Foto: (v.l.n.r. vorne) Hannah Dörr, Masterandin TU München, Simone Helbig, Fachbereichsleiterin BGM AOK Bayern, Prof. Dr. Volker Nürnberg, TU München und Hochschule Allensbach, Annette Lutz, Bereichsleiterin Gesundheitsförderung AOK Bayern, (v.l.n.r. hinten) Andreas Vogel, Laura Molitor, Volker Weissmann (alle AOK Bayern) (c) Ruth Adamski, AOK Bayern
Gesundes Onboarding in der Pflege: AOK Bayern und Hochschule Allensbach starten Projekt zur Integration neuer Pflegekräfte
Die AOK Bayern und die Hochschule Allensbach starten gemeinsam das Projekt „Gesundes Onboarding in der Pflege“, das die Integration neuer Mitarbeitender in Pflegeeinrichtungen neu gestalten soll. Ziel des Projekts ist es, durch einen ganzheitlichen Ansatz nicht nur den Einstieg in den Arbeitsalltag zu erleichtern, sondern auch die physische und psychische Gesundheit der Mitarbeitenden von Beginn an zu fördern.
Onboarding ist in vielen Branchen ein zentraler Faktor für Mitarbeitermotivation und -bindung. In Pflegeeinrichtungen stellt dieser Prozess jedoch besondere Herausforderungen dar – darunter hohe körperliche und psychische Belastungen sowie die Anforderungen durch Schicht- und Nachtdienste. Wir wollen uns diesen Herausforderungen stellen und gemeinsam mit der Hochschule Allensbach einen gezielten Onboarding-Prozess schaffen, der die Gesundheit und das Wohlbefinden der neuen Mitarbeitenden in der Pflegebranche von Beginn an in den Mittelpunkt stellt“, sagt Annette Lutz, Bereichsleiterin Gesundheitsförderung bei der AOK Bayern.
Das ganzheitliche Konzept verfolgt mehrere zentrale Ziele: Es soll Krankenstände und Fluktuation reduzieren, die Teamentwicklung und Motivation stärken sowie eine gesunde und nachhaltige Arbeitsumgebung schaffen. Gesundes Onboarding in der Pflege geht dabei über die rein fachliche Einarbeitung hinaus und bezieht die gesamte Lebensrealität neuer Mitarbeitender mit ein – von der ersten Kontaktaufnahme im Vorstellungsgespräch bis hin zum langfristigen Wohlbefinden im Arbeitsalltag.
Diversität und Inklusion im Fokus des Projekts
Im Onboarding-Prozess sind verschiedene Akteure eng eingebunden: Die Personalabteilung stellt die strukturellen Rahmenbedingungen sicher, die pflegerische Führungskraft setzt gesundheitsfördernde Maßnahmen um, und das Team übernimmt die soziale Integration. Mentoring-Programme sowie individuelle Unterstützung ermöglichen den neuen Mitarbeitenden einen aktiven Einstieg und eine langfristige Begleitung.
Für ein erfolgreiches Onboarding ist es zudem entscheidend, eine positive Unternehmenskultur zu etablieren, Führungskräfte in ihrer Rolle als gesundheitliche Unterstützer zu stärken und ein wertschätzendes Miteinander im Team zu fördern. „Wir legen den Fokus darauf, dass Diversität und Inklusion in den Onboarding-Prozess integriert werden, um ein Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem sich alle Mitarbeitenden unabhängig von Alter, Geschlecht oder kultureller Herkunft wohlfühlen“, sagt Lutz. Das Projekt bildet auch innovative Maßnahmen ab, die Themen wie Schlafmanagement bei Schichtarbeit und Resilienztraining zur Gewalt- und Suchtprävention umfassen.
Zeitplan, Erfolgsfaktoren und Messbarkeit
Nach der Planungsphase startet ab 2026 die Testphase des Konzepts in Pilotprojekten, um es unter realen Arbeitsbedingungen weiterzuentwickeln. Ab 2027 ist eine flächendeckende Implementierung in weiteren Pflegeeinrichtungen vorgesehen. Der Erfolg des Projekts wird anhand klar definierter Kennzahlen gemessen – darunter der Krankenstand, die Fluktuation neuer Mitarbeitender sowie qualitative Rückmeldungen aus regelmäßigen Umfragen.
„Mit diesem Projekt leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Pflege und unterstützen die Resilienz der Mitarbeitenden. Wir sind überzeugt, dass eine gesunde und motivierte Belegschaft die Grundlage für eine nachhaltige und erfolgreiche Pflege ist“, erklärt Prof. Dr. Volker Nürnberg, Projektleiter an der Hochschule Allensbach.
Das Projekt „Gesundes Onboarding in der Pflege“ setzt auf eine langfristige Veränderung und bietet eine Antwort auf die aktuellen Herausforderungen in der Pflegebranche. „Durch einen gesundheitsförderlichen Onboarding-Prozess können wir nicht nur die Integration von neuen Mitarbeitenden optimieren, sondern auch eine positive Arbeitsumgebung schaffen, die sowohl die Pflegekräfte als auch die Pflegeeinrichtungen als Ganzes stärkt“, sagt Nürnberg.
Zur Pressemitteilung: https://www.aok.de/pp/bayern/pm/gesundes-onboarding-in-der-pflege/
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