eingesetzt werden soll, und bei der Fortentwicklung der Krankenhauslandschaft. „Eine Reform der Versorgungsstrukturen ohne Beteiligung der professionell Pflegenden greift zu kurz“, mahnt Vogler. „Die Institutionen der Pflegeprofessionen müssen bei diesen grundlegenden Weichenstellungen zwingend mit am Tisch sitzen – und die Arbeitsgruppen sollten sich nicht nur mit Finanzfragen beschäftigen.“
Zur Pressemitteilung: https://deutscher-pflegerat.de/profession-staerken/pressemitteilungen/ergebnisse-zum-koalitionsvertrag-wichtige-signale-fuer-die-pflegeprofession--umsetzung-schafft-vertrauen
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Projekt EULE: Intelligentes Home-Monitoring zur Unterstützung der häuslichen Pflege
Viele ältere Menschen wünschen sich, möglichst lange in ihrer vertrauten Umgebung zu leben. Doch altersbedingter Muskelabbau, Gangunsicherheiten und eine nachlassende körperliche Leistungsfähigkeit erhöhen das Sturzrisiko und den Pflegebedarf, was die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen kann. Angehörige geraten dadurch oft unter großen Druck, während Pflegedienste aufgrund des Fachkräftemangels an ihre Grenzen stoßen. Moderne Technologien sollen nun dazu beitragen, eine bessere Unterstützung zu ermöglichen.Das Innovationsprojekt „EULE“ (kurz für „Erkennen und Lernen“) setzt genau hier an. Ziel ist die Entwicklung eines intelligenten Home-Monitoring-Systems, das Pflegekräfte und Angehörige unterstützt und sich nahtlos in den Alltag integriert. Beteiligte Partner sind das Institut für Bewegungstherapie und bewegungsorientierte Prävention und Rehabilitation der Deutschen Sporthochschule Köln, die MediTECH Electronic GmbH, die cibX GmbH sowie das Institut für Informatik, Robotik und Kybernetik an der Czech Technical University in Prag. Das internationale Kooperationsprojekt wird mit rund 714.000 Euro aus dem Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz gefördert.
Das System EULE wurde entwickelt, um sowohl Angehörige und Pflegekräfte zu entlasten als auch die Selbstständigkeit älterer Menschen zu fördern. Sensoren erfassen kontinuierlich Bewegungen, Puls, Atmung und weitere Vitalparameter der betreuten Personen und analysieren diese. Bei auffälligen Veränderungen oder akuten Vorfällen – wie etwa einem Sturz – werden sofort individuelle Warnmeldungen ausgelöst. Darüber hinaus wertet das Bewegungsmonitoring EULE alltägliche Bewegungen algorithmisch aus, um ein erhöhtes Sturzrisiko zu erkennen oder Anzeichen für Krankheiten wie Parkinson oder Schlaganfall frühzeitig zu identifizieren. Durch die datenschutzkonforme Integration von Kamera- und Mikrofontechnologien sowie KI-basierter Analyse soll EULE den Pflegebedürftigen ein autonomes Leben im eigenen Zuhause ermöglichen.
Die Abteilung für Bewegungsorientierte Präventions- und Rehabilitationswissenschaften im Institut für Bewegungstherapie und bewegungsorientierte Prävention und Rehabilitation an der Deutschen Sporthochschule Köln wird fortschrittliche Algorithmen entwickeln, die auf Kameradaten basierend Bewegungsparameter, Akutereignisse wie Stürze und pathologische Anomalien in alltäglichen Bewegungen erfassen. Das Monitoring von Gangparametern soll dazu beitragen, Sturzprädiktoren frühzeitig zu identifizieren und Veränderungen sowie pathologische Auffälligkeiten zu detektieren. Auch die Validierung des entwickelten Systems wird von der Deutschen Sporthochschule Köln übernommen. Die MediTECH Electronic GmbH arbeitet an sensorbasierten Messmethoden zur kontaktlosen Erfassung von Vitalparametern wie Puls oder Atmung. Ein von der cibX GmbH entwickelter Voicebot soll die Kommunikation mit den Pflegebedürftigen ermöglichen und durch die Analyse von Stimmparametern Veränderungen in der Sprache der Pflegebedürftigen erkennen. Ergänzend werden Forschende des Tschechischen Instituts für Informatik, Robotik und Kybernetik an der Technischen Universität Prag die Implementierung einer KI zur Analyse und Interpretation der multimodalen Gesundheitsdaten unterstützen.
Die Idee zum Projekt „EULE“ ist im Rahmen des Innovationsnetzwerks AIMECA – Künstliche Intelligenz in der medizinischen Versorgung entstanden, das über das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) gefördert wird. Betreut wird AIMECA von der IWS GmbH, einer Innovationsberatungsagentur, die sich als Bindeglied zwischen Industrie und Spitzenforschung versteht.
Weitere Informationen finden Sie unter www.aimeca.netWissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof.‘in Dr. Bettina Wollesen, Projektleitung, Abteilung Bewegungsorientierte Präventions- und Rehabilitationswissenschaften
Tel.: +49 221 4982-4790
E-Mail: b.wollesen@dshs-koeln.de
Carolin Drewes, wissenschaftliche Mitarbeiterin
E-Mail: c.drewes@dshs-koeln.de
Zur Pressemitteilung: https://www.dshs-koeln.de/aktuelles/meldungen-pressemitteilungen/detail/meldung/intelligentes-home-monitoring-zur-unterstuetzung-der-haeuslichen-pflege/
Foto: Projektfoto, Senioren auf dem Sofa mit Home Monitoring System EULE (freepik; KI-generiert)
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Projekt iDEM: Empowerment für pflegende Zugehörige von Menschen mit Demenz
Das Projekt iDEM-Support, unter der Konsortialführung von Prof. Dr. Ina Otte, Leiterin der Abteilung für Versorgungsforschung der Ruhr-Universität Bochum, hat das Ziel, pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz zu unterstützen und zu empowern. Rund 84 Prozent der Menschen mit Demenz weltweit leben zu Hause und sind auf die Hilfe von Familie oder Freund*innen angewiesen. Diese pflegenden Zugehörigen sind häufig mit erheblichen Belastungen und Stressfaktoren konfrontiert. iDEM-Support setzt an diesem Punkt an und bietet den pflegenden Personen gezielte Hilfe und Unterstützung, um ihre Aufgaben besser bewältigen zu können. „Unser Ziel ist es, pflegende Zugehörige zu stärken, ihre Belastung durch die Pflege zu verringern und so auch die langfristige Pflege der Menschen mit Demenz zu Hause zu sichern“, erklärt Amelie Meibeck vom Projektteam.Es fehlt an Zeit, Wissen, Geld
Wer eine zugehörige Person mit Demenz zu Hause pflegt, sieht sich häufig mit vielen Herausforderungen konfrontiert: Zusätzlich zur emotionalen Belastung fehlt es oft an Zeit, Wissen und Geld, und das Pflegemanagement ist viel Arbeit. „Zugehörige, die diese Aufgabe übernehmen, sind dadurch verschiedenen gesundheitlichen Risiken ausgesetzt, unter anderem Depressionen, Angstzuständen, Bluthochdruck oder Verdauungs- und Atemproblemen“, erklärt Amelie Meibeck. Das im Januar 2025 gestartete Projekt möchte diesen Risiken entgegenwirken und die psychische Belastung der pflegenden Zugehörigen reduzieren, Wissen rund um das Thema Demenz und häusliche Pflege aufbauen und so gleichzeitig die Versorgungsqualität für die Betroffenen verbessern.
Austausch kann entlastend sein
Das digitale Unterstützungsangebot „iSupport“ bildet die Grundlage des Projekts iDEM-Support. Es wurde ursprünglich von der Weltgesundheitsorganisation entwickelt, um pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz zu unterstützen. Das Programm umfasst unter anderem Kompetenztrainings, soziale Unterstützung und Weiterbildungen. Im Rahmen des Projekts wird es nun erstmals an den deutschen Versorgungskontext angepasst, um den spezifischen Bedürfnissen pflegender Angehöriger in Deutschland gerecht zu werden. „Zusätzlich ergänzen wir das Programm um ein weiteres Modul zur Stärkung der digitalen Gesundheitskompetenz“, so Amelie Meibeck, „denn was man im Internet an Informationen findet, muss man verstehen, bewerten und anwenden können, sonst ist es nur eine weitere Quelle für Verunsicherung und emotionale Belastung“. „Auch erweitern wir die digitale Plattform um eine Funktion, die es pflegenden Zugehörigen von Menschen mit Demenz erlaubt, miteinander in direkten Kontakt zu treten und sich auszutauschen“, so Ina Otte. „Wir wissen, dass dieser Austausch unter Peers, also mit Personen in ähnlichen Situationen, enorm hilfreich und entlastend sein kann.“
Um die Plattform optimal an die Bedürfnisse der Zielgruppe anzupassen, plant das Forschungsteam, vorab 25 pflegende Angehörige zu interviewen. Ziel ist es, ihre Herausforderungen im häuslichen Pflegealltag zu ermitteln und ihre Erfahrungen mit der Nutzung digitaler Angebote zu erfassen. Darüber hinaus werden insgesamt 140 pflegende Angehörige gesucht, die das entwickelte Angebot später testen sollen, um die Wirkung der Plattform zu evaluieren.
Für beide Erhebungsphasen der Studie werden Teilnehmende gesucht. Sie können sich bei Amelie Meibeck telefonisch unter +49 234 32 17798 oder per Mail an
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. melden.Kooperationspartner
iDEM-Support wird gemeinsam mit der Juniorprofessur für Digital Health und dem Lehrstuhl für Didaktik und Bildungsforschung im Gesundheitswesen der Privaten Universität Witten/Herdecke gGmbH sowie dem technischen Produktentwicklungsunternehmen Ergosign GmbH durchgeführt. Zudem sind die Abteilung für Allgemeinmedizin und die Abteilung für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie der Ruhr-Universität Bochum beteiligt. Inhaltlich wird es zusätzlich durch die Kooperation mit der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, dem Verein „Wir pflegen – Interessenvertretung und Selbsthilfe pflegender Angehöriger in Nordrhein-Westfalen e.V.“, als auch vom gemeinnützigen Unternehmen „Letzte Hilfe“ unterstützt. Finanziell wird das Projekt drei Jahre lang von dem Innovationsausschuss des Gemeinsamen Bundessausschusses mit rund 1,4 Millionen Euro gefördert (Förderkennzeichen 01VSF24033).
Zur Pressemitteilung: https://news.rub.de/presseinformationen/wissenschaft/2025-04-14-idem-support-empowerment-fuer-pflegende-zugehoerige-von-menschen-mit-demenz
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DBfK zu Kabinettsbeschlüssen: Pflegegesetze mit richtiger Stoßrichtung
Die Kabinettsbeschlüsse zum Gesetz zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege (vormals Pflegekompetenzgesetz) sowie zum Pflegefachassistenzgesetz bewertet der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) als wichtigen Fortschritt. Gleichzeitig macht der Verband deutlich, dass beide Vorhaben in wesentlichen Punkten hinter den Erwartungen der professionellen Pflege zurückbleiben.Pflegekompetenzgesetz: Meilenstein für die Profession – mit Potenzial für mehr Eigenverantwortung
Der Kabinettsbeschluss verankert erstmals gesetzlich, dass Pflegefachpersonen in den Bereichen Demenz, Diabetes und chronische Wunden heilkundliche Tätigkeiten eigenständig ausüben dürfen – ein entscheidender Meilenstein für die Profession und die Qualität der Versorgung. „Die Richtung stimmt – aber es braucht im weiteren Verfahren noch Nachbesserungen für mehr Qualität und eine echte Stärkung der professionellen Pflege im Sinne von mehr Autonomie und Eigenverantwortung“, erklärt DBfK-Präsidentin Vera Lux. Positiv bewertet der DBfK außerdem die verstärkte Anerkennung von Berufserfahrung, Fort- und Weiterbildung sowie die Ansätze zur Entbürokratisierung der Pflegedokumentation. Eine konsequente Digitalisierung und eine pflegeprozessorientierte, sinnvolle Dokumentation werden als richtiger Weg eingeschätzt. Gleichzeitig sieht der Verband weiteres Entwicklungspotenzial: In bestimmten Bereichen – etwa bei der Verordnung von Präventionsmaßnahmen – sollte die Pflegeprofession verbindlich entscheiden können, statt lediglich Empfehlungen auszusprechen. „Das würde die Eigenverantwortung konsequent stärken und die im Pflegeberufegesetz verankerten Vorbehaltsaufgaben vollständig zur Wirkung bringen“, betont Lux.
Pflegefachassistenzgesetz: Bundeseinheitlichkeit begrüßt – Ausbildungsqualität sichern
Auch beim Pflegefachassistenzgesetz erkennt der DBfK Fortschritte: Die bundeseinheitliche Regelung sei überfällig und stärke die berufliche Mobilität. Verbesserungen bei der Ausbildungsvergütung sowie der Anerkennung ausländischer Abschlüsse seien weitere Pluspunkte. Dennoch fordert der Verband Korrekturen: „Eine 18-monatige Ausbildung ist zu kurz, um die notwendige Qualität zu sichern. Wir plädieren für eine Dauer von 24 Monaten. Zudem lehnen wir den Zugang ohne Schulabschluss ab, weil dies erhebliche Risiken für den Ausbildungserfolg birgt“, betont Lux. „Mit der bundeseinheitlichen Einführung der Pflegefachassistenz dürfen keine Qualitätsstandards aufgeweicht werden – wir brauchen klare Mindeststandards, eine zweijährige Ausbildung und keine Abwertung des Berufs durch drastische Verkürzungen wie im niedersächsischen Modell, bei dem berufliche Vorerfahrung auf nur wenige hundert Unterrichtsstunden angerechnet wird. Ohne fundierte theoretische Ausbildung und ohne adäquaten Schulabschluss fehlt nicht nur die Basis für qualitativ hochwertige Versorgung, sondern auch der Zugang zu weiteren Karrierewegen im Pflegeberuf“, so Lux weiter.
„Unser Fazit: Der Gesetzentwurf setzt wichtige Impulse, bleibt aber an manchen Stellen noch zu vorsichtig. Denn: Bei der Aussage ‚Pflege kann mehr als sie darf‘, ist nach wie vor noch Luft nach oben.“
Die komplette Stellungnahme des DBfK vom 11. Juli 2025 zum Referentenentwurf finden Sie hier.
Zur Pressemitteilung: https://www.dbfk.de/de/newsroom/pressemitteilungen/meldungen/2025/Pflegegesetze-mit-richtiger-Stossrichtung.php
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IMC Krems startet Forschungsprojekt zur Sturzprävention bei Parkinson
Mit dem neuen Forschungsprojekt PreFOG betritt das IMC Krems wissenschaftliches Neuland: Unter der Leitung von Assoz.-Prof. (FH) Agnes Wilhelm, MSc, Professorin am Institut für Therapie- und Hebammenwissenschaften, arbeitet ein interprofessionelles Team daran, das sogenannte Freezing of Gait (FoG) – eine plötzliche Bewegungsblockade beim Gehen – bei Menschen mit Idiopathischem Parkinsonsyndrom (IPS) vorhersagbar zu machen. Ziel ist es, mithilfe modernster Machine-Learning-Algorithmen und innovativer Smart-Einlegesohlen das Sturzrisiko deutlich zu reduzieren. Gefördert wird das Projekt vom Land Niederösterreich im Rahmen der WST3-Ausschreibung des NÖ Wirtschafts- und Tourismusfonds und durch Mittel der Europäischen Union (EFRE) kofinanziert.Wenn Gehen plötzlich stoppt
Rund 40 Prozent aller Menschen mit Idiopathischem Parkinsonsyndrom (IPS) erleben im Verlauf ihrer Erkrankung sogenannte Freezing-of-Gait-Episoden – plötzliche Bewegungsblockaden. Nach mehr als zehn Krankheitsjahren sind bereits über 70 Prozent der Betroffenen davon betroffen. FoG zählt zu den zentralen Risikofaktoren für Stürze, die oftmals schwere Verletzungen und den Verlust von Selbstständigkeit nach sich ziehen. Bis zu 61 Prozent aller Stürze bei Parkinson-Patient*innen lassen sich direkt auf diese Episoden zurückführen.
Der innovative Ansatz
Im Gegensatz zu bisherigen Studien, die meist mehrere Messgeräte an unterschiedlichen Körperstellen einsetzten, verfolgt das Projekt PreFOG einen innovativen Ansatz: Es stützt sich ausschließlich auf Daten von Smart-Einlegesohlen, die mit Druck- und Bewegungssensoren (IMUs) ausgestattet sind. Zum Einsatz kommen dabei die Smart-Einlegesohlen StAPPone der StAPPtronics GmbH. Auf Basis dieser Daten entwickelt das Forschungsteam prädiktive Modelle, die Freezing-of-Gait-Episoden frühzeitig erkennen sollen.
„Unser Ziel ist es, FoG vorherzusagen, bevor es überhaupt auftritt – und damit Zeit zu gewinnen, um Stürze zu verhindern“, erklärt Projektleiterin Agnes Wilhelm. „Das könnte die Lebensqualität und Sicherheit von Parkinson-Betroffenen entscheidend verbessern.“
Das Projekt wird als interdisziplinäres Gemeinschaftsvorhaben an der IMC Krems University of Applied Sciences durchgeführt. Beteiligt sind die Studiengänge Physiotherapie, Informatik sowie Engineering Responsible AI Systems. Zum Projektteam gehören Agnes Wilhelm, Tanja Miksch und Anna Dopona (Physiotherapie), Sarita Paudel, Himanshu Buckchash und Charles Anthony (Informatik) sowie Ruben Ruiz Torrubiano (Engineering Responsible AI Systems).
Nachhaltig und digital
PreFOG bringt Know-how aus der motorischen Rehabilitation, der Datenwissenschaft und dem Maschinellen Lernen zusammen. Neben der öffentlichen wissenschaftlichen Kommunikation eröffnet das Projekt neue Perspektiven für den Technologietransfer.
Zur Pressemitteilung: https://www.imc.ac.at/ueber-uns/medien-presse/news/detail/forschung-zur-sturzpraevention-bei-parkinson-patientinnen/
Foto: Das interprofessionelle Projektteam des Forschungsprojekts PreFOG am IMC Krems: Gemeinsam arbeiten Expert*innen aus Physiotherapie, Informatik und Engineering Responsible AI Systems an innovativen Lösungen zur Sturzprävention bei Parkinson-Patient*innen.
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Deutscher Pflegerat legt Expert:innenpapier zur Pflege-Informatik-Initiative vor
Die Fachkommission „Digitalisierung in der Pflege“ des Deutschen Pflegerats (DPR) hat ein umfassendes Expert:innenpapier zur Pflege-Informatik-Initiative (PII) veröffentlicht. Ziel der Initiative ist es, pflegerische Daten systematisch und gleichwertig im Gesundheitssystem nutzbar zu machen, um eine evidenzbasierte und sektorenübergreifende Versorgung zu fördern.„Die Pflege ist die größte Berufsgruppe im Gesundheitswesen – dennoch fehlen valide, interoperable Daten, um Qualität, Versorgung und Politik wirksam zu steuern. Mit der Pflege-Informatik-Initiative schließen wir diese Lücke und schaffen die Basis dafür, dass pflegerische Daten sowohl für primäre Zwecke wie Versorgung und Steuerung als auch für sekundäre Zwecke wie Forschung, Public Health und Qualitätspolitik im Sinne der Logik pflegerischen Handelns nutzbar werden“, sagt Thomas Meißner, Leiter der DPR-Fachkommission Digitalisierung in der Pflege.
Kernforderungen der PII
- Kerndatensatz Pflege (KDP): Entwicklung eines international anschlussfähigen, standardisierten Datensatzes, der Routinedaten, Qualitätsindikatoren und Forschungsergebnisse strukturiert zusammenführt und die Eigenlogik pflegerischer Versorgung abbildet.
- Pflege-Datenintegrationszentren: Aufbau spezialisierter Strukturen zur Erhebung, Integration und Auswertung pflegerischer Daten – komplementär zur Medizininformatik-Initiative, mit eigenständigen pflegespezifischen Inhalten.
- Bundesförderprogramm „Pflege-Informatik 2030“: Mindestens 300 Mio. Euro für Infrastruktur sowie gezielten Ausbau von Studienplätzen, Professuren und Promotionsprogrammen, um Pflegeinformatik als Disziplin dauerhaft zu verankern.
- Pflege-Datengesetz: Rechtliche Grundlage analog § 64e SGB V für Datenzugang, Governance und die verpflichtende Dateneinspeisung durch Einrichtungen.
- Europäische Anbindung: Aktive Beteiligung an der Gestaltung des European Health Data Space (EHDS), um pflegerische Datenmodelle und Use-Cases europaweit zu verankern.
Hintergrund
In Deutschland sind pflegerische Routinedaten bislang schwer zugänglich, uneinheitlich dokumentiert und selten interoperabel verfügbar. Dies erschwert den Aufbau einer belastbaren Evidenzbasis für Praxis und Gesundheitspolitik. Internationale Beispiele aus Ländern wie Kanada, den Niederlanden und Finnland zeigen hingegen, wie standardisierte Pflegedaten die Forschung, Qualitätssicherung und Steuerung im Gesundheitswesen effektiv unterstützen können.
Die Pflege-Informatik-Initiative (PII) baut auf der Medizininformatik-Initiative auf und rückt pflegerisches Handeln sichtbar in den Fokus. Sie ermöglicht Benchmarking, evidenzbasierte Qualitätssicherung und liefert eine zuverlässige Grundlage für politische Entscheidungen. Ein zehnjähriger Umsetzungsfahrplan – von der Konzeptphase über Pilotprojekte bis hin zur dauerhaften Implementierung – sorgt für eine schrittweise und nachhaltige Einführung der Initiative.
„Die PII ist kein technisches Projekt, sondern ein gesellschaftlicher Auftrag. Wenn die Pflege in eigenen Datenräumen und Forschungsstrukturen abgebildet wird, kann sie die Zukunft des Gesundheitssystems aktiv mitgestalten", so Meißner weiter.
Call to Action
Damit die PII Realität wird, braucht es:
- politische Beschlüsse in dieser Legislaturperiode (Fördermittel und Rechtsgrundlagen, inkl. rechtlich verankerter Dateneinspeisung),
- einen abgestimmten Fahrplan mit Bund, Ländern und Hochschulen sowie Pilotprojekte für Pflege-Datenintegrationszentren,
- Finanzielle Anreize (Zuschläge) für Einrichtungen, die KDP-konforme Qualitätsdaten liefern,
- pflegespezifische Datenstandards in die gematik-Spezifikationen aufnehmen und Pflegeinformatik-Expertise in EHDS-Gremien entsenden; perspektivisch Einbeziehung in den Arbeitskreis nach § 3 Abs. 4 des Gesundheitsdatennutzungsgesetzes (GDNG).
Hier können Sie das ExpertInnen-Papier herunterladen.
Zur Pressemitteilung: https://deutscher-pflegerat.de/profession-staerken/pressemitteilungen/deutscher-pflegerat-legt-expertinnenpapier-zur-pflege-informatik-initiative-vor
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DBfK: Pflegegrad 1 muss bleiben und zielgerichteter ausgestaltet werden
Die derzeitige Debatte über die Abschaffung des Pflegegrads 1 ist weder neu noch zielführend. Vielmehr bedarf es laut Deutschem Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) einer grundlegenden Neuausrichtung der Pflegeversicherung, inklusive einer Rückzahlung entnommener Gelder und der Herausnahme von Rentenansprüchen. Gleichzeitig wäre es sinnvoll, die Wirkungsabsicht des Pflegegrads 1 zu überprüfen und ihn stärker auf präventive Maßnahmen auszurichten.„Die Ziele, mit denen der Pflegegrad 1 im Jahr 2017 eingeführt wurde, sind nach wie vor gut begründet“, betont Stefan Werner, Vizepräsident des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK). „Dabei geht zum einen um einen längeren Verbleib in der eigenen Häuslichkeit und zum anderen um ein Hinauszögern einer stärkeren und damit auch wesentlich teureren Pflegebedürftigkeit durch präventive Maßnahmen. Diese Ziele jetzt kurzfristig für Einsparungen über Bord zu werfen, halten wir für besonders fahrlässig.“
Der DBfK fordert, versicherungsfremde Kosten konsequent in den Bundeshaushalt zu verlagern. Dazu zählen insbesondere die über 5 Milliarden Euro, die während der Corona-Pandemie entnommen wurden, sowie die Kosten für Rentenpunkte pflegender Angehöriger, die inzwischen rund 4 Milliarden Euro betragen.
Darüber hinaus plädiert der DBfK dafür, Prävention zur Priorität zu machen und die Kompetenz von Pflegefachpersonen stärker einzubinden. Sie können beraten, coachen sowie Angehörige schulen und begleiten. Auf diese Weise lassen sich frühzeitig drohende Überlastungen erkennen, Unterstützungsnetzwerke aktivieren und die Kontinuität der Versorgung sichern.„Der Pflegegrad 1 muss bleiben und den Zugang zu pflegefachlicher Leistung ermöglichen“, so Stefan Werner weiter. „Wir reden hier in erster Linie von älteren Pflegebedürftigen, das Durchschnittsalter bei der Antragstellung liegt bei fast 79 Jahren. Diese vulnerable Personengruppe können wir nicht unversorgt lassen. Sie bedarf in besonderem Maß einer zugehenden, aktiven Unterstützung, wie sie insbesondere Community Health Nurses (CHN) leisten können. Dafür sollten die Mittel in erster Linie verwendet werden, und wir sehen hier sowohl die Kommunen als auch die Pflegekassen in der Verantwortung. Wir als DBfK stehen für eine Überprüfung und daraus möglicherweise resultierende Neujustierung der Wirkungsabsicht des Pflegegrads 1 bereit, nicht aber für eine Abschaffung. Die Misere der Pflegeversicherung rührt nicht daher, dass Einzelne sie nicht in der intendierten Absicht nutzen. Sie muss vielmehr strukturell beseitigt werden.“
Zur Pressemitteilung: https://www.dbfk.de/de/newsroom/pressemitteilungen/meldungen/2025/2025-09-29-pflegegrad-1-muss-bleiben-und-zielgerichteter-ausgestaltet-werden.php
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Neue Wege der Prävention in der ambulanten Pflege und der Tagespflege – health4care geht in Erprobungsphase
Das Modellvorhaben health4care, das praxisnahe Ansätze zur Prävention und Gesundheitsförderung in ambulanten und teilstationären Pflegeeinrichtungen entwickelt und erprobt, geht nun in die Erprobungsphase. Aus insgesamt 54 interessierten Einrichtungen wurden in einem mehrstufigen Auswahlverfahren acht Projektpartner ausgewählt – fünf aus Nordrhein-Westfalen und drei aus Rheinland-Pfalz. Das Projekt wird vom Deutschen Institut für angewandte Pflegeforschung e. V. (DIP-Institut) gemeinsam mit den beteiligten Einrichtungen und gefördert durch die BARMER bis Ende 2028 umgesetzt. Ziel ist es, die Gesundheitskompetenz und das Wohlbefinden von Menschen mit Pflegebedarf sowie deren Zu- und Angehörigen zu fördern. Projektleiter Prof. Frank Weidner vom DIP freut sich über das Engagement der Pflegeeinrichtungen: „Das große Interesse zeigt deutlich: Die Bereitschaft, neue und umfassende Präventionsansätze in der Praxis umzusetzen, ist trotz der vielen Herausforderungen und Belastungen in der Pflege riesig.“Die Auswahl der Projektpartner erfolgte in enger Abstimmung zwischen dem durchführenden DIP-Institut und der BARMER als Förderer. In Rheinland-Pfalz sind die Caritas-Sozialstation in Bernkastel-Wittlich sowie die ASD-Tagespflege und der Krankenpflegedienst ASD in Linz beteiligt. Aus Nordrhein-Westfalen nehmen der Ambulante Pflegedienst Mathias Pflege GmbH in Ibbenbüren/Rheine, die Tagespflege Am Alten Sportplatz in Senden, die Diakoniestation gGmbH mit der angeschlossenen Tagespflege am Paulusanger in Recklinghausen sowie die Caritas-Tagespflege St. Paulus in Kamp-Lintfort teil.
Mit einer gemeinsamen Kick-off-Veranstaltung fiel der offizielle Startschuss für das Modellvorhaben. Dabei hatten nicht nur die ausgewählten Partnereinrichtungen, sondern auch das Projektteam des DIP-Instituts sowie Vertreterinnen der BARMER die Gelegenheit, sich kennenzulernen. Besonders hervorzuheben ist, dass sowohl ambulante Pflegeeinrichtungen als auch Tagespflegeeinrichtungen teilweise bereits als eingespielte Tandems am Projekt teilnehmen. Juliane Diekmann, projektverantwortliche Fachreferentin bei der BARMER, freut sich über den Start der aktiven Projektzeit und unterstreicht die Wichtigkeit: „Das Projekt kann uns richtungsweisende Hinweise für die zukünftige Gestaltung der Prävention und Gesundheitsförderung in der ambulanten Versorgung liefern, um die Gesunderhaltung aller Beteiligten in diesem Bereich langfristig zu stärken.“
In den kommenden Monaten und Jahren wird das modulare health4care-Konzept in allen Projektpartnereinrichtungen umgesetzt. Mitarbeitende werden dabei geschult und begleitet, wobei auch digitale Anwendungen zum Einsatz kommen. Für das Projekt wurde eigens eine digitale Lernplattform entwickelt. Weitere Informationen zu den ausgewählten Projektpartnern und zum Projekt selbst sind unter www.health4care.de abrufbar.
Zur Pressemitteilung: https://www.dip.de/wp-content/uploads/2025/10/PM-DIP-h4c-kick-off-251001.pdf
Foto: Das health4care-Team des DIP (Quelle: DIP, Copyright: DIP/Theresa Schawohl)
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Neue ICN-Definitionen von Pflege: Verbände legen deutsche Übersetzung vor
Was bedeutet es, eine Pflegefachperson zu sein? Wie lässt sich die Berufsgruppe definieren – und welche Bedeutung hat dies für das pflegerische Handeln, aber auch für Gesellschaft und Politik? Antworten auf diese Fragen gibt die neu gefasste Definition der Begriffe „Nurse“ und „Nursing“, die anlässlich des diesjährigen Kongresses des International Council of Nurses (ICN) veröffentlicht wurde. Die drei deutschsprachigen ICN-Mitgliedsverbände aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben nun eine gemeinsam erarbeitete, vom ICN autorisierte deutsche Übersetzung vorgelegt.„Die Definitionen beschreiben umfassend das Spektrum dessen, was professionelle Pflege heute leisten kann“, sagt Vera Lux, Präsidentin des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK), einer der drei beteiligten Verbände. „Damit geben wir beruflich Pflegenden eine Hilfestellung an die Hand, um ihre Rolle reflektieren und selbstbewusst ausüben zu können. Darum geht es im Kern: um eine Selbstbeschreibung, aber auch Selbstermächtigung.“
Die Versorgungsrealität, in der beruflich Pflegende tätig sind, hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Die Neudefinition greift diese Entwicklungen auf und bietet gleichzeitig eine Orientierung für die Politik, wie das Potenzial der professionellen Pflege in der Versorgung optimal genutzt werden kann. Darüber hinaus verdeutlichen die detaillierten Beschreibungen auch der Öffentlichkeit, welchen Beitrag Pflegefachpersonen in der ambulanten und stationären Gesundheitsversorgung leisten und welche Werte ihr Handeln prägen. Für die Pflegefachausbildung dienen die Definitionen zudem als Referenzpunkt neben den bestehenden Rahmenlehrplänen und Curricula.
Vera Lux betont, dass der DBfK sehr hoffe, dass mit der Neudefinition das volle Spektrum pflegerischer Kompetenz von den politisch Verantwortlichen, aber auch von der breiten Öffentlichkeit und Gesellschaft erkannt wird. Sie fügte hinzu: „Das könnte die Umsetzung in die heutige Versorgungsrealität in Deutschland befördern, auch vor dem Hintergrund, dass eine umfassende Reform der Versorgungsstrukturen in unserem Gesundheitssystem zwingend geboten ist und professionelle Pflege als relevanter Leistungserbringer anerkannt wird. Dazu braucht es eine inklusive Aufgabenverteilung unter den Gesundheitsprofessionen und mehr Autonomie für Pflegefachpersonen. Das Handbuch dafür liegt jetzt vor.“
Veranstaltungshinweis: Die Neuübersetzung wird in einem Webtalk am Donnerstag, dem 9. Oktober 2025, von 18 bis 20 Uhr der interessierten Öffentlichkeit vorgestellt. Zur Anmeldung
Zur Pressemitteilung: https://www.dbfk.de/de/newsroom/pressemitteilungen/meldungen/2025/2025-10-06-nurse-und-nursing-jetzt-in-deutscher-uebersetzung.php
Foto: stock.adobe.com - Martin
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Korian Stiftungsaward für Vielfalt und Respekt in der Pflege 2026 ausgeschrieben
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Die gemeinnützige Korian Stiftung für Pflege und würdevolles Altern schreibt zum sechsten Mal den Korian Stiftungsaward für Vielfalt und Respekt in der Pflege aus. Mit dem Preis werden Pflegeanbieter und Projekte ausgezeichnet, die Vielfalt aktiv fördern und diversitätssensible Pflege besonders in ihrer Arbeit umsetzen.
Bewerben können sich alle Einrichtungen, Pflegedienste und Institutionen, die sich mit dem Thema Diversität in Bezug auf ihre Pflegeteams oder Pflegebedürftigen beschäftigen, zukunftsweisende Konzepte entwickelt haben und bereits erste Maßnahmen umgesetzt haben. Einsendeschluss ist der 16. Januar 2026. Der Preis ist mit 2.000 Euro dotiert, die feierliche Verleihung erfolgt im April 2026 auf der ALTENPFLEGE-Messe in Essen.
In einer zunehmend vielfältigen Gesellschaft soll der Korian Stiftungsaward Organisationen und Teams dazu ermutigen, mit innovativen Ansätzen aktiv Teilhabe und Inklusion in der Pflege zu fördern und das Thema öffentlich sichtbar zu machen. Elisabeth Scharfenberg, Vorständin der Korian Stiftung, betont: „Vielfalt ist in der Pflege kein Schlagwort, sondern gelebte Realität. Unterschiedliche Perspektiven in Pflegeteams ermöglichen einen sensiblen Umgang mit den individuellen und vielfältigen Bedürfnissen der Pflegebedürftigen. Diese Diversität stärkt nicht nur die Qualität der Versorgung, sondern schafft auch eine Kultur des Respekts und der Empathie und das ist wichtig, um den Herausforderungen des Pflegealltags nachhaltig zu begegnen.“ In den vergangenen Jahren wurden bereits wegweisende Projekte ausgezeichnet: vielfältig. GmbH (2025), hoffmannsgarten Tagespflege (2024), Agaplesion Markus Diakonie gGmbH (2023), Hilfe im Alter gGmbH (2022) und das Immanuel Seniorenzentrum Schöneberg (2021).
Weitere Informationen zur Ausschreibung sowie das Bewerbungsformular finden Interessierte hier.
Bewerbungsschluss ist der 16. Januar 2026.
Die Korian Stiftung für Pflege und würdevolles Altern
Die 2020 gegründete gemeinnützige Korian Stiftung für Pflege und würdevolles Altern hat sich zum Ziel gesetzt, die Entwicklung der Altenpflege und des Gesundheitswesens zu fördern sowie Aus-, Fort- und Weiterbildung sowie Wissenschaft und Forschung im Bereich Pflege und Medizin zu unterstützen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Menschen, die in der Pflege tätig sind. Für sie werden Angebote entwickelt, die sowohl ihre körperliche als auch mentale Gesundheit stärken. Auf diese Weise werden auch Pflegebedürftige einbezogen. Würde, Anerkennung und Respekt für alle Beteiligten bilden das ganzheitliche Motto der Stiftung.
Zur Pressemitteilung: https://www.korian-stiftung.de/jetzt-bewerben--korian-stiftungsaward-fur-vielfalt-und-respekt-in-der-pflege-2026
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Deutscher Pflegerat: Zukunftspakt Pflege muss Pflegeberufe strategisch einbinden
Der Deutsche Pflegerat (DPR) bewertet die Zusammenarbeit von Bund und Ländern im Rahmen des „Zukunftspakt Pflege“ als wichtigen ersten Schritt zur Neugestaltung der Pflegeversicherung. Gleichzeitig stellt er fest, dass die vorgelegten Zwischenergebnisse hinter den Erwartungen zurückbleiben: Die Pflege wird nach wie vor überwiegend als Ressource zur Effizienzsteigerung und als Antwort auf demografische Probleme gesehen, nicht jedoch als eigenständige Profession mit strategischer Verantwortung.Pflege ist mehr als eine Ressource
Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats, warnt, dass eine Pflegereform ohne verbindliche Einbindung der Pflegeberufe scheitern wird. Die Pflegeprofession kann weit mehr leisten als nur die Grundversorgung absichern. „Wer Pflege nur verwaltet, aber nicht gestaltet, wird die Versorgungsprobleme nicht lösen“, sagt Vogler.
In den bisherigen Zwischenergebnissen finden die beruflich Pflegenden kaum Berücksichtigung. Wo sie erwähnt werden, beschränken sich ihre Rollen auf beratende und begleitende Funktionen. Zwar sind Ziele wie Prävention, Rehabilitation, ein längerer Verbleib in der Häuslichkeit und die Akutversorgung formuliert, doch die Pflegeprofession erhält dafür weder eigene Strukturen noch Entscheidungskompetenzen. Das Potenzial der Pflege wird damit erneut nicht als Chance zur Weiterentwicklung des Gesundheitssystems gesehen, sondern lediglich als Mittel zur Stabilisierung bestehender Strukturen – wodurch Pflege erneut zum Erfüllungsgehilfen einer rein systemischen Steuerungslogik wird.
Arbeitsaufträge bislang nicht eingelöst
Der Zukunftspakt hat im Juli klare Aufträge formuliert: Die Reformmaßnahmen sollen aufzeigen, wie sie sich auf Leistungsangebote und Personalbedarf auswirken. Knappes Pflegepersonal soll gezielt dort eingesetzt werden, wo es am dringendsten benötigt wird und seine Kompetenzen die größte Wirkung entfalten können. Pflegeeinrichtungen und Pflegefachkräfte vor Ort sollen dafür über Handlungs- und Entscheidungsspielräume verfügen.
Bisher ist davon jedoch nichts erkennbar. Die Pflegeprofession wird zwar erwähnt, ist aber weder in die Versorgungssteuerung noch in die Weiterentwicklung von Berufsbildern oder digitalen Prozessen eingebunden. Dies steht im Widerspruch zum eigenen Anspruch des Zukunftspakts Pflege.
Zukunft braucht Gestaltungswillen
Pflege kann Versorgung steuern, koordinieren und Innovationen voranbringen – wenn sie verbindliche Entscheidungsrechte bekommt. „Bund und Länder müssen jetzt die Weichen richtig stellen“, fordert Vogler. „Die Pflegeprofession darf nicht am Katzentisch sitzen, während andere über sie entscheiden.“
DPR fordert klare politische Entscheidungen
Der Deutsche Pflegerat fordert, die Pflegeprofession als gleichwertigen Partner in die Steuerung des Versorgungssystems einzubeziehen, verbindliche Entscheidungsräume für Pflegefachpersonen zu schaffen und pflegerische Expertise in Versorgungsplanung, Care- und Case-Management sowie Innovationsprozesse fest zu verankern.
Die vorliegenden Zwischenergebnisse decken lediglich einen Teil der Arbeitsaufträge ab. Die Beteiligten des Zukunftspakts Pflege sind nun in der Verantwortung, die Pflegeprofession konsequent in die Reformgestaltung einzubinden. Ohne diese Einbindung droht der Zukunftspakt an der zentralen Stelle der Versorgungssicherheit zu scheitern.
Zur Pressemitteilung: https://deutscher-pflegerat.de/profession-staerken/pressemitteilungen/profession-pflege-braucht-gestaltungsraum--nicht-nur-effizienzvorgaben
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Todes- und Suizidwünsche: Ethische Herausforderungen in der Pflege
Karen Klotz, Anna-Henrikje Seidlein, Annette Riedel
Springer Verlag, Berlin 2025, 54 Seiten, 14,99 €, ISBN 978-3-662-71018-0
Zusammenfassung / Inhalt
Das Buch behandelt den professionellen Umgang mit Todes- und Suizidwünschen im Pflegekontext. Es liefert Definitionen und Abgrenzungen (Todeswunsch, Suizidwunsch, assistierter Suizid), beleuchtet Prävalenz, rechtliche Rahmenbedingungen, ethische Spannungsfelder sowie die Rolle von Pflegefachpersonen. Zentrale Themen sind:
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Suizidprävention als professioneller Auftrag
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Ethische Herausforderungen in unterschiedlichen Settings (z. B. Altenpflege, Psychiatrie, Palliativversorgung)
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Moral Distress und Gewissenskonflikte bei Pflegenden
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Möglichkeiten und Grenzen von Gewissensvorbehalten
Ziel des Buches
Die Autorinnen möchten Pflegefachpersonen für die ethische und rechtliche Komplexität sensibilisieren, ihnen Orientierung für den Umgang mit Todes- und Suizidwünschen geben und ihre Rolle in der Suizidprävention stärken. Adressiert werden insbesondere Pflegende, aber auch Lehrende, Forschende und Fachkräfte aus angrenzenden Disziplinen.
Aufbau des Buches
Das Werk ist als „Essential“ konzipiert – kompakt, übersichtlich und praxisnah. Nach einer Einleitung, die die Bedeutung des Themas für die Pflege hervorhebt, folgt eine Auseinandersetzung mit zentralen Begriffen und Konzepten wie Terminologie, Suizidassistenz, der Rolle der Pflege, ethischen Herausforderungen und Moral Distress. Anschließend werden Aspekte der Suizidprävention, der nationale Rahmen, der Beitrag der Pflege sowie die ethischen Implikationen beleuchtet. Ein weiterer Abschnitt widmet sich individuellen Abwägungen, dem Gewissensvorbehalt und den daraus resultierenden Konsequenzen für die Praxis. Zum Abschluss werden die wichtigsten Kernaussagen zusammengefasst und weiterführende Literatur empfohlen.
Übersichtlichkeit und Praxisbezug
Die Sprache ist klar und verständlich, ohne dabei an wissenschaftlicher Präzision zu verlieren. Tabellen, Abbildungen und Definitionen tragen zu einer übersichtlichen Strukturierung der Inhalte bei. Durch den hohen Praxisbezug erhalten Pflegende konkrete Handlungsorientierungen für Gespräche, Einschätzungen und ethische Reflexionen.
Kritikpunkte
Aufgrund des kompakten Formats als Essential bleibt die Darstellung stellenweise knapp und kann nur Überblickswissen vermitteln, nicht jedoch detaillierte Handlungsanleitungen. Internationale Vergleiche werden zwar einbezogen, sind jedoch nicht immer unmittelbar auf den deutschen Kontext übertragbar. Einige Themen – etwa die psychische Belastung von Pflegenden oder interprofessionelle Konflikte – könnten zudem noch ausführlicher behandelt werden.
Fazit und Mehrwert
Das Buch bietet eine wertvolle Einführung in ein hochsensibles Thema, das für die pflegerische Praxis zunehmend Relevanz gewinnt. Es schärft das Bewusstsein für die ethische Verantwortung und stärkt Pflegende in ihrer Rolle zwischen Empathie, Suizidprävention und eigener Gewissensentscheidung.
Mehrwert: Kompakte Orientierung, praxisnahe Reflexionsimpulse, Stärkung der pflegeethischen Kompetenz. Besonders empfehlenswert für Pflegende in Ausbildung, Praxis und Leitungsfunktionen.Eine Rezension von Anett Friedrich,
M. Ed. Medizinpädagogin & Diversitytrainerin -
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Drei Jahre FLEX4UKW: Flexteam stärkt Pflege-Dienstpläne am Uniklinikum Würzburg
Vor drei Jahren wurde am Universitätsklinikum Würzburg (UKW) das Projekt „FLEX4UKW“ ins Leben gerufen, um neue Pflegekräfte zu gewinnen und die Arbeitsbedingungen langfristig zu verbessern. „Unsere Bilanz macht uns stolz: Wir haben Pionierarbeit geleistet und konnten ein Poolkonzept realisieren, das zu einem wichtigen und dauerhaften Pfeiler im Klinikalltag geworden ist. FLEX4UKW ist ein absolutes Erfolgsprojekt“, sagt Marcus Huppertz, Pflegedirektor an der Würzburger Uniklinik.Wichtiger Eckpfeiler im Klinikalltag
Aktuell sind rund 200 Mitarbeitende im Projekt FLEX4UKW tätig, was etwa 112 Vollkräften entspricht. Die Rekrutierungskampagne startete im November 2022. Das Konzept des Projekts ist dabei unverändert: Die Beschäftigten können ihre Arbeitszeiten flexibel gestalten und den Umfang ihrer Einsätze individuell festlegen. Zudem haben sie die Wahl aus elf fachlichen Clustern, wie etwa Onkologie oder Operative Medizin. Die FLEX-Mitarbeitenden kommen gezielt dort zum Einsatz, wo krankheitsbedingte Ausfälle auftreten. Dadurch wird das „Einspringen“ aus den festen Stationsteams deutlich reduziert.
Beitrag für mehr Planungssicherheit
Huppertz: „Über das Flexteam wird die Kompensation von Personalausfällen sichergestellt, das ist ein wichtiger Beitrag zur Dienstplanstabilität. Von der so erzeugten Planungssicherheit profitieren alle – sowohl die Stammteams als auch das Team FLEX4UKW.“
Seit April 2025 leitet Saskia Schuster das Flexbüro am UKW. Sie weist auf einen weiteren Aspekt hin: „Allein in diesem Jahr sind bisher 36 Personen aus dem Flexteam in die festen Stationsteams am UKW gewechselt. Das ist ein weiterer Pluspunkt des Konzeptes.“ Umgekehrt wechseln auch Kolleginnen und Kollegen aus den Stationen nach FLEX4UKW. Schuster: „Damit können wir auch diesen Kolleginnen und Kollegen ein passendes Angebot machen, um weiter am UKW zu arbeiten.“
Ein zukünftiges Ziel ist unter anderem, die Einarbeitungskonzepte weiter zu verbessern, sodass der Einsatz der Mitarbeitenden auf den Stationen insbesondere beim kurzfristigen Einspringen noch reibungsloser und effizienter gelingt. Wichtig für den Erfolg des Projektes ist und bleibt natürlich eine sehr gute Einarbeitung, das ist uns gemeinsam gelungen und daran arbeiten wir weiter. Hier gilt mein Dank besonders den festen Stationsteams“, so Huppertz.
Weitere Informationen finden Sie hier: https://www.ukw.de/flex4ukw/
Zur Pressemitteilung: https://www.ukw.de/medien-kontakt/presse/pressemitteilungen/detail/news/drei-jahre-flex4ukw-aktuell-200-personen-fuer-mehr-dienstplanstabilitaet/
Foto: Drei Jahre FLEX4UKW: Das Projekt am UKW hat sich zum „absoluten Erfolgsprojekt“ entwickelt. Aktuell arbeiten rund 200 Menschen in FLEX4UKW. Darüber freuen sich Marcus Huppertz, UKW-Pflegedirektor (hinten links), und das Team des Flexbüros. (c) UKW / A. Wenzl
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VdPB wählt neues Präsidium
Die Delegierten der Vereinigung der Pflegenden in Bayern (VdPB) trafen sich am vergangenen Donnerstag in Ingolstadt zu ihrer turnusmäßigen Delegiertenversammlung. Nachdem VdPB-Präsidentin Kathrin Weidenfelder im Mai 2025 aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten war, stand nun die Neuwahl der Verbandsführung im Mittelpunkt der Sitzung. Mit deutlicher Mehrheit wählten die Delegierten Rita Zöllner zur neuen Präsidentin. Zöllner ist Fachkrankenschwester für Intensiv- und Anästhesiepflege, besitzt einen Masterabschluss in Advanced Nursing Practice und arbeitet sowohl in der Anästhesie des Universitätsklinikums Erlangen als auch als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Evangelischen Hochschule Nürnberg.Auch der Posten des 1. Vizepräsidenten musste nach dem berufsbedingten Rücktritt von Prof. Dr. Matthias Drossel neu besetzt werden. Die Delegierten entschieden sich mit deutlicher Mehrheit für Jasmin Bieswanger, Fachkrankenschwester für Intensivpflege und Praxisanleiterin am Klinikum Fürth. Mit ihrer Wahl wird Michael Wetterich, der weiterhin dem Präsidium angehört, von jenen zusätzlichen Aufgaben entbunden, die er in den vergangenen Monaten kommissarisch übernommen hatte. „Das ist jetzt meine erste und höchst ehrenvolle Aufgabe als Präsidentin: Ich danke Michael Wetterich aufrichtig für seine Arbeit in den letzten Monaten. Das Engagement, das er in dieser Funktion an den Tag gelegt hat, ist nicht selbstverständlich. Darum bin ich auch besonders dankbar, dass er uns als 2. Vizepräsident mit all den Erfahrungen, die er jetzt gemacht hat, erhalten bleibt und ich auf seine Unterstützung zählen kann“, freut sich VdPB-Präsidentin Rita Zöllner nach ihrer Wahl.
Auch die neu gewählte Vizepräsidentin Jasmin Bieswanger blickt hoffnungsvoll auf die künftige Zusammenarbeit: „Natürlich weiß ich, dass wir uns einer großen Herausforderung und Verantwortung stellen. Immerhin vertreten wir eine große Berufsgruppe und setzen uns für deren Interessen ein. Dass wir uns dessen bewusst sind und uns dieser Aufgabe zu dritt im Präsidium mit einem starken Vorstand hinter uns widmen, lässt mich zuversichtlich darauf blicken.“ Das neue Trio an der Spitze der VdPB hat sich auch bereits über die ersten Schwerpunkte beraten. „Wir brauchen vielleicht noch ein bisschen Zeit, um uns in unseren Ämtern zu orientieren, aber wir haben uns schon jetzt abgestimmt, dass wir für die beruflich Pflegenden und auch für die Mitarbeitenden in der VdPB-Geschäftsstelle Kontinuität gewährleisten möchten, ohne dabei auf neue Impulse zu verzichten, die wir aus unseren Arbeitsfeldern in der Pflege mitbringen. Wir bleiben Bayerns Stimme für die Pflege, wir setzen auf eine Fortführung unserer konstruktiven Gespräche mit anderen Akteuren des Gesundheitswesens und der beruflichen Pflege. Wir setzen auch auf einen guten Draht zur Landespolitik, für uns der wichtigste Partner bei unseren berufspolitischen Aktivitäten. Und wir setzen außerdem auf den Erfolg der uns übertragenen Aufgaben – für eine starke Profession Pflege“, fasst VdPB-Präsidentin Rita Zöllner zusammen.
Für einen ersten konkreten Arbeitsauftrag an das neue Präsidium sorgte die Delegiertenversammlung ebenfalls: Die Mehrheit der Delegierten sprach sich dafür aus, Gespräche über einen möglichen Beitritt der VdPB zum Deutschen Pflegerat (DPR) aufzunehmen. Der DPR wird voraussichtlich als sogenannte maßgebliche Organisation der Pflege auf Bundesebene benannt werden.
Zur Pressemitteilung: https://www.vdpb-bayern.de/vdpb-delegierte-waehlen-rita-zoellner-zur-neuen-praesidentin/
Foto: Vizepräsident Michael Wetterich zusammen mit der neuen VdPB-Präsidentin Rita Zöllner und der ebenfalls neu gewählten 1. Vizepräsidentin Jasmin Bieswanger.
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Neue S3-Leitlinie Delir im höheren Lebensalter veröffentlicht
Seit 08.01.2026 ist die neue S3-Leitlinie „Delir im höheren Lebensalter“ bei der AWMF veröffentlicht. Die Leitlinie wurde unter der Federführung der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) sowie der Deutschen Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie (DGGPP) entwickelt. Beteiligt waren mehr als 30 weitere Fachgesellschaften und Berufsverbände. Neben einer ausführlichen Langfassung stehen auch eine Kurzfassung sowie eine eigene Patientenleitlinie zur Verfügung. Erstmals bündelt die Leitlinie 69 evidenz- und konsensbasierte Empfehlungen, die alle Versorgungsbereiche abdecken. Damit werden sektorenübergreifende Standards für Prävention, Diagnostik, Behandlung und Nachsorge von Delirien bei hochbetagten Patientinnen und Patienten definiert.Die S3-Leitlinie berücksichtigt dabei sämtliche Versorgungsbereiche – von der ambulanten Versorgung und der Notaufnahme über den stationären Krankenhausaufenthalt bis hin zu Pflegeeinrichtungen und der Rehabilitation. Sie greift alle zentralen Aspekte der Versorgungspraxis auf: von Früherkennung und Prävention über eine leitliniengerechte Therapie bis hin zu einer strukturierten Nachsorge.
„Die Leitlinie ist das Ergebnis eines außergewöhnlich breiten interprofessionellen Konsenses aus Medizin, Pflege, Therapie und weiteren Gesundheitsberufen“, weiß die wissenschaftliche Leiterin, PD Dr. Christine Thomas, Ärztliche Direktorin der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie für Ältere am Klinikum Stuttgart. So gilt die Publikation als eines der bisher größten interprofessionellen Leitlinienprojekte im deutschsprachigen Raum. „Ziel war es, klare und umsetzbare Empfehlungen für alle Berufsgruppen zu formulieren.“
Fokus auf nicht-medikamentöser Prävention und Therapie
Ein wesentliches Kennzeichen der Leitlinie ist die deutliche Betonung nicht-medikamentöser Maßnahmenbündel, sogenannter Multikomponenten-Interventionen. Dazu zählen unter anderem eine strukturierte und kontinuierliche Kommunikation, gezielte Orientierungshilfen, die Förderung von Mobilität sowie Maßnahmen zur Unterstützung eines geregelten Schlafs. „Ihre Wirksamkeit wurde durch eine eigens durchgeführte Meta-Analyse belegt – sowohl in der Prävention als auch in der Behandlung des Delirs“, betont Christine Thomas. Maßnahmen dieser Art seien fester Bestandteil der leitlinien-basierten Versorgung. Sie ermöglichen insbesondere auch professionell Pflegenden eine evidenzbasierte Handlungsgrundlage.
Dabei greift Thomas auf Erkenntnisse aus den von ihr geleiteten Forschungsprojekten DELEIhLA und PAWEL zurück, die vom Innovationsausschuss des G-BA gefördert wurden. Die Ergebnisse dieser Projekte bildeten eine zentrale wissenschaftliche Grundlage für die Erarbeitung der neuen S3-Leitlinie.
Hohe Bedeutung für die Versorgung älterer Menschen: Delir häufig und folgenreich
„Der zentrale Referenzrahmen für alle Versorgungsbereiche, der uns so lange gefehlt hat, ist jetzt endlich geschaffen“, ist Professorin Christine von Arnim überzeugt. Die Direktorin der Klinik für Geriatrie an der Universitätsmedizin Göttingen war federführend für die DGG an der Erstellung der Leitlinie beteiligt. „Ein Delir bei unserem Patientenklientel ist häufig, schwerwiegend und wird oft nicht erkannt!“, erklärt die Geriaterin. Denn die akute Funktionsstörung des Gehirns tritt häufig bei älteren Menschen auf und gilt zugleich als die folgenreichste Komplikation im höheren Lebensalter.
Typische Anzeichen eines Delirs sind nach Angaben von von Arnim unter anderem Störungen der Aufmerksamkeit, zeitliche oder räumliche Desorientierung, Denkstörungen sowie Veränderungen des Bewusstseins. Als häufige Auslöser gelten Infektionen, operative Eingriffe, bestimmte Medikamente oder akute körperliche und psychische Belastungen.
Gelungene Betroffenenleitlinie ermöglicht individuelle Prävention
Entstanden ist deshalb auch die optisch einladende, kurz gefasste und sehr anwendungsorientierte Patientenleitlinie für Betroffene und vor allem auch deren Angehörige. „Die Broschüre erklärt, was ein Delir ist und wie man es erkennt, um mehr Verständnis für die Situation zu schaffen“, freut sich Christine von Arnim über das Ergebnis. „Mit der Weitergabe dieser Informationen können alle an der Behandlung Beteiligten aufklären und optimal unterstützen“, ergänzt PD. Dr. Christine Thomas.
Die Leitlinie enthält zudem Checklisten, mit denen ein Delir-Risiko frühzeitig eingeschätzt werden kann, sowie praxisnahe Empfehlungen zur Prävention. Ergänzend finden sich Hinweise auf weiterführende Literatur, YouTube-Videos sowie Informationen zu Unterstützungsangeboten durch Stiftungen, Patientennetzwerke und Selbsthilfegruppen.
Zur Pressemitteilung: https://www.dggeriatrie.de/presse/pressemeldungen/2542-pm-praevention-diagnostik-und-therapie-neue-s3-leitlinie-delir-im-hoeheren-lebensalter-veroeffentlicht
Foto: Die die wissenschaftliche Leiterin der LL, PD Dr. Christine Thomas und Professorin Christine von Arnim, die federführend für die DGG an der Erstellung beteiligt war. Copyright: DGG
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Psychische Belastungen besser abbilden: AK Oberösterreich fordert, Schwerarbeitsverordnung anzupassen
Ab Januar 2026 wird Pflege in Österreich offiziell als Schwerarbeit anerkannt. Präsident Andreas Stangl wertet dies als wichtigen Erfolg, auf den die Beschäftigten lange gewartet haben – ein Erfolg, der auch dem Engagement der Arbeiterkammer zu verdanken sei: „Die geplante Anpassung der Schwerarbeitsverordnung bedeutet für viele Pflegekräfte eine Verbesserung. Bereits 2026 werden rund 1.000 Menschen von dieser Neuregelung profitieren“. Zugleich weist Stangl darauf hin, dass in anderen Berufsgruppen mit Schwerarbeit weiterhin erheblicher Nachholbedarf besteht.Die Zahl der Anträge auf Schwerarbeitspension ist in den letzten zehn Jahren deutlich gestiegen: Wurden 2014 noch 2.321 Anträge gestellt, meldete die Pensionsversicherungsanstalt 2024 insgesamt 5.673 Anträge. Hintergrund sind die gestiegenen Belastungen in vielen Berufen: Höherer Arbeitsdruck, lange Arbeitszeiten, Schichtdienste und eine sinkende Personaldecke bei unverändertem Arbeitsaufkommen erhöhen die psychische Belastung der Beschäftigten erheblich.
Demgegenüber steht die aktuell gültige Schwerarbeitsverordnung, die aus dem Jahr 2007 stammt. Fast 20 Jahre alt, spiegelt sie die heutigen Arbeitsbedingungen nur unzureichend wider. Immer mehr Beschäftigte wenden sich an die Arbeiterkammer, da sie trotz hoher physischer und psychischer Belastung rechtlich vom Zugang zur Schwerarbeitspension ausgeschlossen bleiben.
Derzeit gilt: Für den Anspruch auf Schwerarbeitspension werden nur Schwerarbeitszeiten ab dem 40. Lebensjahr berücksichtigt. Innerhalb der 20 Jahre vor Vollendung des 60. Lebensjahres müssen 120 Monate nachgewiesen werden. Zeiten vor dem 40. Lebensjahr bleiben selbst bei jahrzehntelanger Schwerarbeit unberücksichtigt – was immer wieder zu Härtefällen führt. Die Arbeiterkammer Oberösterreich fordert daher, bei besonders langer Ausübung von Schwerarbeit von dieser Altersgrenze abzuweichen und die Anwartschaftszeiten innerhalb der Rahmenfrist zu erweitern, um solche Härtefälle zu vermeiden.
Ein weiteres Problem der Schwerarbeitsverordnung liegt in der sehr starren Bewertung von Schwerarbeitstätigkeiten: Ein Schwerarbeitsmonat wird nur dann anerkannt, wenn alle Kriterien vollständig erfüllt sind. Beispiel: Eine Pflegekraft leistet statt der geforderten sechs Nachtdienste nur fünf, und der tägliche Kalorienverbrauch liegt leicht unter der festgelegten Grenze. In diesem Fall würden beide Tätigkeitsaspekte separat betrachtet, und es würde kein Schwerarbeitsmonat angerechnet – selbst wenn die Person de facto regelmäßig Schwerarbeit geleistet hat.
Daher gehören die Zugangsbedingungen für die Schwerarbeitspension laut AK generell überarbeitet.
Die veränderten Rahmenbedingungen sind angemessen abzubilden. Insbesondere psychische Belastungen durch Arbeitsverdichtung und Schichtarbeit müssen künftig in der Bewertung berücksichtigt werden. Um eine faire und zeitgemäße Einordnung zu ermöglichen sollten die bestehenden Berufslisten auf Basis aktueller Erkenntnisse und tatsächlicher Belastungen überarbeitet und angepasst werden
, sagt AK-Präsident Andreas Stangl.Um die Schwerarbeitsregelung auf den Stand der Zeit zu bringen, fordert die AK Oberösterreich:
- Die Schwerarbeitsverordnung muss psychische Belastungen besser berücksichtigen.
- Die Ausweitung der Anwartschaftszeiten in der Rahmenfrist, um Härtefälle zu verhindern.
- Betroffene sollen jederzeit ohne Fristen und Hürden die Möglichkeit haben, einen Antrag auf Feststellung von Schwerarbeitszeiten zu stellen.
- Die bestehende Kaloriengrenze für die Einstufung körperlicher Schwerarbeit muss durch eine realitätsnahe Toleranzregelung ergänzt werden, um Abweichungen im Arbeitsalltag sachgerecht abbilden zu können.
- Keine isolierte Betrachtung der Nacharbeit oder reiner körperlicher Beanspruchung.
Zur Pressemitteilung: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20260116_OTS0024/psychische-belastungen-besser-abbilden-ak-fordert-schwerarbeitsverordnung-anzupassen
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GKV-Modellprogramm: Mehr Qualität in der Versorgung durch neuen Personalmix in der Pflege
Das Modellprogramm des GKV-Spitzenverbands zur Weiterentwicklung der Personalbemessung in der vollstationären Pflege ist nun abgeschlossen. Die teilnehmenden Einrichtungen wurden während der Umsetzung des neu entwickelten Personalkonzepts unterstützt. Seit Juli 2023 haben alle vollstationären Pflegeeinrichtungen die Möglichkeit, ihren Personalbedarf nach einer aktualisierten Bemessung zu planen und gezielt mehr Personal – insbesondere qualifizierte Assistenzkräfte in Pflege und Betreuung – einzusetzen. Die Ergebnisse des Programms zeigen positive Effekte: die pflegerische Versorgungsqualität verbesserte sich, die Lebensqualität der Bewohnenden stieg, und die Zufriedenheit der Mitarbeitenden nahm zu.Dazu Oliver Blatt, Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes: „Der Personalmix in der Pflege ist wichtig für eine bessere Versorgung. Es reicht nicht, einfach nur mehr Personal einzusetzen, letztendlich kommt es darauf an, in welcher Form und nach welcher Qualifikation das zusätzliche Personal entsprechende Aufgaben übernimmt. Das entwickelte Personalkonzept ist ein Instrument, mit dem Pflegeeinrichtungen in der vollstationären Pflege den für sie besten Personaleinsatz entwickeln können. Wir hoffen, dass viele Einrichtungen die Ergebnisse als Hilfe nutzen, um für die Praxis eine gute Balance zwischen den Bedarfen der Pflegebedürftigen, den fachlichen Anforderungen und den vorhandenen Pflegekräften zu finden. Dafür stellen wir ein umfangreiches Angebot an Schulungsmaterialien zur Unterstützung bereit.“
Im Mittelpunkt des Modellprogramms stand die Entwicklung, Erprobung und wissenschaftliche Evaluation eines neuen Personalkonzepts in zehn vollstationären Modelleinrichtungen. Dazu gehörten auch die Entwicklung einer Strategie für eine möglichst breite Umsetzung sowie die Anpassung des Personalbemessungsinstruments. In der wissenschaftlichen Gesamtbewertung wurden die Effekte von zusätzlichem Personal und der Einführung des neuen Konzepts untersucht. Besonders betrachtet wurde, wie sich Aufgaben bei veränderter Zusammensetzung des Personals optimal verteilen lassen und wie der neue Personalmix bestmöglich genutzt werden kann, um die Versorgung zu verbessern und die Zufriedenheit der Mitarbeitenden zu steigern.
Vollstationäre Pflegeeinrichtungen in Deutschland sowie ihre Mitarbeitenden werden ab sofort umfassend dabei unterstützt, das neue Personalkonzept erfolgreich umzusetzen. Für die praktische Umsetzung stehen auf der Webseite des GKV-Spitzenverbandes anschauliche Module, Arbeitshilfen und Materialien zur Verfügung.
Hintergrund
Seit Juli 2023 haben vollstationäre Pflegeeinrichtungen über eine neue Bemessung des Personalbedarfs gemäß § 113c Absatz 1 SGB XI die Möglichkeit, mehr Personal als zuvor in Pflege und Betreuung einzusetzen. Die Personalschlüssel fußen auf Vorarbeiten nach § 113c Satz 1 SGB XI in der am 1. Januar 2016 geltenden Fassung zu einem Personalbemessungsinstrument für die vollstationäre Pflege der Universität Bremen aus dem Jahr 2020 (PeBeM). Im Jahr 2021 wurde das Modellprogramm nach § 8 Absatz 3b SGB XI zur wissenschaftlich gestützten Begleitung der Einführung und Weiterentwicklung des wissenschaftlich fundierten Verfahrens zur einheitlichen Bemessung des Personalbedarfs in Pflegeeinrichtungen nach qualitativen und quantitativen Maßstäben beim GKV-Spitzenverband eingerichtet. Das Modellprogramm wird von einem Begleitgremium fachlich beraten und unterstützt.
Zur Pressemitteilung: https://www.gkv-spitzenverband.de/gkv_spitzenverband/presse/pressemitteilungen_und_statements/pressemitteilung_2193408.jsp
Foto: stock.adobe.com - Pixel-Shot
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Assistenzrobotik für die Pflege: TU München präsentiert weiterentwickelten „Garmi“
Die Technische Universität München (TUM) hat einen neuen Assistenzroboter entwickelt. Forscherinnen und Forscher des Munich Institute of Robotics and Machine Intelligence (MIRMI) arbeiteten dabei eng mit Designerinnen und Designern des Munich Design Instituts (MDI) zusammen. Bei einem Besuch im Garmischer Forschungszentrum wurde das neue System nun erstmals der Öffentlichkeit präsentiert – gemeinsam mit der Bayerischen Staatsministerin für Gesundheit, Pflege und Prävention, Judith Gerlach.Der neue „Garmi“ präsentiert sich in überarbeiteter Form: Sein Oberkörper ist auf einer kippsicheren, fahrbaren Basis an einer Hubsäule montiert, die bei Bedarf ausgefahren werden kann. Rechts und links der Säule befinden sich zwei bewegliche Arme, darüber ein Kopf mit aufmerksam wirkenden Augen, die gelegentlich zwinkern. Die Robotergeneration ist mit mehreren Sensoren ausgestattet: Kameras auf Augenhöhe erfassen Bewegungen in der Umgebung, ein Lidar auf Beinhöhe erkennt Gegenstände in sicherem Abstand, und künftig sollen 3D-Kameras die Armbewegungen zusätzlich steuern und koordinieren. Auf Brusthöhe sorgt ein Bildschirm für die Interaktion mit Menschen.
Integratoren von Technik und Design
„Der neue Garmi versteht Sprache, entwickelt eigenständig einen Plan und bringt etwas zu trinken “, sagt Alexander König, dessen Team die neue Plattform entwickelt und umgesetzt hat. Auf Basis des neuen Designs sind nun erste Funktionalitäten entwickelt worden, die für den Einsatz später relevant sind. Der MIRMI-Professor sagt: „Ein Roboter muss funktionieren, bedienbar sein und zugleich Menschen ansprechen. Deswegen kooperieren wir mit Design-Expertinnen und -Experten.“ Robotiker König versteht sein Forschungsteam am Garmischer Standort als Schnittstelle zwischen Technik und Design. Garmi soll Aufgaben präzise ausführen, Objekte sicher greifen und zuverlässig zu den vorgesehenen Orten navigieren. Gleichzeitig soll das das Design die Interaktion und Kommunikation mit dem Roboter unterstützen und Vertrauen sowie Sicherheit für die Nutzerinnen und Nutzer vermitteln.
Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach betonte: „Der neue Entwicklungsansatz von ‚Garmi‘ ist äußerst spannend. Die TUM schafft am Forschungsstandort in Garmisch-Partenkirchen innovative Lösungen, die hervorragend dafür geeignet sind, Pflegekräfte zu entlasten. Gleichzeitig kann die Lebensqualität pflegebedürftiger Menschen verbessert werden“.
Der Vizepräsident der TUM Gerhard Kramer ergänzt: „Das Geriatronik-Forschendenteam in Garmisch beweist einmal mehr, dass es nah an den Bedürfnissen von Pflegenden und älteren Menschen dran ist. Nur so lassen sich Lösungen finden, die Pflegebedürftige am Ende optimal unterstützen. Schön zu sehen, dass der neue Garmi in so enger Zusammenarbeit auch mit dem Munich Design Institut entstanden ist.“
Anforderungen von Pflegenden, älteren Menschen, Ärztinnen und Ärzten sowie Robotik-Forschenden berücksichtigt
„Während der ursprüngliche Garmi als vielseitige Forschungsplattform konzipiert war, wurde der neue Garmi gezielt für den Pflegekontext weiterentwickelt“, sagt Annette Diefenthaler, die als Professorin für Design und Transdisziplinarität und Leiterin des Munich Design Instituts (MDI) zusammen mit einem externen Partner das Design des neuen Roboters entwickelt hat. Wichtige Anhaltspunkte für die Gestaltung der neuen Generation eines Assistenzroboters gaben mehrere Workshops, an denen Pflegende, ältere Menschen, Ärztinnen und Ärzte sowie Robotik-Forschende teilnahmen. „Empathisch, kompetent, professionell, vertrauenswürdig und freundlich“ stand auf der Wunschliste von Teilnehmenden eines Design-Workshop Ende letzten Jahres. Bei aller Technik, so war klar, spielt die Akzeptanz und emotionale Nähe zu einem Pflegeroboter eine mitentscheidende Rolle. Nicht zuletzt deswegen ist er auch in Loden gehüllt: „Der Stoff verbindet Tradition und Zukunft, verleiht dem Roboter Wärme sowie Regionalität und macht ihn vertrauenswürdiger“, kommentiert Prof. Diefenthaler.
Der neue Garmi: “Ein freundliches Wesen, das Technik steuert“
Zwar ähnelt der Roboter mehr einer mobilen Plattform als einem Humanoiden. „Doch war uns von Beginn an klar, dass der Roboter einen freundlichen, nahbaren Charakter erhalten soll – mit subtilen menschenähnlichen Zügen“, sagt Diefenthaler. Die neue Plattform sieht nicht aus wie ein Mensch: „Es ist ein freundliches Wesen, das Technik steuert. So rückt die Maschine in den Hintergrund und der Roboter baut eine emotionale Verbindung auf.“
Der neue Garmi kann Gegenstände sowohl vom Boden aufheben als auch aus höheren Lagen erreichen. Im Unterschied zur ersten Generation sind Gesicht und Bildschirm nun getrennt. Bei einer Fernuntersuchung durch Ärztinnen oder Ärzte erscheint deren Kopf auf dem Bildschirm, ähnlich einem Videoanruf. Im nächsten Schritt wird Garmi so abgesichert, dass ein Einsatz sowohl in Pflegeeinrichtungen als auch im häuslichen Umfeld von Seniorinnen und Senioren möglich ist. Getränke zu bringen ist dabei nur der erste von vielen möglichen Aufgabenbereichen. „Beim Aufstehen behilflich sein, Kommunikation und Teilhabe am Sozialleben ermöglichen, an Medikamente erinnern – die Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig“, sagt Prof. König.
Zur Pressemitteilung: https://www.tum.de/aktuelles/alle-meldungen/pressemitteilungen/details/forschende-stellen-neuen-garmi-vor
Foto: Forschende der Technischen Universität München (TUM) bringen dem neuen Assistenzroboter das Greifen bei. Im Bild hinten: Helfried Peyrl (c) Max Merget
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Ostfalia startet Studie zur Ernährung in Pflegeeinrichtungen – Teilnehmende für Interviews gesucht
Das Forschungsprojekt NUTRI‑SENSE widmet sich der Frage, wie die Ernährungs- und Flüssigkeitsversorgung in Pflegeheimen stärker an den Wünschen und Bedürfnissen der Bewohnerinnen und Bewohner ausgerichtet werden kann – insbesondere unter Berücksichtigung von sozialer und kultureller Vielfalt.Projektleiterin Prof. Dr. Martina Hasseler von der Ostfalia Hochschule erklärt: „Die Pflege älterer Menschen erfordert individuell angepasste Maßnahmen zur Ernährung und Flüssigkeitsaufnahme, um Gesundheit zu erhalten und Pflegebedarfe zu reduzieren. Besonders herausfordernd ist dabei die Berücksichtigung kultureller Vielfalt und sozialer Ungleichheiten, die in bestehenden Pflegeleitlinien bislang nur unzureichend adressiert werden.“
Die Forschenden verfolgen das Ziel, digitale Anwendungen zu entwickeln, die Pflegefachkräfte und weitere Berufsgruppen in Pflegeeinrichtungen bei einer kultursensiblen und diversitätsbewussten Versorgung unterstützen.
Für die Forschungsinterviews werden nun Pflegefachpersonen, Pflegehilfskräfte, Pflegeassistenzkräfte, Leitungskräfte von Pflegeheimen sowie Angehörige und Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen gesucht.
Mehr Informationen unter: www.ostfalia.de/nutri-sense
Interessierte können sich für nähere Informationen zu den Interviews per E‑Mail an Projektmitarbeiter André Heitmann-Möller wenden:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
Hintergrund: NUTRI‑SENSE ist ein gemeinsames Projekt der Ostfalia Hochschule, der Universität Oldenburg und des OFFIS‑Instituts e.V. und wird im Programm „zukunft.niedersachsen“ vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur und der VolkswagenStiftung gefördert.
Zur Pressemitteilung: https://www.ostfalia.de/hochschule/presse/pressemeldungen/pressemeldung/20-02-2026_ostfalia-forscht-fuer-bessere-pflege-teilnehmende-fuer-interviews-gesucht
Foto: stock.adobe.com - DMegias
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Deutscher Pflegeinnovationspreis 2026 ausgeschrieben – Fokus auf soziale Teilhabe und Entlastung in der Pflege
Die Sparkassen-Finanzgruppe schreibt zum zehnten Mal den Deutschen Pflegeinnovationspreis aus. Mit diesem Preis werden innovative Projekte und Initiativen gewürdigt, die nachhaltige und kreative Veränderungen im Alltag pflegebedürftiger Menschen bewirken.Im Jubiläumsjahr steht der Wettbewerb unter dem Leitthema: „Einsamkeit begegnen und Pflege entlasten. Innovative Wege in Verbundenheit und soziale Teilhabe“. Gesucht werden Projekte, die neue Ansätze entwickeln, um soziale Isolation zu verringern und gleichzeitig spürbare Entlastung in der Pflege zu schaffen.
Die Auszeichnung ist insgesamt mit Preisgeldern in Höhe von 15.000 Euro dotiert. Der erste Platz erhält 10.000 Euro, der zweite Platz 3.000 Euro und der dritte Platz 2.000 Euro. Ergänzend wird in diesem Jahr ein Sonderpreis in der Kategorie Vorsorge vergeben. Darüber hinaus wird den drei bestplatzierten Projekten eine besondere Bühne geboten, um ihre Arbeit sichtbar zu machen, Anerkennung zu erfahren und andere zur Nachahmung zu inspirieren.
Interessierte haben bis zum 01.05.2026 die Möglichkeit, sich selbst zu bewerben oder Projekte vorzuschlagen und zu nominieren. Ebenso ist die Weitergabe der Ausschreibung innerhalb von Netzwerken ausdrücklich erwünscht, um eine möglichst breite Beteiligung zu erreichen.
Alle Informationen zur Ausschreibung sowie das Online-Bewerbungsformular sind unter folgendem Link verfügbar: www.ukv.de/pflegepreis
Für Rückfragen oder Unterstützungsbedarf steht das Organisationsteam per E-Mail zur Verfügung:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
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DGPPN-Preis: Psychiatrisch innovative Projekte in Pflege und Gesundheitsberufen gesucht
Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e. V. (DGPPN) ruft Fachkräfte, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Projektverantwortliche dazu auf, sich für ihre diesjährigen Preise zu bewerben. Zu den Auszeichnungen gehört unter anderem der DGPPN-Preis Pflege- und Gesundheitsfachberufe, der zukunftsweisende Projekte, Modelle und wissenschaftliche Untersuchungen in der psychiatrischen Versorgung von Erwachsenen würdigt.Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e. V. (DGPPN) ruft Fachkräfte, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Projektverantwortliche dazu auf, sich für ihre diesjährigen Preise zu bewerben. Besonders im Fokus steht der DGPPN-Preis Pflege- und Gesundheitsfachberufe, mit dem zukunftsweisende Projekte, innovative Modelle und wissenschaftliche Untersuchungen in der ambulanten und stationären psychiatrischen Versorgung von Erwachsenen ausgezeichnet werden.
Der Preis würdigt insbesondere Arbeiten, die die Weiterentwicklung der Versorgungspraxis fördern und berufsgruppenübergreifende Ansätze unterstützen. Er ist mit 5.000 Euro dotiert. Bewerbungen können ab sofort bis zum 30. Juni 2026 eingereicht werden.
Neben dem Pflege-Preis vergibt die DGPPN weitere Auszeichnungen, darunter den DGPPN-Preis Erforschung psychischer Erkrankungen, den Promotionspreis „Hans-Heimann“, den Preis Philosophie und Ethik, den Antistigma-Preis „Ulrike Fritze Lindenthal“ sowie den DGPPN-Medienpreis Psyche und Wissenschaft. Insgesamt werden Preise im Wert von 99.000 Euro vergeben.
Weitere Informationen und Bewerbungsunterlagen: https://www.dgppn.de/preise/preise-und-auszeichnungen.html
Über die DGPPN:
Die DGPPN ist die größte medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft im Bereich psychische Gesundheit in Deutschland. Sie bündelt die Expertise von über 13.000 Fachärztinnen und Fachärzten, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sowie Forschenden aus Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde und setzt sich aktiv für die Weiterentwicklung der Versorgung und die gesellschaftliche Aufklärung über psychische Gesundheit ein.
Zur Pressemitteilung: https://www.dgppn.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilungen-2026/dgppn-zeichnet-exzellente-arbeiten-und-initiativen-aus.html
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Pflegemanagement-Award 2027: Nominierungen ab sofort möglich
Der Pflegemanagement-Award geht in die nächste Runde: Ab sofort können Nachwuchs-Pflegemanagerinnen und -Pflegemanager für den Award 2027 nominiert werden. Die Auszeichnung zählt zu den wichtigsten Preisen im Bereich Pflegemanagement und wird vom Bundesverband Pflegemanagement gemeinsam mit Springer Pflege in verschiedenen Kategorien vergeben. Die Preisverleihung findet am 29. Januar 2027 im Rahmen des Kongresses Pflege 2027 in Berlin statt.Ausgezeichnet werden Leistungen in den Kategorien Nachwuchs-Pflegemanager:in des Jahres sowie Pflegemanager:in des Jahres. Während in der Nachwuchskategorie Vorgesetzte und Kolleginnen und Kollegen geeignete Kandidatinnen und Kandidaten vorschlagen können, werden erfahrene Pflegemanagerinnen und Pflegemanager von einer hochkarätig besetzten Jury nominiert.
Die Verleihung des Awards erfolgt im Rahmen einer Abendveranstaltung im dbb Forum Berlin. Unterstützt wird die Preisvergabe erneut von den langjährigen Sponsoren Fresenius Kabi Deutschland und ZEQ sowie von Arjo.
Nachwuchs-Pflegemanager:in des Jahres: Nominierungen bis 1. Oktober 2026
Für die Kategorie Nachwuchs-Pflegemanager:in des Jahres können bis zum 1. Oktober 2026 Vorschläge eingereicht werden. Nach einer Vorauswahl stellen sich die fünf Bestplatzierten am 3. Dezember 2026 persönlich der Jury vor. Bewertet werden unter anderem persönliches Engagement, Kreativität, soziale und fachliche Kompetenz, Empathie sowie die Fähigkeit zum Krisenmanagement. Die Jury setzt sich erneut aus Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wissenschaft, Lehre und Praxis zusammen. Die Nominierung ist über award-bv-pflegemanagement.de möglich.
„Bereits eine Nominierung für den Pflegemanagement-Award ist etwas Besonderes – erst recht, wenn man am Ende zu den Geehrten zählt. Vor allem für den beruflichen Nachwuchs kann das ein prägendes Erlebnis sein. Die eingereichten Beiträge machen jedes Mal aufs Neue deutlich, mit wie viel Leidenschaft und Kreativität Pflegefachkräfte die Qualität der Patientenversorgung vorantreiben“, betont Sarah Lukuc, Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands Pflegemanagement und selbst Preisträgerin des Jahres 2016.
„Daher freuen wir uns auch in diesem Jahr darauf, dass viele Führungskräfte ihre Mitarbeitenden ermutigen, sich durch eine Nominierung einzubringen und ihre innovativen Ideen einer breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren“, so Lukuc weiter.
Pflegemanager:in des Jahres: Jury benennt Kandidatinnen und Kandidaten
In der Kategorie Pflegemanager:in des Jahres werden geeignete Persönlichkeiten durch eine achtköpfige Jury vorgeschlagen. Voraussetzung ist, dass die Kandidatinnen und Kandidaten seit mindestens fünf Jahren eine Führungsposition innehaben und pflegerische Gesamtverantwortung tragen. Erwartet werden nachhaltiges und innovatives Handeln, Vorbildfunktion sowie ein klares Engagement für die Stärkung der Profession Pflege und des beruflichen Nachwuchses. Die Jury bestimmt die Preisträgerin oder den Preisträger anhand festgelegter objektiver Kriterien.
Weitere Informationen zum Pflegemanagement-Award sowie zur Nominierung sind online abrufbar: https://award-bv-pflegemanagement.de
Zur Pressemitteilung: https://www.bv-pflegemanagement.de/pressemitteilung/items/852.html
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Der Österreichische Gesundheits- und Krankenpflegeverband (ÖGKV) begrüßt die Ausweitung der School Nurses in Wien und fordert eine nachhaltige Implementierung dieser wichtigen Unterstützung im Schulalltag. Der ÖGKV hat sich lange für diese Maßnahme eingesetzt und sieht die aktuelle Entwicklung als wichtigen Erfolg für die Gesundheitsversorgung in Schulen
Unter dem Motto „Innovationen für ein selbstbestimmtes und würdevolles Altern“ hat der Verband katholischer Altenhilfe in Deutschland im Rahmen seiner Bundestagung drei praxiserprobte Projekte mit dem Innovationspreis für die Langzeitpflege ausgezeichnet. Mitglieder des Verbandes hatten die Gelegenheit, ihre Projekte einzureichen. Die prämierten Projekte eröffnen neue Perspektiven für eine zukunftsfähige Pflege.
Die Fachweiterbildung „Geriatrie und Gerontopsychiatrie“ erhält eine neue Rahmenvorgabe. Diese legt inhaltliche und qualitative Standards fest, die für die spezialisierte pflegerische Versorgung älterer und psychisch erkrankter Menschen von zentraler Bedeutung sind. Die Vorgabe wurde durch einen Unterausschuss des Bildungsausschusses der Pflegekammer NRW erarbeitet – nun sind Praxisexpertinnen und -experten aufgerufen, sich an der Weiterentwicklung zu beteiligen.
Angesichts des steigenden Arbeitsaufkommens in der Pflege warnt die Pflegekammer NRW das Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) davor, Pflegefachpersonen mit zusätzlichem bürokratischem Aufwand zu belasten. Konkret geht es um die Erhebung von Daten zur Berechnung des Personalbedarfs, die derzeit von Pflegekräften während ihrer Dienstzeit erfasst und eingepflegt werden. „Es kann doch nicht sein, dass diese Daten, die von Pflegefachpersonen für das InEK erhoben werden, dort letztlich gar keine Verwendung finden. Das bindet unnötig Ressourcen, sorgt für Frust bei den Kolleg*innen und schafft keinerlei Mehrwert“, kritisiert Sandra Postel, Präsidentin der Pflegekammer NRW. Die Kammer fordert daher eine sinnvolle Nutzung der erhobenen Daten oder eine deutliche Reduzierung der Dokumentationspflichten. Ziel müsse es sein, Pflegefachpersonen von überflüssiger Bürokratie zu entlasten und ihnen mehr Zeit für die eigentliche pflegerische Versorgung zu ermöglichen.
Die laufenden Koalitionsverhandlungen bieten eine zentrale Chance, die Langzeitpflege in Deutschland nachhaltig zu stärken. Der Deutsche Pflegerat (DPR) hat in seinem aktuellen Positionspapier konkrete Handlungsempfehlungen formuliert, die kurzfristig umsetzbar sind. Diese ersten Maßnahmen müssen zügig ergriffen werden, um den Grundstein für umfassende Reformen zu legen und eine langfristig stabile pflegerische Versorgung sicherzustellen. Jetzt kommt es darauf an, die richtigen Weichen zu stellen. Das vollständige Positionspapier steht hier zum Download bereit.
Der AltenpflegePreis 2025 würdigt innovative Konzepte, die eine hohe Pflegequalität auch in Zeiten von Fachkräftemangel und neuen Arbeitsorganisationen sicherstellen. Ziel des Preises ist es, herausragende Ansätze in der Altenpflege auf einer bundesweiten Plattform zu präsentieren und so den Austausch sowie die Weiterentwicklung in der Branche zu fördern. Der renommierte Preis ehrt Konzepte, die das Wohl der Bewohnerinnen und Bewohner konsequent in den Mittelpunkt stellen.
Auch im Jahr 2025 wird der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) erneut die Stimmung unter den beruflich Pflegenden erheben. Die Umfrage „Pflege, wie geht es dir?“ bietet jährlich einen Überblick darüber, wie sich die Arbeitsbedingungen und das Befinden der Pflegenden entwickeln. Die Ergebnisse der Umfrage werden am Internationalen Tag der Pflegenden, dem 12. Mai, veröffentlicht.
Die AOK Bayern und die Hochschule Allensbach starten gemeinsam das Projekt „Gesundes Onboarding in der Pflege“, das die Integration neuer Mitarbeitender in Pflegeeinrichtungen neu gestalten soll. Ziel des Projekts ist es, durch einen ganzheitlichen Ansatz nicht nur den Einstieg in den Arbeitsalltag zu erleichtern, sondern auch die physische und psychische Gesundheit der Mitarbeitenden von Beginn an zu fördern.
Der Deutsche Pflegerat (DPR) begrüßt die bekannt gewordenen Ergebnisse der Arbeitsgruppe Gesundheit und Pflege zum Koalitionsvertrag. Diese senden wichtige Signale für die zukünftige Gesundheits- und Pflegeversorgung in Deutschland und zeigen den Willen zu einem zügigen und entschlossenen Handeln.
Viele ältere Menschen wünschen sich, möglichst lange in ihrer vertrauten Umgebung zu leben. Doch altersbedingter Muskelabbau, Gangunsicherheiten und eine nachlassende körperliche Leistungsfähigkeit erhöhen das Sturzrisiko und den Pflegebedarf, was die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen kann. Angehörige geraten dadurch oft unter großen Druck, während Pflegedienste aufgrund des Fachkräftemangels an ihre Grenzen stoßen. Moderne Technologien sollen nun dazu beitragen, eine bessere Unterstützung zu ermöglichen.
Das Projekt iDEM-Support, unter der Konsortialführung von Prof. Dr. Ina Otte, Leiterin der Abteilung für Versorgungsforschung der Ruhr-Universität Bochum, hat das Ziel, pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz zu unterstützen und zu empowern. Rund 84 Prozent der Menschen mit Demenz weltweit leben zu Hause und sind auf die Hilfe von Familie oder Freund*innen angewiesen. Diese pflegenden Zugehörigen sind häufig mit erheblichen Belastungen und Stressfaktoren konfrontiert. iDEM-Support setzt an diesem Punkt an und bietet den pflegenden Personen gezielte Hilfe und Unterstützung, um ihre Aufgaben besser bewältigen zu können. „Unser Ziel ist es, pflegende Zugehörige zu stärken, ihre Belastung durch die Pflege zu verringern und so auch die langfristige Pflege der Menschen mit Demenz zu Hause zu sichern“, erklärt Amelie Meibeck vom Projektteam.
Die Kabinettsbeschlüsse zum Gesetz zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege (vormals Pflegekompetenzgesetz) sowie zum Pflegefachassistenzgesetz bewertet der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) als wichtigen Fortschritt. Gleichzeitig macht der Verband deutlich, dass beide Vorhaben in wesentlichen Punkten hinter den Erwartungen der professionellen Pflege zurückbleiben.
Mit dem neuen Forschungsprojekt PreFOG betritt das IMC Krems wissenschaftliches Neuland: Unter der Leitung von Assoz.-Prof. (FH) Agnes Wilhelm, MSc, Professorin am Institut für Therapie- und Hebammenwissenschaften, arbeitet ein interprofessionelles Team daran, das sogenannte Freezing of Gait (FoG) – eine plötzliche Bewegungsblockade beim Gehen – bei Menschen mit Idiopathischem Parkinsonsyndrom (IPS) vorhersagbar zu machen. Ziel ist es, mithilfe modernster Machine-Learning-Algorithmen und innovativer Smart-Einlegesohlen das Sturzrisiko deutlich zu reduzieren. Gefördert wird das Projekt vom Land Niederösterreich im Rahmen der WST3-Ausschreibung des NÖ Wirtschafts- und Tourismusfonds und durch Mittel der Europäischen Union (EFRE) kofinanziert.
Die Fachkommission „Digitalisierung in der Pflege“ des Deutschen Pflegerats (DPR) hat ein umfassendes Expert:innenpapier zur Pflege-Informatik-Initiative (PII) veröffentlicht. Ziel der Initiative ist es, pflegerische Daten systematisch und gleichwertig im Gesundheitssystem nutzbar zu machen, um eine evidenzbasierte und sektorenübergreifende Versorgung zu fördern.
Die derzeitige Debatte über die Abschaffung des Pflegegrads 1 ist weder neu noch zielführend. Vielmehr bedarf es laut Deutschem Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) einer grundlegenden Neuausrichtung der Pflegeversicherung, inklusive einer Rückzahlung entnommener Gelder und der Herausnahme von Rentenansprüchen. Gleichzeitig wäre es sinnvoll, die Wirkungsabsicht des Pflegegrads 1 zu überprüfen und ihn stärker auf präventive Maßnahmen auszurichten.
Das Modellvorhaben health4care, das praxisnahe Ansätze zur Prävention und Gesundheitsförderung in ambulanten und teilstationären Pflegeeinrichtungen entwickelt und erprobt, geht nun in die Erprobungsphase. Aus insgesamt 54 interessierten Einrichtungen wurden in einem mehrstufigen Auswahlverfahren acht Projektpartner ausgewählt – fünf aus Nordrhein-Westfalen und drei aus Rheinland-Pfalz. Das Projekt wird vom Deutschen Institut für angewandte Pflegeforschung e. V. (DIP-Institut) gemeinsam mit den beteiligten Einrichtungen und gefördert durch die BARMER bis Ende 2028 umgesetzt. Ziel ist es, die Gesundheitskompetenz und das Wohlbefinden von Menschen mit Pflegebedarf sowie deren Zu- und Angehörigen zu fördern. Projektleiter Prof. Frank Weidner vom DIP freut sich über das Engagement der Pflegeeinrichtungen: „Das große Interesse zeigt deutlich: Die Bereitschaft, neue und umfassende Präventionsansätze in der Praxis umzusetzen, ist trotz der vielen Herausforderungen und Belastungen in der Pflege riesig.“
Was bedeutet es, eine Pflegefachperson zu sein? Wie lässt sich die Berufsgruppe definieren – und welche Bedeutung hat dies für das pflegerische Handeln, aber auch für Gesellschaft und Politik? Antworten auf diese Fragen gibt die neu gefasste Definition der Begriffe „Nurse“ und „Nursing“, die anlässlich des diesjährigen Kongresses des International Council of Nurses (ICN) veröffentlicht wurde. Die drei deutschsprachigen ICN-Mitgliedsverbände aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben nun eine gemeinsam erarbeitete, vom ICN autorisierte deutsche Übersetzung vorgelegt.
Der Deutsche Pflegerat (DPR) bewertet die Zusammenarbeit von Bund und Ländern im Rahmen des „Zukunftspakt Pflege“ als wichtigen ersten Schritt zur Neugestaltung der Pflegeversicherung. Gleichzeitig stellt er fest, dass die vorgelegten Zwischenergebnisse hinter den Erwartungen zurückbleiben: Die Pflege wird nach wie vor überwiegend als Ressource zur Effizienzsteigerung und als Antwort auf demografische Probleme gesehen, nicht jedoch als eigenständige Profession mit strategischer Verantwortung.
Vor drei Jahren wurde am Universitätsklinikum Würzburg (UKW) das Projekt „FLEX4UKW“ ins Leben gerufen, um neue Pflegekräfte zu gewinnen und die Arbeitsbedingungen langfristig zu verbessern. „Unsere Bilanz macht uns stolz: Wir haben Pionierarbeit geleistet und konnten ein Poolkonzept realisieren, das zu einem wichtigen und dauerhaften Pfeiler im Klinikalltag geworden ist. FLEX4UKW ist ein absolutes Erfolgsprojekt“, sagt Marcus Huppertz, Pflegedirektor an der Würzburger Uniklinik.
Die Delegierten der Vereinigung der Pflegenden in Bayern (VdPB) trafen sich am vergangenen Donnerstag in Ingolstadt zu ihrer turnusmäßigen Delegiertenversammlung. Nachdem VdPB-Präsidentin Kathrin Weidenfelder im Mai 2025 aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten war, stand nun die Neuwahl der Verbandsführung im Mittelpunkt der Sitzung. Mit deutlicher Mehrheit wählten die Delegierten Rita Zöllner zur neuen Präsidentin. Zöllner ist Fachkrankenschwester für Intensiv- und Anästhesiepflege, besitzt einen Masterabschluss in Advanced Nursing Practice und arbeitet sowohl in der Anästhesie des Universitätsklinikums Erlangen als auch als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Evangelischen Hochschule Nürnberg.
Seit 08.01.2026 ist die neue S3-Leitlinie „Delir im höheren Lebensalter“ bei der AWMF veröffentlicht. Die Leitlinie wurde unter der Federführung der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) sowie der Deutschen Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie (DGGPP) entwickelt. Beteiligt waren mehr als 30 weitere Fachgesellschaften und Berufsverbände. Neben einer ausführlichen Langfassung stehen auch eine Kurzfassung sowie eine eigene Patientenleitlinie zur Verfügung. Erstmals bündelt die Leitlinie 69 evidenz- und konsensbasierte Empfehlungen, die alle Versorgungsbereiche abdecken. Damit werden sektorenübergreifende Standards für Prävention, Diagnostik, Behandlung und Nachsorge von Delirien bei hochbetagten Patientinnen und Patienten definiert.
Ab Januar 2026 wird Pflege in Österreich offiziell als Schwerarbeit anerkannt. Präsident Andreas Stangl wertet dies als wichtigen Erfolg, auf den die Beschäftigten lange gewartet haben – ein Erfolg, der auch dem Engagement der Arbeiterkammer zu verdanken sei: „Die geplante Anpassung der Schwerarbeitsverordnung bedeutet für viele Pflegekräfte eine Verbesserung. Bereits 2026 werden rund 1.000 Menschen von dieser Neuregelung profitieren“. Zugleich weist Stangl darauf hin, dass in anderen Berufsgruppen mit Schwerarbeit weiterhin erheblicher Nachholbedarf besteht.
Das Modellprogramm des GKV-Spitzenverbands zur Weiterentwicklung der Personalbemessung in der vollstationären Pflege ist nun abgeschlossen. Die teilnehmenden Einrichtungen wurden während der Umsetzung des neu entwickelten Personalkonzepts unterstützt. Seit Juli 2023 haben alle vollstationären Pflegeeinrichtungen die Möglichkeit, ihren Personalbedarf nach einer aktualisierten Bemessung zu planen und gezielt mehr Personal – insbesondere qualifizierte Assistenzkräfte in Pflege und Betreuung – einzusetzen. Die Ergebnisse des Programms zeigen positive Effekte: die pflegerische Versorgungsqualität verbesserte sich, die Lebensqualität der Bewohnenden stieg, und die Zufriedenheit der Mitarbeitenden nahm zu.
Die Technische Universität München (TUM) hat einen neuen Assistenzroboter entwickelt. Forscherinnen und Forscher des Munich Institute of Robotics and Machine Intelligence (MIRMI) arbeiteten dabei eng mit Designerinnen und Designern des Munich Design Instituts (MDI) zusammen. Bei einem Besuch im Garmischer Forschungszentrum wurde das neue System nun erstmals der Öffentlichkeit präsentiert – gemeinsam mit der Bayerischen Staatsministerin für Gesundheit, Pflege und Prävention, Judith Gerlach.
Das Forschungsprojekt NUTRI‑SENSE widmet sich der Frage, wie die Ernährungs- und Flüssigkeitsversorgung in Pflegeheimen stärker an den Wünschen und Bedürfnissen der Bewohnerinnen und Bewohner ausgerichtet werden kann – insbesondere unter Berücksichtigung von sozialer und kultureller Vielfalt.
Die Sparkassen-Finanzgruppe schreibt zum zehnten Mal den Deutschen Pflegeinnovationspreis aus. Mit diesem Preis werden innovative Projekte und Initiativen gewürdigt, die nachhaltige und kreative Veränderungen im Alltag pflegebedürftiger Menschen bewirken.
Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e. V. (DGPPN) ruft Fachkräfte, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Projektverantwortliche dazu auf, sich für ihre diesjährigen Preise zu bewerben. Zu den Auszeichnungen gehört unter anderem der DGPPN-Preis Pflege- und Gesundheitsfachberufe, der zukunftsweisende Projekte, Modelle und wissenschaftliche Untersuchungen in der psychiatrischen Versorgung von Erwachsenen würdigt.
Der Pflegemanagement-Award geht in die nächste Runde: Ab sofort können Nachwuchs-Pflegemanagerinnen und -Pflegemanager für den Award 2027 nominiert werden. Die Auszeichnung zählt zu den wichtigsten Preisen im Bereich Pflegemanagement und wird vom Bundesverband Pflegemanagement gemeinsam mit Springer Pflege in verschiedenen Kategorien vergeben. Die Preisverleihung findet am 29. Januar 2027 im Rahmen des Kongresses Pflege 2027 in Berlin statt.