Das neue Modell der „Leading Nurse“ in der Pflege fördert das Vertrauen und stärkt gleichzeitig die Verantwortung der Pflegefachkräfte in vollstationären Einrichtungen. Darauf wies Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Judith Gerlach am Donnerstag beim Abschluss des Projekts der Caritas gGmbH St. Heinrich und Kunigunde in Bamberg hin.
Die Ministerin betonte: „Die Einführung des Konzeptes ‚Leading Nurse‘ bringt weitreichende organisatorische Veränderungen in den Alten- und Pflegeeinrichtungen mit sich. Im Rahmen des Modellprojekts wurden unterschiedliche Aufgaben- und Rollenprofile erprobt und festgelegt. Pflegefachkräfte qualifizierten sich zu ‚Leading Nurses‘ mit fachlicher Verantwortung. Die ‚Leading Nurse‘ ist für eine ihr zugeteilte Bewohnergruppe zuständig und plant, steuert und überwacht deren Pflege. Zudem ist sie die erste Ansprechperson für Bewohnerinnen und Bewohner, Angehörige und Ärztinnen und Ärzte.“
Gerlach ergänzte: „Mit dieser neuen Rolle geben wir Pflegefachkräften mehr Verantwortung, mehr Gestaltungsspielraum und mehr Anerkennung für ihre hohe fachliche Kompetenz. Das führt zu einer weiteren Professionalisierung und zu mehr Kontinuität in der Versorgung.“
Die Ministerin fügte hinzu: „Wir haben dieses Leuchtturmprojekt mit rund 720.000 Euro gefördert und unterstützen damit gezielt innovative Konzepte zur Sicherung der Pflegequalität.“
Das seit Januar 2023 in 16 stationären Pflegeeinrichtungen laufende Projekt verfolgte das Ziel, die Pflegeorganisation so weiterzuentwickeln, dass trotz des Fachkräftemangels eine hochwertige Versorgung im erforderlichen Personalmix sichergestellt werden kann. Gleichzeitig wurden Rahmenbedingungen definiert, die eine Übertragbarkeit der Ergebnisse auf weitere Träger im Freistaat Bayern ermöglichen.
„Unsere Pflegekräfte leisten Tag für Tag Enormes – oft unter großem Druck und mit viel Herzblut. Gerade deshalb brauchen sie Strukturen, die sie stärken und ihnen den Rücken freihalten. Mit der Einführung der „Leading Nurse“ setzen wir einen wichtigen Meilenstein für eine professionelle und zukunftsfähige Pflege in Bayern. Dieses Projekt zeigt, wie Pflege aktiv gestaltet und Verantwortung übernommen werden kann. Ich danke allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Projekts ausdrücklich, denn sie haben Mut bewiesen und wichtige Impulse für die Zukunft der Pflege in Bayern gegeben.“, erläuterte die bayerische Gesundheits- und Pflegeministerin.
Gerlach ergänzte: „Es ist nicht das einzige Projekt, das wir unterstützten, um die Qualität in den Pflegeeinrichtungen sowie die Rahmenbedingungen für die Beschäftigten in der Pflege zu verbessern. Wir haben drei weitere Modellvorhaben in Bayern unterstützt, die sich zum Ziel gesetzt haben, mittels umfangreicher Personal- und Organisationsentwicklungsmaßnahmen dem Fachkräftemangel zu begegnen und die Qualität in den Einrichtungen zu stärken“.
Zur Pressemitteilung: https://www.stmgp.bayern.de/gerlach-modell-der-leading-nurse-staerktpflegequalitaet-und-verantwortung-projekt-zur-neuen-pflegeorganisationerfolgreich-abgeschlossen/
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Das Deutsche Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) startet die dritte Aktualisierung des Expertenstandards „Dekubitusprophylaxe in der Pflege“ und sucht hierfür fachkundige Expertinnen und Experten mit pflegewissenschaftlicher und/oder praktischer Expertise. Die wissenschaftliche Leitung übernimmt Univ.-Prof. Dr. rer. cur. Jan Kottner von der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Der Aktualisierungsprozess ist auf einen Zeitraum von rund zwölf Monaten ausgelegt; die Veröffentlichung des überarbeiteten Expertenstandards ist für Anfang 2027 vorgesehen.